Frauenliste Kehl

Warum sich die Frauenliste Kehl auflöst

Autor: 
Sabine Schafbauer
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
19. Juli 2019

Die öffentlichen Bücherschränke auf dem Marktplatz werden auch nach der Vereinsauflösung weiterbetreut. ©Frauenliste

Einstimmig haben die Mitglieder der Frauenliste Kehl beschlossen, den Verein aufzulösen. Bei ihrer Jahresversammlung am Donnerstag wurde die weitere Vorgehensweise festgelegt.

Etwas enttäuscht zeigte sich Vorstandsfrau Claudia Mündel über die geringe Teilnehmerzahl bei der Mitgliederversammlung der Frauenliste. Von über 40 Vereinsmitgliedern waren nur zwölf Frauen der Einladung gefolgt, obwohl in der Tagesordnung die Vereins­auflösung Thema war. »Ich denke, das spiegelt wider, dass unsere aktive Zeit vorbei ist«, so Mündel. 

Bereits im April letzten Jahres hatte die Frauenliste beschlossen, keine eigene Liste mehr für die Kommunalwahlen zu stellen. In einer Klausurtagung wurde damals schon diskutiert, ob und wie der Verein weitergeführt werden sollte, denn er wurde 2003 gegründet mit dem Ziel, bei den Kommunalwahlen anzutreten, um den Frauenanteil im Gemeinderat zu erhöhen.

Daher gab es am Donnerstag auch keine weiteren Diskussionen mehr und es wurde einstimmig beschlossen, den Verein zum Jahresende aufzulösen. Als Liquidatorinnen wurden Claudia Mündel und Beate Westermann bestimmt. Nach der einstimmigen Entlastung des Vorstandes und der Kassiererin gab es ein kleines Dankeschön an die Vorstandsfrauen und die Betreuerinnen der öffentlichen Bücherschränke auf dem Marktplatz.

In einem kurzen Jahresrückblick zeigte Rita Markmann, dass die Frauenliste in den letzten zwölf Monaten dennoch sehr aktiv gewesen war.

Neben Aktionen zum Internationalen Frauentag haben die Vereinsfrauen zur Kommunalwahl eine fraktionsübergreifende Frauengruppe ins Leben gerufen, um politisch interessierte Frauen zu unterstützen. In Vorträgen und Workshops bekamen interessierte Frauen aus Kehl und Umgebung wertvolle Einblicke in die Kommunalpolitik. Durch die gegenseitige parteiunabhängige Unterstützung der Frauen untereinander konnten auch einige neue Kandidatinnen für die Kommunalwahlen gewonnen werden. 

- Anzeige -

Frauenstammtisch

Aus dieser Zusammenarbeit ist mittlerweile ein unabhängiger Frauenstammtisch für politisch interessierte Frauen entstanden, der sich regelmäßig am vierten Montag eines Monats in wechselnden Lokalitäten trifft. 
Das nächste Treffen findet am 29. Juli um 19 Uhr in der Pizzeria am Tennisplatz statt, neue Frauen sind willkommen. 

Ein wichtiges Anliegen der Mitglieder der Frauenliste sind die beiden öffentlichen Bücherschränke auf dem Kehler Marktplatz. 

Diese wurden im Mai 2012 von der Frauenliste aufgestellt und seither durch die Vereinsfrauen, vor allem von Ingrid Kaufmann und Sylvie Ramuz-Ihle, gepflegt. Da sich die Bücherschränke nach wie vor großer Beliebtheit erfreuen, möchten die Frauen dieses Angebot auch nach Auflösung der Frauenliste aufrechterhalten.

Im Herbst soll es noch ein Abschiedsfest geben und auch das traditionelle Weihnachtsessen wird wie gewohnt noch einmal stattfinden. Für die Zukunft können sich die Vereinsfrauen vorstellen, sich in größeren Abständen weiterhin zu treffen, denn durch die zurückliegenden 15 Jahre ist eine schöne Gemeinschaft entstanden. 

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 2 Stunden
Computerfreunde Kehl
Die wichtigsten Punkte der Hauptversammlung der Computerfreunde Kehl am vergangenen Freitag waren der Bericht des Vorsitzenden Günther Kirchhofer und die Neuwahlen. 
vor 5 Stunden
Im Kino
„Leidenschaft Ozean“ lautet der Titel einer 120-minütigen Live-Reportage des aus Kehl stammenden Meerebiologen und Filmers Uli Kunz, die am Montag, 17. Februar, ab 19 Uhr im Kehler Kinocenter zu sehen ist.
vor 5 Stunden
ÖPNV
In einer Pressemitteilung wirbt die Kehler Stadtverwaltung für das sogenannte Job-Ticket. Damit kommen Pendler an günstigere Preise für die Nutzung des ÖPNV.
vor 8 Stunden
Serie "Närrische Köpfe" Marlen
Zum 66. Mal veranstaltet die „Narrhalla Nelram“ in diesem Jahr ihre großen Prunksitzungen. Wir nehmen dieses närrische Jubiläum zum Anlass, in einer kleinen Porträtserie Menschen vorzustellen, ohne die eine Prunksitzung in Marlen schlechterdings nicht vorstellbar ist. Heute: Sitzungspräsident...
vor 10 Stunden
Aufmerksamer Zeuge
Nachdem im Januar innerhalb einer Woche drei Pferde im Kehler Raum mit Autos zusammengeprallt sind, geht die Polizei der Frage nach: Waren die Unfälle Zufall? Nun ist es in Kehl-Zierolshofen erneut zu einem Vorfall gekommen. Die Ermittler haben dadurch neue Erkenntnisse gewonnen. 
vor 11 Stunden
Willstätt
Zu einem „Weiberabend“ hatte das „Mühlen-Café“ Willstätt im Rahmen der „Kult-Tour“-Reihe eingeladen. Zu Gast waren Claudia Schuma und Irene Weber – und die nahmen kein Feigenblatt vor den Mund.
vor 14 Stunden
Hilfe für Indien und Afrika
Sauberes Wasser für die Ärmsten der Armen: Eine Firma aus Legelshurst unterstützt mit technischen Anlagen die Trinkwasseraufbereitung in Indien und verschiedenen Staaten Afrikas.
vor 16 Stunden
Hauptversammlung
Bei der Hauptversammlung des Leutesheimer Angelvereins am Freitag wurde der Vorstand im Wesentlichen bestätigt.
vor 16 Stunden
Sanierter Kindergarten eingeweiht
Wie viele Kindergärten der Stadt war auch die Einrichtung in Zierolshofen in die Jahre gekommen, sodass eine Sanierung und Erweiterung unumgänglich wurden. Am Sonntag feierte der Ort in der Erwin-Maurer-Halle die gelungene Sanierung. 
vor 23 Stunden
Theater der zwei Ufer
Am Samstag hatte das Theater der 2 Ufer einen prominenten Gast zu Besuch: Der bekannte Grünen-Politiker, Pfarrer und Moderator Norbert Großklaus, seines Zeichens Schirmherr des Theaters, erzählte aus dem Leben Molières nach dem Roman von Michail Bulgakow: „Das Leben des Herrn de Molière“ – von der...
20.01.2020
Polizeieinsatz
Zwei Armenier sind in der Nacht auf Montag in Kehl vor der Bundespolizei geflüchtet. Obwohl die Beamten einen „Stop-Stick“ einsetzten, konnten sie nach Frankreich fliehen. Dort konnten sie die französischen Polizisten jedoch aufspüren. Sie waren nicht ohne Grund geflohen. 
20.01.2020
Interview
Es bleibt dabei, dass Toten nur dann Organe entnommen werden können, wenn sie dem zuvor durch einen Spenderausweis zugestimmt haben – oder ihre Familienangehörigen dem später zustimmen. Wir sprachen mit dem Mediziner Rolf Ermerling in Kehl über den Beschluss und seine Bedeutung.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -