Kehl - Marlen

Goldscheuerer Rat lehnt Eschenweg-Pläne weiter ab

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09. November 2018

Mit der vorgesehenen Bebauung dieses Grundstücks im Eschenweg in Marlen ist die Mehrheit des Ortschaftsrates Goldscheuer nach wie vor nicht einverstanden. ©Martin Egg

Mit dem geplanten Bau zweier Mehrfamilienhäuser am Eschenweg in Marlen kann sich die Mehrheit des Ortschaftsrates Goldscheuer nach wie vor nicht anfreunden. Am Donnerstag lehnte das Gremium mit jeweils 8:5 Stimmen sowohl den Bauantrag als auch die Aufhebung der Veränderungssperre ab.

Schon seit Monaten arbeiten sich die politisch Verantwortlichen in Goldscheuer an dem geplanten Bau zweier Mehrfamilienhäuser auf einem Grundstück am Eschenweg in Marlen ab. Zentrale Frage ist: Wie viel Innenentwicklung ist dem »Dorfcharakter« zuträglich, und wie stark darf man die Bebauung im Ortskern verdichten?

Zuletzt Mitte Juli war das Bauvorhaben Thema einer Anhörung im Ortschaftsrat Goldscheuer. Bislang gab es nur eine Bauvoranfrage. Doch inzwischen liegt der Bauantrag vor, wie Ortsvorsteher Richard Schüler am Donnerstag im Ortschaftsrat berichtete. 
Bekanntlich hatten die Investoren das Projekt abgespeckt, die Gesamtzahl der Wohneinheiten von 15 auf 12 reduziert und auch die Architektur verändert. Die Planung sieht zudem zwei Parkplätze je Wohneinheit vor und weist diese auch nach. Auch die Feuerwehr und das Abfallentsorgungsunternehmen MERB erheben gegen das Vorhaben in der jetzt vorliegenden Form keine Einwände. Die Wasserleitungen sind ausreichend, hieß es; allerdings müssten die Kanalisationsleitungen aufdimensioniert werden – und zwar so, dass auch weitere Bauvorhaben auf bislang unbebauten Grundstücken im Ortskern möglich werden. 

Kruss: Nach wie vor zu groß

In der Aussprache wurde schnell deutlich, dass sich an der Ablehnungsfront im Ortschaftsrat nichts geändert hat. Vor allem Manfred Kruss (FWV) war mit den Aussagen der Fachbehörden nicht einverstanden. Das Vorhaben sei nach wie vor zu groß dimensioniert, monierte er. »Wir wollen unseren dörflichen Charakter behalten.« Zudem, warnte auch Jürgen Neie (CDU), könnten weitere Grundstücke in der Ortschaft in den Fokus von Investoren geraten. Würde der Bauantrag genehmigt und die Veränderungssperre aufgehoben, mache man ein Fass auf, das man nicht mehr zu bekommt, so Kruss. 

Domhan: »Geld ist billig« 

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Er wie auch Erwin Domhan (SPD) warnten denn auch vor einem »Ausverkauf«. Geld sei derzeit billig, so Domhan. Man müsse sich überlegen, wie die Ortschaft in 10 oder 20 Jahren aussehen könnte. Da müsse man die Entwicklung schon steuern können. 

Sigg: Flächenverbrauch verringern

Richard Schüler plädierte demgegenüber für das Vorhaben. Zudem hätten Bauherren das gesetzlich verbriefte Recht, dass über ihren Bauantrag innerhalb der vorgeschriebenen Frist entschieden wird. Rolf Sigg (SPD) sprang ihm bei. »Dorf« bedeute auch, dass genügend Flächen für die Landwirtschaft vorhanden sind. Die Zukunft könne da nur sein: Flächenverbrauch vermeiden durch Innenentwicklung und die Landschaft nicht zuzubauen. Auch die Kubatur der Häuser bleibe im Rahmen: Es gebe in Marlen schon jetzt größere und höhere Gebäude.

Machen Ortschaftsräte noch Sinn?

Die Stadtverwaltung hält das Projekt in der vorliegenden Form für genehmigungsfähig und empfiehlt, die Veränderungssperre aufzuheben. Dem konnte der Ortschaftsrat nicht folgen: Mit 8:5 Stimmen lehnte er den Beschlussvorschlag ab.
Am Mittwoch wird sich der Gemeinderat mit dem Thema befassen. Nur er kann die Aufhebung der Veränderungssperre beschließen; der Ortschaftsrat wird nur »angehört«. Besser wäre es jedoch, der Gemeinderat würde abwarten, bis der Bebauungsplan »Kirchstraße«, der derzeit noch im Verfahren ist, Rechtskraft erlangt hat, kritisierte Manfred Kruss. Sollte der Gemeinderat tatsächlich die  Veränderungssperre aufheben, müsste man sich die Frage stellen, ob Ortschaftsräte überhaupt noch Sinn machen, wenn sie »nichts zu sagen haben«. 

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