Ortschaftsrat

Goldscheuer diskutiert Bebauungsplan "Schlossergasse"

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17. März 2019

Noch gar nicht einverstanden ist man mit dem, was die Stadtplanung für das weiter westlich Grundstück an der Ecke Turnhallenstraße/Schlossergasse gegenüber dem »Wilden Mann« vorgelegt hat. ©Michael Müller

Die Ortschaft Goldscheuer ist mit dem Entwurf für den Bebauungsplan »Schlossergasse« in Marlen grundsätzlich einverstanden. Allerdings machte der Ortschaftsrat am Donnerstag vor allem für das Grundstück gegenüber des Gasthauses »Wilder Mann« Nachbesserungsbedarf geltend.

Mitte Dezember beschloss der Kehler Gemeinderat auf Initiative des Ortschaftsrates Goldscheuer die Aufstellung des Bebauungsplans »Schlossergasse« in Marlen im beschleunigten Verfahren. 
Ziel ist eine geordnete städtebauliche Entwicklung des rund 2,4 Hektar großen Areals zwischen Schlossergasse, Kehler Straße und Narzissenweg, das unmittelbar an den Ortskern Marlen anschließt. Die Stadt hat im Plangebiet keine eigenen Flächen.
Dabei geht es vor allem um darum, die rückwärtigen Grundstücke zu erschließen, um dort eine Wohnbebauung zu ermöglichen. Hierfür hat die Abteilung Stadtplanung zwei Varianten vorgelegt. Beide sehen vor, das Areal über eine Verbindungsstraße zwischen Schlossergasse und Narzissenweg zu erschließen. 

Variante 2, die die Erschließung der östlich gelegenen Grundstücke an der Kehler Straße über zwei von der Verbindungsstraße abzweigende Stichstraßen vorsieht, wurde jedoch sowohl von der Stadtplanung als auch vom Ortschaftsrat verworfen – vor allem wegen des höheren Flächenverbrauchs. 

Die rückwärtigen Teile der Grundstücke an der Kehler Straße sollen nun über Zufahrten erschlossen werden, die von der Verbindungsstraße abzweigen. Sie sollen im Bebauungsplan als nicht überbaubare Grundstücksflächen festgesetzt werden und im Rahmen einer Umlegung in städtisches Eigentum übergehen.

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Wichtig ist Ortsverwaltung und Ortschaftsrat vor allem, eine zu starke Nachverdichtung im Ortskern zu verhindern. Die von der Stadtplanung vorgelegten Pläne »gefallen mir noch nicht ganz«, betonte Ortsvorsteher Richard Schüler am Donnerstag im Ortschaftsrat. Bislang sind die Festsetzungen auf ein Mindestmaß beschränkt. Hier müsse die Verwaltung konkreter werden, so die allgemeine Forderung. Schüler sprach sich etwa dafür aus, zwei Stellplätze je Wohneinheit festzuschreiben. Manfred Kruss (Freie Wähler) sprach sich für mehr Einfamilienhäuser aus. Allgemein lautete die Forderung, die neue Bebauung solle sich stärker am Altbestand orientieren. »Sonst werden wir Überraschungen erleben«, meinte er. 

Thema »Wilder Mann«  

Noch gar nicht einverstanden ist man mit dem, was die Stadtplanung für das weiter westlich Grundstück an der Ecke Turnhallenstraße/Schlossergasse gegenüber dem »Wilden Mann« vorgelegt hat. Die Einbeziehung des Grundstücks in den Geltungsbereich des Bebauungsplans hatte der Gemeinderat abgelehnt, sodass eine mögliche Bebauung nach Paragraf 34 Baugesetzbuch (»Zulässigkeit von Vorhaben innerhalb der im Zusammenhang bebauten Ortsteile«) zu beurteilen wäre. Der Ortschaftsrat hatte daher Zielvorgaben formuliert und die Stadt aufgefordert, Entwicklungsmöglichkeiten für dieses Gebiet aufzuzeigen. Die Stadtplanung hatte dementsprechend in ihrer Beschlussvorlage zwei Varianten skizziert, von denen eine auch Mehrfamilienhäuser mit maximal drei Geschossen und 12 bis 18 Wohneinheiten für möglich hält. Dies jedoch gehe gar nicht und sei »völlig unrealistisch«, so Schüler. 
Der Ortschaftsrat forderte die Stadt auf, im Rahmen des weiteren Verfahrens die Planung für das über 3000 Quadratmeter große Areal zu konkretisieren. Noch ist Zeit: Noch gibt es laut Schüler keine konkreten Verkaufsabsichten.

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