Kehl

Gedächtnistrainer zu Gast in der Tulla-Realschule

Autor: 
Franziska Jäger
Lesezeit 4 Minuten
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10. Oktober 2016

(Bild 1/2) Flipcharts und Filzstifte braucht Gregor Staub nur, um die Tricks seiner Lernmethodik zu veranschaulichen. Eigentlich, erfährt das Publikum, reicht für das Behalten von mehreren Begriffen in kürzester Zeit als Hilfsmittel der eigene Körper und der Raum, in dem man sich befindet. Die Schüler der Tulla-Realschule haben am Mittwoch ganz schön viel gelernt. ©Franziska Jäger

Schneller lernen, fit im Kopf bleiben: Der Schweizer Gedächtnistrainer Gregor Staub verriet am Mittwoch in der Tulla-Realschule, wie das geht. Schüler, Lehrer und Eltern erhielten Einblick in die von Staub selbst entwickelte Methode des »Mega Memory«.

Gregor Staub steht auf der Bühne der Aula und fragt die Schüler, wie viele Englisch-Vokabeln sie an einem Nachmittag lernen können. »Weniger als 20«, antworten die meisten. Dann macht Staub die Beine lang, streckt die Brust raus, hält den Kopf gerade und setzt das Mikrofon an. »Nùeng, sóng, sâm, sii, há.« Staub spricht jetzt auf Thailändisch. Sein Ziel: Die Schüler sollen in neun Minuten 30 thailändische Wörter lernen. 

Bei der Zahl fünf brüllt der Saal vor Lachen. »Heeyy«, kommt es aus Staubs Mund, und dabei zieht er die Wort-Endung so lang und verdreht seinen Kopf ganz betont in den Nacken, dass man fast denken könnte, gleich kommt irgend ein Witz. Aus allen Ecken hört man Gekicher und Gekasper – das Eis ist gebrochen.

Der Schweizer Gedächtnistrainer Gregor Staub verblüffte am Mittwoch mit alltagstauglichen Strategien und praktischen Übungen zum Gedächtnistraining. Die Tulla-Realschule hatte Staub als internationalen »Überflieger« auf diesem Gebiet eingeladen. Schüler der Klassenstufen fünf bis zehn, Lehrer und Eltern erhielten einen Einblick in die von Staub selbst entwickelte Methode des »Mega Memory«. So verriet er Tipps und Tricks, wie man sich Dinge besser merken kann, wie man mehr Vokabeln schneller lernt und wie man »rechnet wie die Inder«.

»Entscheidend ist, ob man motiviert ist oder nicht«, erläutert der studierte Betriebsökonom, der in Thailand lebt und Vorträge in Deutschland, der Schweiz, Österreich, Liechtenstein und Belgien hält. »Man muss sich darauf freuen, am Tag 200 Vokabeln in Latein oder Französisch zu lernen.«

Staub erzählt von dem Cabaret-Abend, an dem er mit seiner Frau um die 70 Witze hörte. »Am nächsten Tag stellten wir fest, dass wir uns nur noch an vier Witze erinnern konnten. Weil wir das Gehörte nicht aktiv im Kopf verknüpft haben«, erklärt er. 

US-Präsidenten gelernt

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Das Prinzip der Eselsbrücke ist jedem bekannt: Man findet zu dem Begriff, den man sich merken will, eine Verbindung – und da ist sie, die Eselsbrücke. Gregor Staub hat dieses Prinzip in Vollendung ausgebaut und zur Grundlage seiner Schulungen gemacht. So hat er mit seiner Methode zum Beispiel dazu beigetragen, dass eine junge Frau nach nur sechs Monaten fließend Chinesisch gelernt hat und so zum Studieren an eine chinesische Universität ging, erzählt er.

Vieles merke man sich, in dem man Geschichten um einen Begriff spinnt, so Staub. Der Gedächtnistrainer demonstriert das: Er fragt zehn Schüler nach ihren Namen, einige Sekunden später wird er alle Namen dem richtigen Gesicht zuordnen können. »Wie heißt du?« – »Simge.« – »Aha, Simge, die simst die SMS schnell wie ein Gewehr.« »Leila«: So heißt ein berühmter Song von Eric Clapton. »Elise«? »Da denke ich mir Beet­hoven im Kopf.« 

Fassungslos sind die Schüler, als Staub den Jugendlichen zeigt, wie man die Namen der letzten zehn US-Präsidenten innerhalb von fünf Minuten im Kopf behält. Eselsbrücke für Eisenhower bis Obama sind Tafel, Filzstift oder Feuerlöscher im Raum. 

Tränen vor lauter Lachen

Der Gedächtnistrainer arbeitet mit Symbolen und Klangbildern – und zeigt schließlich, dass man auch kompliziert erscheinende Potenzrechnungen im Handumdrehen mit der »indischen Methode« lösen kann.

Gregor Staub gelingt es am Ende nicht, den Schülern in neun Minuten 30 thailändische Wörter beizubringen. Es gelingt ihm in einer viel kürzeren Zeit – indem er die Wörter mit Körperteilen vom Zeh bis zum Scheitel assoziiert. 

Und dann, als Staub den Schülern die Zahl 5555 vorsagt (mit ganz viel »Heeyy«), haben sogar die Lehrer Tränen in den Augen.

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