Kehl

Flüchtlingsprojekt Metall der Bürgerstiftung Kehl beendet

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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24. Juli 2017

Mit der Übergabe der Zertifikate endet für sechs junge Flüchtlinge das Qualifizierungsprojekt der Bürgerstiftung, zu dessen Gelingen viele Institutionen und Sponsoren beigetragen haben. ©Nina Saam

Vor einem Jahr ist das Flüchtlingsprojekt Metall der Bürgerstiftung Kehl an den Start gegangen. Am Dienstag bekamen die sechs jungen Männer ihr Zertifikat überreicht. Für alle Beteiligten ist klar, dass das preisgekrönte Projekt in die nächste Runde gehen wird.

Sie heißen Mohammed, Jirom und Yaya, kommen aus Afghanistan, Eritrea und Gambia und gehören zu den sechs jungen Männern, die nun das von der Bürgerstiftung Kehl (BSK) initiierte Qualifizierungsprojekt Metall abgeschlossen haben. Ein Jahr lang wurden sie intensiv auf das Leben in Deutschland und das Erlernen eines Berufes im Metallbereich vorbereitet. 

»Wie können wir helfen?«

»Als 2015 die vielen Flüchtlinge zu uns kamen, haben wir uns überlegt, wie wir helfen können«, berichtete Jörg Armbruster, Vorstandsvorsitzender der Bürgerstiftung, bei der Übergabe der Zertifikate am Dienstag in der Ausbildungsstätte der BAG (BSW Anlagenbau und Ausbildung GmbH). »Gleichzeitig wollten wir etwas gegen den Fachkräftemangel bei der heimischen Wirtschaft tun.« Die BAG hat schon Erfahrungen in der Qualifizierung junger Franzosen für den deutschen Arbeitsmarkt gesammelt. Dazu holte sich die BSK weitere Partner ins Boot: Die Sprachschule Interparla, die Jugendberufshilfe Ortenau und die Goldscheurer Firmen Maja und Kronen; dazu die Agentur für Arbeit und weitere Sponsoren.

Asylstatus spielte keine Rolle

Die jungen Männer besuchten vorher die VAB/O-Klassen an den Beruflichen Schulen Kehl. Sie wurden anhand ihrer Motivation und ihres handwerklichen Geschicks ausgesucht. Keine Rolle spielte der Asylstatus. Nach einem vierwöchigen Intensivsprachkurs ging es in die Werkstatt, daneben wurde weiter kräftig Deutsch gepaukt. Zudem wurden sie von Nadine Czeschla von der Jugendberufshilfe begleitet, die ihnen in den Dingen des Alltags behilflich war.

Große öffentliche Anerkennung

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Zwei Geflüchtete werden ab September bei der BAG zur Fachkraft Metall ausgebildet, einer geht zu Maja, einer zu Kronen. Für die beiden anderen werden noch Ausbildungsbetriebe gesucht. »Was uns überrascht hat, war die große öffentliche Anerkennung«, sagte  Armbruster. So bekam die BSK im Mai den Förderpreis der Stiftung Aktive Bürgerschaft überreicht, viele Politiker beglückwünschten die BSK zu ihrem Projekt, Anfragen aus der Wirtschaft häuften sich. »Das hat uns beflügelt, weiterzumachen«, so Armbruster.

Abgelehnter Bescheid

Ein Wermutstropfen: Zwei der Geflüchteten haben mittlerweile einen ablehnenden Bescheid bekommen. Dagegen haben sie mit Hilfe der Stiftung Widerspruch eingelegt. »Wir hoffen auf die Fünf-Jahres-Regelung«, so Armbruster. Diese besagt, dass Flüchtlinge, die sich in Ausbildung befinden, nicht zurückgeschickt werden dürfen – nicht während der dreijährigen Ausbildung und auch nicht zwei Jahre danach, in denen sie Berufserfahrung sammeln können. Im nächsten Jahrgang wird deshalb auch darauf geachtet, dass es anerkannte Flüchtlinge sind. »Das ist sicherer für die beteiligten Firmen«, so Karl Haase von der BSK. Schließlich zählt das Qualifizierungsjahr nicht zur eigentlichen Lehre. 

Frühere Zuteilung

Zudem soll im zweiten Jahrgang die »Zuteilung« früher beginnen, damit die jungen Männer schon in der Qualifizierungsphase zwei Tage in der Woche im zukünftigen Ausbildungsbetrieb sein können. Dies gibt auch den jungen Teilnehmern mehr Sicherheit. Es wird fünf Plätze geben: zwei bei der BAG, zwei bei der Bodersweierer Firma Nussbaum und einer beim Raiffeisen-Kraftfutterwerk. 
»Unser Weg ist der richtige«, ist Armbruster überzeugt. 

Projekte im Sozialbereich geplant

125 000 Euro kostete es, die sechs jungen Männer zu qualifizieren. »Auch sonst muss eine Firma im Schnitt etwa 20 000 Euro im Jahr für einen Lehrling aufwenden«, sagte er. »Für unsere braucht man halt ein Jahr länger.« Für weibliche Flüchtlinge soll es ein ähnliches Projekt in sozialen Berufen geben, ebenso Sprachpraktika in Kindergärten.

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