Kehler Turnerschaft trainiert wieder

Fitness im Freien

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 4 Minuten
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28. Mai 2020

(Bild 1/2) Dem Corona-Virus keine Chance geben: Auf dem Platz der Kehler Turnerschaft war es ein Leichtes, den nötigen Abstand zu wahren. ©Nina Saam

Die Kehler Turnerschaft nimmt nach zehn Wochen wieder ihr Trainingsprogramm auf – allerdings nur in eingeschränkter Form und an der frischen Luft. Die vielen Auflagen zu erfüllen war nicht einfach.

Auch die Breitensportvereine dürfen nach der Mitte März verfügten Zwangspause nun wieder ihr Sportprogramm hochfahren. Die Kehler Turnerschaft, die in diesem Jahr ihr 175-jähriges Bestehen feiert, hat nicht nur zahlreiche Abteilungen, sondern bietet auch ein ambitioniertes Kursprogramm von Yoga über Zumba bis hin zu Gesundheitskursen an. Über 300 Sportbegeisterte nehmen an den verschiedenen Kursen teil. 

Doch nichts ist so, wie es früher war: Da der Abstand zwischen sporttreibenden Personen laut der „Zehn Leitplanken des Deutschen Sportbundes“ mindestens zwei Meter betragen sollte, werden die Kurs-Aktivitäten kurzerhand nach draußen verlegt – ins KT-Stadion an der Schwimmbadstraße. 

Teilnehmer begrenzt

Doch längst nicht alle dürfen mitmachen: „Aus dem Kursbereich können derzeit lediglich 72 Teilnehmer berücksichtigt werden, da ich nur drei Trainerinnen zur Verfügung habe – und jede mit maximal 24 Personen in Kontakt kommen darf“, sagt Katja Spitznagel von der KT-Geschäftsstelle. Sie ist eine dieser drei – und bietet ihrer 24-köpfigen Gruppe ab sofort dreimal wöchentlich morgens eine Stunde Fitnesstraining an. 

Da nur in Kleingruppen von fünf Personen trainiert werden darf, hat Katja Spitznagel ihre Teilnehmer in fünf Grüppchen aufgeteilt, die jeweils auf einem 1000-Quadratmeter-Feld auf dem Sportplatz ihre Matten ausrollen dürfen. Damit es keinen Stau am Eingang gibt, sind Ankunfts- und Rausgeh-Zeiten penibel geregelt: „Gruppe 3, Feld 6, eintreffen 9.06 Uhr, verlassen 10.24 Uhr“, steht in der Info-Mail. Da die Benutzung von Umkleiden und Duschen nicht erlaubt ist, müssen die Teilnehmerinnen schon im Sporthöschen oder Yoga-Outfit anrücken. Erst heißt es Hände desinfizieren, dann muss sich jede in die Liste eintragen, damit im Falle eines Falles die Infektionskette zurückverfolgt werden kann. 

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„Das ist die erste Veranstaltung nach zehn Wochen, wir freuen uns riesig, wieder anfangen zu dürfen“, begrüßt Katja Spitznagel „ihre“ Teilnehmerinnen am Montagmorgen, die aus verschiedenen Kursen kommen. Bevorzugt wurden die angeschrieben, die mehrere Kurse belegt und regelmäßig teilgenommen haben. Der Himmel ist blau, das Gras feucht und die Atmosphäre entspannt. Vor allem Dehnung und Muskelkräftigung stehen auf dem Programm. „Es gab so viele Einschränkungen in der Corona-Zeit“, sagt Spitznagel. „Wir sind alle viel mehr gesessen, viele mussten im Homeoffice arbeiten – zum Teil am Küchentisch auf ergonomisch ungünstigen Stühlen.“ Als Trainerin habe es sie geschmerzt, keine Kurse anbieten zu können. Doch sie weiß, dass die kleinen Übungsvideos, die auf der Homepage der KT eingestellt wurden, gut angenommen wurden – auch von Nichtmitgliedern.

Einfach sei es nicht gewesen, ein coronagemäßes Konzept zu erarbeiten – auch, weil die Informationen spärlich flossen und die Auflagen sich ständig änderten. „Wir mussten immer wieder nachfragen, was geht und was nicht“, kritisiert die Trainerin. 
Und prompt hat das Ministerium am Samstag die zweite Stufe der Lockerung bekanntgegeben: Ab Dienstag, 2. Juni, soll auch wieder Sport in der Halle möglich sein. Die Auflagen sind allerdings hoch: Pro Person muss eine Fläche von 40 Quadratmetern zur Verfügung stehen, bei Sport auf der Matte oder an einem Gerät sind es zehn Quadratmeter. „In der Gymnastikhalle haben wir 60 Quadratmeter“, so Spitznagel. „Da könnte ich gerade mal mit fünf Leuten trainieren.“ 

Zeit-Problem

Die Kurse zu teilen und mehrfach anzubieten, scheitere an der Verfügbarkeit der Trainer, der Hallen und der Teilnehmer, die ja auch nicht immer Zeit hätten. „Individualsport und Kleingruppen, das wird die Zukunft sein, bis die Herdenimmunität erreicht ist“, mutmaßt sie. Wann Kontaktsportarten wie Judo und Karate oder Ballsport – Handball, Volleyball – wieder ausgeübt werden darf, sei nach wie vor unklar. 

In dieser Woche jedenfalls gibt es KT-Sport nur im Freien. „Das ist doch herrlich bei so einem Wetter, was will man mehr“, schwärmt eine Teilnehmerin. Auch die anderen Abteilungen freuen sich auf den Wiederbeginn: Die Ballsportler beispielsweise werden auf dem KT-Platz mit dem Konditionstraining anfangen. 

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