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Fremde Geschichten beim internationalen Leseabend

Autor: 
Moses Mielke (Text) und Franziska Jäger (Fotos und Slideshow)
Lesezeit 3 Minuten
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26. September 2014

(Bild 1/3) Kulturelle Vielfalt für die Ohren gab es am Mittwochabend in der Kehler Mediathek. ©Franziska Jäger

Eine Perserin, die ihre Tochter in Kehl besucht; eine Chinesin, die die Liebe in die Ortenau verschlagen hat; eine Türkin, die in Lahr als Anwältin arbeitet, eine Ukrainierin, die seit 20 Jahren in Deutschland lebt und eine Ecuadorianerin aus Oberkirch - so unterschiedlich sie auch sind, gemein war ihnen am Mittwochabend die Leidenschaft fürs Lesen.

Nicht nur Spanisch verstanden die Besucher der Lesung für Erwachsene am vergangenen Mittwochabend in der Mediathek. Im Rahmen der Interkulturellen Woche lasen Frauen aus fünf unterschiedlichen Nationen in ihrer jeweiligen Muttersprache vor.

Den Anfang machte Sara Zhang mit einer chinesischen Übersetzung des amerikanischen Romans »Julie & Julia« (Julie Powell). Die Chinesin lebt erst seit etwas mehr als einem Jahr in Kehl, ist der Liebe wegen in die Ortenau gekommen. Seitdem steht auch täglich Deutschunterricht beim Institut für Deutsche Sprache auf dem Programm. Diese kurze Zeit in Deutschland überrascht denjenigen, der die zierliche Frau sprechen hört und dabei merkt, dass die deutsche Sprache schon überraschend gut bei ihr sitzt.

Die chinesische Sprache sorgte im Kontrast dazu einmal mehr für Verblüffung beim Publikum: Wie kann man nur diese tausende von Lauten aussprechen? Aber auch Russisch faszinierte an diesem Abend, »obwohl man davon doch noch öfter in Kehl zu hören bekommt«, wie Mediatheks-Leiter Andreas Leister wusste. Dennoch war es ein Leichtes für die ukrainische Leserin, die Zuhörer mit ihrem slawischen Märchen ins Land der Zaren zu entführen.

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Es wurden längst nicht alle Texte übersetzt. Gemäß des Mottos »Gemeinsamkeiten finden – Unterschiede feiern« galt es vielmehr, den Klang, den Charakter der Sprachen zu erfahren, kennenzulernen und wertzuschätzen.

Im Laufe des Abends fanden sich immer wieder Anknüpfungspunkte für das Deutsche. Neben Eigennamen war zum Beispiel das russische Aschenputtel klar als »Printsessa« zu identifizieren.

Die Vorleserinnen waren so unterschiedlich wie die Werke, die sie vortrugen. Afsaneh Kiani aus dem Iran, gerade zu Besuch bei ihrer Tochter, las aus ihrem Lieblingsroman »Mein Onkel Napoleon« von Iraj Pezeshkzad. Viel Leidenschaft beinhaltete die Passage aus »Como agua para chocolate« - »Bittersüße Schokolade« von Laura Esquivel. Diese trug die Ecuadorianerin Catalina Lopez vor, die erst seit wenigen Jahren in Oberkirch wohnt. Den Abschluss kredenzte die Anwältin Gülsen Yildiz mit dem »Bastard von Istanbul« (Elif Shafak) auf Türkisch.

Im Anschluss an die jeweils etwa halbstündigen Lesungen gab es für die Teilnehmer die Möglichkeit, sich über die Erfahrung und das Erleben der fremden Sprache auszutauschen.

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