Kehl

Fröhlicher und nachdenklicher Liederabend

Karin Bürk
Lesezeit 3 Minuten
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14. Dezember 2023
Peter Teichmann und Klaus Hofsäss präsentierten die Bandbreite deutschsprachiger Liedermacher.

Peter Teichmann und Klaus Hofsäss präsentierten die Bandbreite deutschsprachiger Liedermacher. ©Karin Bürk

Ein Konzert zum Mitsingen mit dem Duo Peter und Klaus im Kulturcafé Kehl

„Gut wieder hier zu sein, gut euch zu sehen". Mit diesem Song von Urgestein Hannes Wader begrüßten die beiden Musiker Peter Teichmann und Klaus Hofsäss aus Bühl das Publikum im Kehler Kulturcafé.

Schade, dass nur so wenige musikbegeisterte Menschen am Freitagabend den Weg dorthin gefunden haben. Aber die, die gekommen waren, um zwei wunderbare Interpreten zu hören, wie Hans-Jörg Huber vom Kulturcafé in seinen Begrüßungsworten anmerkte, kamen voll auf ihre Kosten und belohnten die Musiker immer wieder mit kräftigem Applaus.

Mit dem Lied „Ein Leben lang, was heißt das schon“ von Peter Wyoming Bender tauchten die beiden Musiker in die unerschöpfliche Vielfalt deutscher Songpoeten ein. Fast 40 Lieder hatten sie an diesem Abend mitgebracht, die die verschiedenen Facetten des menschlichen Leben widerspiegelten, von Liebe, Trennung, Traurigkeit und Schmerz erzählten oder gar von Grausamkeiten, wie in Ludwig Hirschs „Die Weihnachtstraurigkeit“. Georg Danzers 1978 veröffentlichtes Lied “Die Freiheit“ ist heute aktueller denn je und stimmt nachdenklich, genau wie das wahrscheinlich beste Antikriegslied über den toten Soldaten, der mit 19 Jahren sein Leben lassen musste. Mit seiner ausdrucksstarken Stimme malte der Rockmusiker Teichmann mit diesem Lied Bilder in die Köpfe der Zuhörer, die berühren, die mitfühlen lassen, nachdenklich machen und hängen bleiben. Sekundenlanges Schweigen nach dem letzten Ton; die Betroffenheit war unter den Zuhörern deutlich zu spüren.

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Peter Teichmann verstand es hervorragend, die anspruchsvollen Texte von Liedermachern wie Reinhard Mey, Hannes Wader und Klaus Hoffmann auf seine eigener Weise zu interpretieren, wie das nicht ganz jugendfreie „Amsterdam“ von Jacques Brel oder dem ausdrucksstarken depressiven Liedgut „Johnny Walker“ von Marius Müller-Westernhagen, bei dem die Zweideutigkeit des Texts das ganze Dilemma eines Alkoholikers deutlich macht. Gefühlvoll und fast schon zärtlich wirkt dagegen Karats „Über sieben Brücken musst du gehen“ und Peter Maffays „Ich wollte nie erwachsen sein“.

Unterstützung findet Teichmann durch das harmonisierende Pianospiel seines musikalischen Partners Klaus Hofsäss, der die Interpretationen durch seine Begleitung eher noch verstärkt. Man spürt, dass die Chemie zwischen den beiden Jungs stimmt. Immer wieder lockern sie mit kleinen Gags ihre musikalischen Darbietungen auf und animieren die Zuhörer zum Mitsingen.

Die Texte ihrer interpretierten Lieder sind lebensecht, oft philosophisch, manchmal auch voller beißend-satirischer Kritik und doch strahlen beide Musiker stets einen gewissen tröstlichen Optimismus aus, denn sie singen und spielen nicht nur ihre Lieder; sie leben diese auch. Viel zu schnell vergingen die fast drei Stunden mit dem Chansons-Duo Peter und Klaus – sehr zum Bedauern der wenigen Zuhörer, die aber mit drei Zugaben den Liederabend zu schätzen wussten.

Mit ihren Lieblingsstücken „Mein Weg“ von Klaus Hoffmann und dem passenden Schlusslied „Gute Nacht, Freunde“ packten die beiden Musiker für diesen Abend endgültig ihre Noten ein. Ein Liederabend, der geradezu nach einer Wiederholung schreit.

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