Kehl

Forscher testen in Sundheim autonome Drohnen

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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10. Juli 2019

(Bild 1/3) Die von Straßburger Wissenschaftlern entwickelte »Stork« ist in der Luft. ©Ellen Matzat

Wissenschaftler und Ingenieure testeten am Donnerstag auf dem Sundheimer Flugplatz die Flugeigenschaften von autonom fliegenden Drohnen. Sie sollen irgendwann viele tausend Kilometer Reichweite haben.

»Heute war die Zukunft zu Gast beim Aero-Club«: Holger Steindorf, der Vereinsvorsitzende, freute sich über die Flugvorführungen der Langstecken-Drohnen-Prototypen, die autonom eine Reichweite bis 5000 Kilometer erreichen sollen.
Im Rahmen eines zweiten Workshops wurden am Donnerstag rund 70 Teilnehmern aus Industrie, Forschungsinstituten und Hochschulen nach zweijähriger Projektlaufzeit der Stand der Projektentwicklung auf dem Gelände des Aero Club Kehl vorgeführt. Höhepunkt war eine Flugshow mit den beiden Prototypen der Langstrecken-Drohnen.

Dazu wurde die »Stork« von der Technischen Hochschule Straßburg (Insa) per Flugzeugschlepp nach oben gezogen während dies »Delta« der Hochschule Offenburg per Gummiseilstart abhob. Beide Drohnen demonstrierten ihre Flugfähigkeit sowie Agilität und Dynamik in der Luft. Loopings, Rollen, eindrucksvolle Überflüge und das fantastische Langsam-Flugverhalten wurden mit der Delta ebenfalls präsentiert. 

Bis zum Projektabschluss im Frühjahr 2020 soll der Elektroantrieb der Drohnen durch einen Verbrennungsmotor beziehungsweise Elektroantrieb mit Brennstoffzelle ausgetauscht werden. »Mit den Verbrennungsmotoren rechnen wir mit einer Reichweite bis zu 5000 Kilometern im vollautomatischen und autonomen Betrieb. Das reicht von Island nach Grönland und wieder zurück«, erklärte Professor Jörg Ettrich, stellvertretender Institutsleiter des IUAS der Hochschule in Offenburg. 

Die Drohne kann per Satellitenfunkverbindung verfolgt werden. Beim Start und der Landung muss allerdings Sicherheitspersonal auf dem Boden anwesend sein. Das Projektziel ist eine unbemannte zivile und kommerzielle Drohne, die als Low-Cost-Lösung mit möglichst geringen Kosten eine möglichst hohe Reichweite und Ausdauer hat.

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»Mit den handelsüblichen Quadcoptern hat man keine langen Flugzeiten«, erklärte Ettrich. Diese Drohne könne beispielsweise den Transport von Gütern wie Ersatzteilen, Medikamenten oder anderen Waren in entfernt gelegene Regionen übernehmen sowie über große Strecken hinweg Messungen über Luftreinheit durchführen, den im Meer treibenden Müll auffinden, Abgase von Schiffen messen, Ölspuren detektieren, Messungen im Sinne des Umweltschutzes machen sowie Wetterdaten aufzeichnen. 

Das sogenannte Elcod-Projekt wird auf EU-Ebene von Interreg 5 sowie auf der Landesebene vom Wissenschaftsministerium gefördert. »Hier geht es um Projekte, die trinational (Frankreich, Deutschland und Schweiz) zu einer potentiellen Anwendung bei Industrie, Hochschulen und Universitäten in der Region Oberrhein führen«, erklärte Ettrich. Die Aufgabenstellung sei, mit 25 Kilo möglichst lange Flugzeiten zu erreichen, ergänzte Institutsleiter Werner Schröder. 

Neben den Flugshows gab es Fachvorträge über Entwicklungsthemen innerhalb des Projektes wie über Flugregelung, Aerodynamik, Herstellung der Drohne, neue Materialien oder Sensorik. Abgerundet wurde das Programm durch mehrere über den Tag verteilte Flugvorführungen mit Helikoptern und Quadrocoptern. 

Für das Projekt sind neben den Professoren Werner Schröder und Jörg Ettrich von der Hochschule in Offenburg die französischen Kollegen Renaud Kiefer und Marc Vedrines von der Insa sowie Stéphane Le Calvé vom Institut CNRS (ebenfalls) als Projektleiter beteiligt. 

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