Kontrollen zwischen Kehl und Straßburg

Für Feuerwerk gilt ein Einfuhrverbot nach Frankreich

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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30. Dezember 2017
Einfuhr von Feuerwerk nach Frankreich verboten: Böller-Kontrollen gestern bei der Pierre-Pflimlin-Brücke Goldscheuer.

Einfuhr von Feuerwerk nach Frankreich verboten: Böller-Kontrollen gestern bei der Pierre-Pflimlin-Brücke Goldscheuer. ©Michael Müller

Seit Donnerstag darf in den Kehler Geschäften wieder Silvesterfeuerwerk verkauft werden. Erfahrungsgemäß sind dann auch wieder Kunden aus dem Elsass unter den Käufern. Doch die müssen wegen der nach wie vor geltenden Einfuhrrestriktionen mit Kontrollen rechnen. Und auch die Präventions-Streifen werden wieder unterwegs sein.

Böllern in der Silvesternacht ist – anders als im überwiegenden Rest Frankreichs – im Elsass eine durchaus weit verbreitete Tradition. Doch seit fast zehn Jahren wird jedes Jahr auf der anderen Rheinseite ein Einfuhrverbot für Silvesterfeuerwerk der Klasse 2 erlassen. Offizielle Begründung der Präfektur: In den Jahren zuvor war es in der Silvesternacht immer wieder zu schwerwiegenden Verletzungen gekommen; Autos gingen in Flammen auf, und sogar Polizisten wurden mit Pyrotechnik beschossen. 2013 hatte es sogar einen Toten gegeben.

In diesem Jahr wird die französische Polizei die Einhaltung der Bestimmungen auch wieder kontrollieren. Da sei mit »intensiven Stichproben-Kontrollen« zu rechnen, berichtet der stellvertretende Leiter des Kehler Polizeireviers, Patrick Schote. 

Kontrollen auf Brücken und in der Tram

Demnach wird es Kontrollposten an der Europabrücke in Kehl, an der Pierre-Pflimlin-Brücke zwischen Altenheim und Eschau und auch an der Rheinbrücke Freistett–Gambsheim geben, ebenso an der Passerelle. Und auch in den Zügen der Tram-Linie D, die seit Frühjahr zwischen dem Bahnhof Kehl und Straßburg verkehrt, müssen Fahrgäste damit rechnen, dass ihnen Beamte der »Police Nationale« in die Einkaufstüten schauen wollen. Der Kontrolldruck scheint Wirkung zu zeigen: Wurden 2010 noch rund 1500 Kilogramm Böller und Raketen von den französischen Polizeibeamten konfisziert, waren es 2015 »nur« noch rund 900 Kilogramm. 

In diesem Jahr wird auch wieder eine deutsch-französische Streife in der Kehler Innenstadt bis hinunter zum Rheintal-Center in Sundheim unterwegs sein und Kunden aus dem Elsass auf die Einfuhrrestriktionen aufmerksam machen. Im vergangenen Jahr fielen diese Streifen erstmals seit Jahren aus. Grund war die Überlastung der französischen Beamten, die seit den Pariser Terroranschlägen verstärkt anderweitig gefordert waren. 

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Flugblätter klären auf

Unter anderem haben die Beamten Flyer dabei, die sie an den Mann bringen oder in den Geschäften auslegen. Die Maßnahme habe vor allem präventiven Charakter, so Patrick Schote. Direkt einschreiten können die Beamten auf deutschem Boden nicht – Ausnahme: Wenn gegen die Bestimmungen zum Abbrennen von Feuerwerkskörpern verstoßen wird – etwa weil die Böller zu früh gezündet werden und/oder die Feuerwerker offensichtlich zu jung sind, um mit Böllern hantieren zu dürfen. Den Verkauf indes können die Beamten nicht unterbinden – der ist schließlich legal.

Sichere Böller erkennen

Illegal ist indes der Umgang mit ungeprüftem Feuerwerk. Geknallt werden darf nur mit Böllern und Raketen, die eine Prüfnummer der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder eine CE-Kennzeichnung tragen. Wer ungeprüfte oder gar selbst gebastelte Feuerwerkskörper abbrennt, begibt sich nicht nur selbst in Lebensgefahr, er begeht auch einen Verstoß gegen das Sprengstoffgesetz. Aber, so Patrick Schote, »solche Fälle sind mir noch nie untergekommen«. 
Geböllert werden darf laut Gesetz auch nicht in unmittelbarer Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altenheimen sowie Reet- und Fachwerkhäusern. Weitere Einschränkungen sieht die Polizeiverordnung der Stadt Kehl nicht vor.
 

Mehr zum Thema: Wie Tiere unter Böllern leiden

Hintergrund

Feuerwerk – so ist’s richtig

Tipps der Polizei zum sicheren Umgang mit Feuerwerkskörpern: 

• Silvesterfeuerwerk nur in regulären Geschäften (etwa Supermärkten) kaufen. Dort kann man sicher sein, in Deutschland zugelassenes und damit sicheres Feuerwerk zu erhalten. 
• Zugelassene Böller sind bei ordnungsgemäßem Gebrauch handhabungssicher, deshalb: Gebrauchsanleitung aufmerksam lesen und diese konsequent einhalten. 
• Nur Feuerwerkskörper verwenden, die optisch keine Mängel erkennen lassen. 
• Feuerwerkskörper nur auf ebenen und freien Flächen abbrennen. Äste, Balkone oder andere Hindernisse dürfen nicht in der Flugbahn der Feuerwerkskörper sein. 
• Immer einen ausreichenden Sicherheitsabstand zu Personen und Gebäuden einhalten. 
• Zum Abschuss von Raketen geeignete »Rampen« (etwa schwere Flaschen) verwenden. Sind an Feuerwerkskörpern Hilfsmittel zum sicheren Stand (z.B. Klappfüße) vorhanden, diese unbedingt nutzen. Das Abbrennen von Feuerwerk in geschlossenen Räumen ist streng verboten. 
• Funktioniert das Feuerwerk nicht, mindestens 15 Minuten warten und sich in dieser Zeit nicht nähern. Danach kann das Feuerwerk zum Beispiel in einen mit Wasser gefüllten Eimer gelegt und anschließend im Hausmüll entsorgt werden.

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