Willstätt - Eckartsweier

Gewässerschau an der Schutter bei Eckartsweier

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
Jetzt Artikel teilen:
08. September 2018

Die Schutter bei Hohnhurst: ein idyllisches Flüsschen – aber im Hochwasserfall nicht unproblematisch. ©Michael Müller

Der Zweckverband »Hochwasserschutz Schuttermündung« plant für kommenden Mittwoch eine Gewässerschau an der Schutter zwischen Hohnhurst und Eckartsweier. Dabei wird untersucht, ob der Hochwasserschutz noch gegeben ist, und ob und wo gegebenenfalls nachgebessert werden muss.

Rund 55 Kilometer lang ist das Flüsschen Schutter. Es fließt von Schweighausen im Schuttertal durch den Schwarzwald bis Lahr und dann in nördlicher Richtung durch die Rheinebene durch Friesenheim, Neuried, Schutterwald und Willstätt und mündet schließlich bei Kehl in die Kinzig. Ein an vielen Stellen durchaus idyllischer Naturfluss, ohne ausgesteinte Ufer, die das Wasser in ein festes Bett zwängen.

Früher öfters Hochwasser-Probleme

Doch sie kann auch ziemlich ungemütlich sein. »Früher gab es öfter mal Probleme mit Hochwasser«, weiß Norbert Seidler, früher Ortsbaumeister  von Willstätt und einer der vier Verbandsingenieure des Zweckverbandes »Hochwasserschutz Schuttermündung«. Der Zweckverband war in den 1980er Jahren gegründet worden – zusammen mit dem Zweckverband »Hochwasserschutz Schuttermittellauf«, der inzwischen im ZV »Schuttermündung« aufgegangen ist. Die Gründung war Konsequenz aus dem letzten großen Hochwasser 1983, bei dem zwischen Lahr und Kehl rund 80 Quadratkilometer Flächen überflutet wurden. 

Wasser fließt nur langsam ab

Gerade auch der Abschnitt, wo das Flüsschen die Rhein­ebene durchquert, ist durchaus heikel. Da das Terrain flach ist und kaum Gefälle hat, fließt der Fluss hier relativ langsam. Wenn es dann doch passieren sollte, dass der Fluss nach Dauerregen über die Ufer tritt, kann es lange dauern, bis das Wasser wieder abgeflossen ist. »Wir können das Wasser schließlich nicht in der Hosentasche wegtragen«, so Seidler. Gerade Eckartsweier ist nach seinen Angaben die am stärksten von Hochwasser bedrohte Ortslage entlang der Schutter. 

Und so kümmert sich der Zweckverband laufend im Auftrag der Mitgliedsgemeinden um den Hochwasserschutz. Die großen Baumaßnahmen aus dem Hochwasserschutzkonzept sind zwar inzwischen im Wesentlichen fertig, so Seidler, »aber die Unterhaltung dessen, was da ist, muss konsequent durchgehalten werden.« 

Jedes Jahr nehmen Experten des Verbandes bei Begehungen verschiedene Abschnitte des Flusses unter die Lupe. Am kommenden Dienstag etwa ist der Abschnitt zwischen Hohnhurst und Eckartsweier an der Reihe. 

- Anzeige -

Man muss auch mal Nein sagen

Das oberste  Ziel des ZV lautet: keine Veränderungen der Ufer zum Nachteil des Wasserabflusses. Das lässt sich jedoch nur zusammen mit den Anliegern realisieren – denn die meisten Uferabschnitte sind in Privatbesitz. »Da kann es dann auch sein, dass man zu einigen Vorhaben der Grundbesitzer in den Uferbereichen Nein sagen muss, weil sie den Abfluss des Wassers gefährden könnten«, so Seidler.

Nutria-Bestände nehmen zu

Ein weiteres Problem sind Nutria und Bisam. Vor allem die Nutria-Bestände nehmen zu. Probleme machen die Tiere, weil sie ihre Höhlen in die Ufer graben und damit auch Schutzdämme »durchlöchern« können. Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt: Guter Rat ist teuer. »Mit Schießen allein löst man das Problem nicht«, weiß Seidler. 

Reiz­thema Gewässerrandstreifen

Lange Jahre ein Reiz­thema waren die Gewässerrandstreifen. Sie sollen nicht nur verhindern, dass Dünge- und Pflanzenschutzmittel in die Flüsse geraten, sondern sollen auch die Erosion der Uferbereiche verhindern. Der Zweckverband versucht, die dafür nötigen Flächen den Landwirten abzukaufen. Inzwischen steige jedoch deren Bereitschaft, mit dem ZV zusammenzuarbeiten, freut sich Seidler.

»Interessen sind nicht immer gleich«

Der Zweckverband lädt denn auch nicht nur die direkt Betroffenen ein, bei der Gewässerschau mitzumachen. Man wolle keine Gegnerschaft, versichert Seidler – aber »die Interessenlagen sind nun mal nicht immer gleich«.

Weitere Artikel aus der Kategorie: Kehl

vor 4 Stunden
Prüfungen
Die Kehler Zeitung interviewte sieben Schülerinnen aus der Abschlussklasse 2018/19 der Tulla-Realschule zu ihren Prüfungen. 
vor 7 Stunden
Familienmusical
Wetterbedingt musste das Familienmusical »Die Zauberflöte«, das auf der Oper von Wolfgang Amadeus Mozart basiert, am Sonntag in die Stadthalle ausweichen. Die kleinen Zuschauer verfolgten dennoch gebannt die kindgerecht dargebotene Handlung. 
vor 10 Stunden
Kindermusical
Wieder einmal hatten die Kinder- und Jugendchöre der evangelischen Singschule Kehl unter Leitung von Bezirkskantorin Carola Maute ein anspruchsvolles und ansprechendes Musical auf die Beine gestellt, diesmal sogar mit professioneller Regieunterstützung durch den Theaterpädagogen Horst Kiss.
vor 13 Stunden
Ortsvorsteher
Während es im Gemeinderat einige Ab- und Zugänge gab, bleibt in der Riege der Ortsvorsteher fast alles beim Alten – lediglich Kehls kleinste Ortschaft, Hohnhurst, hat ein neues Oberhaupt gewählt. Volker Lutz folgt Michaela Moschberger nach, die für den Posten nicht mehr zur Verfügung stand.
vor 16 Stunden
Personal
Drei neue Angestellte konnte Bürgermeister Christian Huber vor kurzem im Team der Willstätter Gemeindeverwaltung begrüßen. 
vor 16 Stunden
Umwelt
Wie man bestehende Freiflächen für die Produktion von Fotovoltaik-Strom nutzen könnte, haben die Mitglieder des Arbeitskreises Energie und Klimaschutz bei ihrer Sitzung im Rathaus erfahren. Dabei stand vor allem der naturschutzverträgliche Ausbau von Photovoltaik im Vordergrund. 
vor 17 Stunden
Legelshurst
Der Streit um die neuen Betreuungszeiten in der Kinderkrippe »Zwergenhaus« in Legelshurst ist vom Tisch. Nachdem ein erster Vorschlag der Gemeindeverwaltung auf erhebliche Vorbehalte bei den Eltern stieß, hat man nun gemeinsam eine neue Lösung gefunden. Einfach war die Lösungsfindung allerdings...
vor 21 Stunden
Entlassfeier
Das Kehler Wirtschaftsgymnasium hat am Freitag im Rahmen der Abschlussfeier in der Korker Gemeindehalle 38 Abiturienten entlassen. Mit 2,47 haben die jungen Männer und Frauen den besten Notendurchschnitt seit 15 Jahren zustande gebracht.
14.07.2019
Kino
Etwas ganz Besonderes waren die Kehler Kurzfilmtage des Film- und Fotoclubs Kehl, die zum 60. Clubgeburtstag erstmals im Kinocenter Kehl gezeigt wurden. Die Idee wurde zusammen mit Inhaber Joachim Junghans geboren, der selbst schon über Jahrzehnte Mitglied im Film- und Fotoclub ist.
14.07.2019
Eggs Filmecke
Kollege Martin Egg ist leidenschaftlicher Cineast. Wann immer er im Kehler Kino einen neuen Film sieht, äußert er an dieser Stelle seine Meinung. Heute zu: "Ein Becken voller Männer" - nicht so lustig, wie uns Trailer und Plakat glauben machen.
14.07.2019
SV Leutesheim
Ab kommenden Freitag, 19. Juli feiert der SV Leutesheim vier Tage lang sein traditionelles Sportfest. Im Mittelpunkt steht die Partynacht am Samstagabend mit »No Change«.
14.07.2019
Europarat
Bei der »Enter! Youth Week« des Europarates repräsentierten Kehler Einstein-Gymnasiasten die deutsche Delegation. Eine Woche lang diskutierten die Schüler mit Jugendlichen aus 47 anderen Ländern über die sozialen Rechte von jungen Menschen.

Das könnte Sie auch interessieren

- Anzeige -
  • Die »Stand-up-Paddle-Boards« sind der Renner des Sommers.
    12.07.2019
    Erhältlich im EMUK Store in Lahr
    Durch einsame Landschaften streifen, sich frei fühlen und die Natur genießen – Camping ist Urlaub der besonderen Art. Doch was sollten Reisende einpacken? Hier sind aktuelle Trends für den Urlaub im Freien – und im Wasser.
  • 11.07.2019
    Edelbrennerei Wurth
    Gin, Whisky, Edelbrände – alles aus der Region, alles aus einer Hand und in höchster Qualität, das verspricht die Edelbrennerei Markus Wurth aus Altenheim. Neben Kooperationen mit heimischen Partnern ist das Familienunternehmen auch im Ausland inzwischen sehr erfolgreich.
  • 10.07.2019
    Offenburg
    Essensstände mit besonderen Leckereien sorgen für Genuss, Musiker und Illumination für Flair: Bei »Genuss im Park« wird der Offenburger Zwingerpark ab Donnerstag, 25. Juli, und bis Samstag, 27. Juli, wieder das stilvolle Ambiente für ein besonderes Fest sein.
  • 06.07.2019
    Ratgeber
    Was tun, wenn eine Krise in unser Leben bricht? Der Ortenberger Unternehmer Joachim Schäfer hat mit der Insolvenz seiner Firma genau das durchleben müssen – und einen Weg heraus gefunden. Seine Erkenntnisse teilt er nun in einem Buch, das nicht ein Autor, sondern nur er schreiben konnte, wie...