Glauben

Für eine geschlechtergerechte katholische Kirche

Autor: 
Sabine Schafbauer
Lesezeit 3 Minuten
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07. Oktober 2019

Frauenfrühstück im Rahmen der Aktionswoche Maria 2.0. ©Sabine Schafbauer

Bei einem ökumenischen Frauenfrühstück am Samstag im Marienhäusle wurde im Rahmen der Aktionswoche „Maria 2.0 – Frauen bewegen Kirche“ die Rolle der Frauen im frühen Christentum genauer betrachtet.

Ganz genau ging es um eine Spurensuche nach bedeutenden Frauen zu Zeiten Jesu. Anhand des Dokumentarfilms „Jesus und die verschwundenen Frauen“ entdeckten die teilnehmenden Frauen, dass bei Jesus schon vor 2000 Jahren Geschlechtergerechtigkeit herrschte, obwohl die Zeit damals ausgesprochen männergeprägt war.

Maria wichtige Frau

Vor allem Maria aus Magdala war eine sehr wichtige Frau, die von Jesus selbst zur Apostelin ernannt wurde, um seine Lehren zu verbreiten. Im Laufe der Jahrhunderte wurde sie von den katholischen Männern mehr und mehr zur Hure degradiert. 
Apokryphen belegen, dass es ein Evangelium von Maria gibt, das aber nie in einen biblischen Kanon aufgenommen wurde. Phoebe, die zu Zeiten des Paulus den Grad einer Diakonin hatte und die Briefe von Paulus nicht nur überbrachte, sondern auch auslegte und lehrte, wurde mit der Zeit zu einer unbedeutenden Helferin. Die Untersuchung und genaue Übersetzung frühchristlicher Inschriften hat ergeben, dass auch Junia eine Apostelin war. Aus ihr wurde kurzerhand für lange Zeit ein Junias in den biblischen Schriften. Erst in der neuen Einheitsübersetzung taucht Junia als Frau wieder auf. Die letzte im Film vorgestellte Frau war Lydia, die erste Frau, die sich von Paulus taufen ließ. „Es ist historisch und theologisch falsch, dass Jesus nur Männer in seinen Reihen hatte“, betonte Elvira Rich Armas. 

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Ohne Frauen läuft nichts

Die katholische Frauengemeinschaft Deutschlands, der sich auch die Kehler Frauen angeschlossen haben, treten für eine geschlechtergerechte Kirche sowie für die Gleichstellung von Frauen und Männern in der Gesellschaft ein. Im Anschluss an den Film diskutierte die Frühstücksrunde darüber, was passieren würde, wenn die Frauen aus den Gemeinden verschwinden würden. „Die Gemeinde würde zusammenbrechen“, brachte Anni Fischer die verschiedenen Beiträge auf den Punkt. 

Den Aspekt, dass der Papst für die Weltkirche entscheiden müsse, wollen die Frauen nicht länger gelten lassen. Schon jetzt gäbe es weltweit große Unterschiede in der Religionsausübung der katholischen Gemeinden, da sollte es möglich sein, dass Veränderungen zum Beispiel länderweise eingeführt werden. „Zu Zeiten Jesu war jede Gemeinde anders, das muss Rom wieder lernen“, forderte eine der Frauen. 
Dass sich mittlerweile auch Ordensfrauen erheben und mehr Befugnisse einfordern, sieht die Frauenbewegung als sehr positives Zeichen der Solidarität. Die gewünschten Veränderungen werden sicher nicht von heute auf morgen eintreten, aber die Frauen sind entschlossen, sich mit geduldiger Beharrlichkeit für eine geschlechtergerechte Kirche einzusetzen.

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