Willstätt

Gemeinde Willstätt lud erstmals zum Neujahrsempfang

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11. Januar 2020

(Bild 1/3) Glückauf: Zusammen mit Schornsteinfeger Dirk Mayer und mit Unterstützung aller fünf Ortsvorsteher schnitt Bürgermeister Christian Huber die Neujahrsbrezel an. ©Günter Ferber

Erstmals veranstaltete die Gemeinde Willstätt am Donnerstag einen Neujahrsempfang in die Sander Festhalle. Dabei rief Bürgermeister Christian Huber die Willstätter auf, mit Mut und Weitblick die nötigen Veränderungen anzugehen.

Bei seinem Amtsantritt im März hatte Christian Huber betont, es gelte auf einen fahrenden Zug aufzuspringen.  „Angehalten haben wir nicht“, betonte Willstätts Bürgermeister am Donnerstag beim ersten Neujahrsempfang der Gemeinde Willstätt in der Sander Festhalle. Und das trotz Kommunalwahlen und mehreren Personalwechseln im Rathaus.

Neue Wege bei Werbung für Personal

Leicht sei es nicht gewesen, kompetente Nachfolger zu finden. Bei der Werbung um neues Personal will die Gemeinde künftig mit kurzen, pfiffigen Videoclips für offene Stellen und Initiativbewerbungen neue Wege gehen. Die ersten Clips sollen in Kürze auf der Homepage der Gemeinde zu sehen sein, kündigte Huber an. 

Stichworte für 2020

Und damit war er auch schon bei dem angelangt, was er „Zukunft gestalten“ nennt. Doch um das Morgen zu gestalten, müsse man das Vergangene kennen und das Jetzt verstehen. Stichworte, was 2020 geplant ist, nannte er einige:  
◼ Der neue Jugendgemeinderat wird Ende Januar erstmals tagen. 
◼ Am Mittwoch ist Spatenstich fürs neue Feuerwehrhaus in Legelshurst.
◼ Der Waldkindergarten bei Legelshurst wird wegen der großen Nachfrage voraussichtlich bereits in diesem Sommer an den Start gehen.
◼ Infrastruktur: Umbau des Rappenplatzes, Umgestaltung der L 90 beim Tankhof in Sand, Kanalsanierungen und der Bau weiterer Radwege an.
◼ Die Gemeinde will eine Strategie entwickeln, um dem vom Bund geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung an Grundschulen gerecht zu werden.
◼ Ein Konzept zum flächendeckenden Glasfaser-Ausbau.
◼ In der Finanzpolitik soll mehr Wert auf Nachhaltigkeit gelegt und ein Sanierungskonzept für Hallen und öffentliche Gebäude erarbeitet werden.
◼ Neuregelung der Gebühren für die Nutzung gemeindeeigener Einrichtungen.
◼ Auf einer Klausurtagung wollen Gemeinderat und Verwaltung Eckpfeiler für die Zukunft der Gemeinde festgelegt werden. Das Ziel heißt: Landwirtschaft, Umweltschutz und Gemeindeentwicklung in Einklang bringen.

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Offene Frage Lebensmittel-Nahversorgung

Es gibt aber auch noch „Leerstellen“ – Stichworte etwa: Lebensmittel-Nahversorgung und neue Ortsmitte Legelshurst. Auch spreche einiges dafür, dass sich die Konjunktur eintrübt, was den finanziellen Spielraum der Kommunen einengen werde. Dennoch appellierte er an die Willstätter, mit Mut und Weitblick die nötigen Veränderungen anzugehen.

Eisenmann: Gräben zuschütten

Für die Kirchen sprach Pfarrer Andreas Eisenmann ein Grußwort. Er hatte dazu eine Kiwi mitgebracht. Der Name dieser Frucht könne aber auch für „Kirche in Willstätt“ stehen. Der schwarze Kern sei die Botschaft Christi, das grüne Fruchtfleisch verglich er mit den Menschen, ohne die Kirche sinnlos wäre. Dazwischen sei das Weiße – „das schneidet man gern weg“. Aber auch das gehöre dazu. „Vielleicht gelingt es uns, auch das anzunehmen, was uns nicht so liegt“, meinte er. Er forderte dazu auf, aufgeschlossen Neues anzugehen, Gräben zuzuschütten und Grenzen zu überwinden.

Für den „guten Ton“ sorgte der Musikverein Legelshurst. Dessen Vorsitzender Martin Schmieder sprach ein Grußwort im Namen der örtlichen Vereine. Diese leisteten viel Arbeit fürs Gemeinwohl und trügen zum Zusammenhalt in der Gemeinde bei.

Stichwort

Land ehrt Manfred Knauer

Eigentlich wollte er keine feierliche Zeremonie – doch natürlich kam er um eine öffentliche Ehrung nicht herum: Seit 19 Jahren ist Manfred Knauer aus Willstätt als Schöffe tätig. Grund genug für Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann, ihm die Landesehrennadel zu verleihen. Bürgermeister Christian Huber übergab ihm Auszeichnung und Urkunde.

Stichwort

Pedalritter für ein besseres Klima ausgezeichnet

Im Frühjahr beteiligte sich Willstätt erstmals an der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“. Die fleißigsten Pedalritter für ein besseres Klima wurden am Donnerstag beim Neujahrsempfang der Gemeinde ausgezeichnet.
Beim „Stadtradeln“ geht es darum, möglichst viele Kilometer beruflich und privat CO2-frei mit dem Rad zurückzulegen. Ziel ist es, möglichst viele Menschen für das Umsteigen auf das Fahrrad im Alltag zu gewinnen und so einen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten. 

Die Idee stieß in Willstätt auf fruchtbaren Boden. 178 Teilnehmer in 16 Gruppen machten laut Gemeindeverwaltung mit. Sie erradelten exakt 44 296 Kilometer. Damit belegte Willstätt bei den Kommunen unter 10 000 Einwohnern bundesweit Platz 18 unter 300 teilnehmenden Kommunen. In Baden-Württemberg kam Willstätt in ihrer Größenklasse auf Rang 6 von 70. Über sechs Tonnen CO2 konnten dadurch eingespart werden. „Das haben wir ziemlich gut hinbekommen“, resümierte Bürgermeister Christian Huber.

Das mit 42 Pedalrittern zahlenmäßig mit Abstand größte Team stellte die Moscherosch-Schule. Die meisten Kilometer erradelte das Offene Team (9026). Das beste individuelle Ergebnis verbuchte Ilona Schweitzer (2046 Kilometer) vor ihrem Mann Andreas (1934). Eine ganze Reihe weiterer Radfahrer kam auf ein Gesamtergebnis zwischen 500 und 1500 Kilometern. Sie alle wurden ebenso auf der Bühne geehrt wie die Kapitäne der jeweiligen Teams.

Auch in diesem Jahr will die Gemeinde sich wieder an der Aktion beteiligen.

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