Kehl
Dossier: 

Gastronomie-Neustart mit Fragezeichen

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 4 Minuten
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19. Mai 2020

Vielerorts erinnern Hinweisschilder an die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. ©Stadt Kehl

Der Kommunale Ordnungsdienst der Polizeibehörde berät die Kehler Gaststättenbetreiber derzeit direkt vor Ort bei den dringendsten Fragen.

Speisegaststätten können landesweit seit Montag wieder öffnen; dabei müssen jedoch eine Vielzahl von Vorgaben beachtet werden. Martin Büchele, Mitarbeiter des Kommunalen Ordnungsdienstes der Polizeibehörde, berät die Kehler Gastronomen vor Ort bei den dringendsten Fragen: Wie viele Gäste dürfen gleichzeitig bewirtet werden? Was ist wann zu desinfizieren? Wann muss wer eine Maske tragen?

„Wir haben in der vergangenen Woche mit den Beratungen von Wirtshäusern in den Ortschaften begonnen“, sagt er. „Seitdem steht bei uns das Telefon nicht mehr still.“

„Gäste dürfen am Tisch ihren Mund- und Nasenschutz abnehmen“, erklärt Büchele einem Kehler Restaurant-Besitzer bei der Beratung im Lokal. „Sobald er sich allerdings erhebt, muss er diesen wieder aufsetzen, egal ob er nach Hause oder nur schnell aufs Klo geht.“ Ein erleichtertes Nicken des Betreibers folgt als Antwort. Viele der Vorgaben seien auf dem Papier zwar verständlich, doch der persönliche Besuch des Ordnungsdienstes erklärt auch Sonderfälle an Beispielen direkt im Lokal. 

Maskenpflicht

„Mitarbeiter müssen beim Kontakt mit Kunden zu jeder Zeit eine Schutzmaske tragen“, erklärt Büchele auf die Frage des Thekenpersonals. „Eine Plexiglasscheibe kann hier den Arbeitsalltag erleichtern, da der Mundschutz dahinter nicht verpflichtend ist.“ Ansonsten gelte die Maskenpflicht für den Kunden und die Mitarbeiter im kompletten Innenraum.

„Desinfektionsmittel ist an den zentralen Punkten aufzustellen“, fährt er fort. „Damit ist vor allem der jeweilige Außenbereich, der Ladeneingang und die Toilette gemeint.“ Der Kunde sei vom Personal darauf hinzuweisen, vor dem Betreten des Restaurants und nachdem er gegessen hat, seine Hände zu desinfizieren. Dieser Informationspflicht kommt der Betreiber des Kebab-Lokals unter anderem mit selbst erstellten Plakaten nach, die überall im Speiseraum verteilt sind. „Die Hinweisschilder zum Thema Maskenpflicht und Hygiene sind vorbildlich“, lobt  Büchele.

Daten der Gäste 

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Zur Datenerfassung, die zum Neustart Pflicht ist, erklärt er: „Sobald auf dem Grundstück der Gaststätte gegessen oder getrunken wird, muss jeder Kunde und jede Kundin den Name, die Adresse sowie Datum und Uhrzeit des Besuches hinterlegen.“ Auf diesem Weg erhaltene Daten müssen für das Gesundheitsamt aufbewahrt und nach vier Wochen wieder gelöscht werden. 

Im Speiseraum des Lokals hat der Besitzer nur jeden zweiten Tisch bestuhlt. Büchele empfiehlt, nicht benutzte Möbel zu entfernen oder mit Hinweisschildern zu versehen. „Ein Tisch wird von Gästen doch oftmals als Sitzgelegenheit verstanden“,  erklärt er. „Ansonsten interessiert uns im Speisebereich der Mindestabstand von 1,5 Meter und die Beschränkung auf zwei Haushalte pro Tisch.“

Die Anzahl der Personen an einem Tisch sei nicht begrenzt. Somit gebe es auch keine Obergrenze der zu bewirtenden Gäste.  Trennwände zwischen den einzelnen Gruppen seien zwar vorbildlich, aber nicht zwingend vorgegeben, erklärt er. 

„Stehplätze sind in den Lokalen momentan nicht erlaubt, an Stehtischen müssen Hocker bereitgestellt werden“, erläutert Martin Büchele. Von dieser Regel ausgenommen bleibt der Fenster-Verkauf, der in diesem Laden betrieben wird. „Ein offenes Buffet ist ebenfalls verboten.“ Falls ein Restaurant – ähnlich wie beim hier beratenen Kebab-Lokal – ein Salatbuffet anbieten möchte, muss das Personal diese Speise selbst anrichten und ausgeben.

Automaten in Betrieb 

Die beiden Glücksspielautomaten, welche der Besitzer bereits in einem Hinterzimmer verstaut hat, dürfen mit einem Mindestabstand von 1,5 Meter und unter Berücksichtigung der Hygienevorschriften ebenfalls wieder in Betrieb genommen werden. „Der Betreiber des Lokals ist selbst dafür verantwortlich, dass es vor den Maschinen nicht zu einem Gedränge oder dergleichen kommt“, erklärt Büchele, als er mit dem Inhaber des Lokals einen geeigneten Platz für die Automaten sucht. 

Wieder auf dem Marktplatz angekommen, resümiert Martin Büchele: „Am Ende können wir nur den Rahmen des Neustarts vermitteln.“

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