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Kehl

Gospelchor »Golden Harps« in der Kehler Friedenskirche

Ostergeschichte wurde eindringlich dargestellt
18. April 2017
&copy Sabine Schafbauer

Eine außergewöhnliche Darstellung der Ostergeschichte bot der Gospelchor »Golden Harps« am Samstag in der Friedenskirche. Mit Stücken des norwegischen Dirigenten Tore W. Aas gestalteten die Sänger ein einzigartiges Erlebnis.

»Das Osterkonzert ist immer ein ganz besonderes Erlebnis für uns«, erzählt Chorleiter Friedhelm Matter zu Beginn des diesjährigen Osterkonzerts des Gospelchors »Golden Harps«. Bereits zum 18. Mal sang der Chor am Samstag zu Ostern in einer Kehler Kirche, aber dieses Jahr war dennoch alles neu. 

Ausschnitte aus Gospel-Oratorium »Messiah«
Mit Stücken aus dem in Deutschland noch unveröffentlichten Gospel-Oratorium »Messiah« von Torre W. Aas sowie aus dessen Gospelmessen »Gloria« und »Credo« erzählte der Chor die Lebensgeschichte Jesu bis zu seiner Kreuzigung und Auferstehung. Die »Golden Harps« feiern dieses Jahr ihr 20-jähriges Bestehen. Deshalb sollte auch das traditionelle Osterkonzert außergewöhnlich werden. 

»Reise durch das Leben Jesu«
»Ich lade Sie ein zu einer Reise durch das Leben Jesu«, so Matter, und es fiel den Zuhörern nicht schwer, ihm zu folgen. Die kraftvollen Stimmen der Sänger erfüllten die große Kirche und erzählten von Jesu Leben und Wirken. Die kurzen Lesungen von Bibeltexten wie »Brot des Lebens« und »Lebendiges Wasser« wurden musikalisch dargestellt, wobei einzelne Solisten aus dem Chor die Rollen der Figuren aus den Bibeltexten spielten. Sehr beeindruckend war die Szene zum Bibeltext »Freispruch«, als Jesus sagte: »Wer unter euch noch nie gesündigt hat, der werfe den ersten Stein.« Die Darbietung des Gospelchors war so eindringlich, dass die Botschaft direkt bei den Zuhörern ankam. Untermalt wurde die Musik von einer stimmungsvollen Beleuchtung, die immer wieder die Farbe wechselte. 

Angst und Verzweiflung
Beklemmend wurde die Stimmung, als es dann zur Festnahme Jesu kam. Nicht der Verrat an Jesu wurde thematisiert, sondern die Angst und Verzweiflung von Jesus im Moment seiner Verurteilung und Kreuzigung. Das Opfer, das er nach christlichem Glauben für die Menschheit erbrachte, wurde greifbar, das Ausmaß dieses Geschenkes verdeutlicht. Ebenso emotional donnerte danach die Freude über seine Auferstehung durch die Reihen, und Erleichterung machte sich breit. »Hallelujah, Christ Is Risen« lautete die Botschaft, und jeder konnte spüren, dass etwas ganz Besonderes passiert war. 

Stehende Ovationen 
Die Gäste hielt schließlich nichts mehr auf den Kirchenbänken: Mit stehenden Ovationen belohnten sie den Chor für das ergreifende Konzert und die wunderbaren Stimmen. Am Ende zogen die Sänger mit »Shine Your Light« durch die Kirche um sich hinter den Zuhörern noch einmal aufzustellen. Das Hoffnung verbreitende Lied zusammen mit den lieblichen Stimmen wirkte wie eine sanfte Umarmung zum Abschluss, viele Besucher sahen sich an und wünschten ihren Banknachbarn spontan »Frohe Ostern«.

Autor:
Sabine Schafbauer