Wahlkampf 1

Grüne halten an Geothermie fest

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Redaktion
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26. Januar 2021

Grüne sehen erneuerbare Energien als zentralen Beitrag zum Klimaschutz an. ©Carsten Rehder/dpa

Online-Wahlkampf der Grünen zur Energiewende mit Staatssekretär Baumann und dem Landtagskandidaten.

„Windenergie, Solarstrom und Geothermie – Wie können wir die Energiewende hier vor Ort gestalten? Über diese Frage sprach Grünen-Landtagskandidat für den Wahlkreis Kehl, Bernd Mettenleiter vergangene Woche in einem Online-Format mit Bürgern und dem Staatssekretär im Staatsministerium und Bevollmächtigten des Landes Baden-Württemberg beim Bund, Andre Baumann. Als Staatssekretär im Landesumweltministerium bis Januar 2020 und früherer Nabu-Landesvorsitzender gilt er als ausgewiesener Umwelt- und Energieexperte.

Mettenleiter verdeutlichte, dass die Erzeugung von Energie aus erneuerbaren Energien ein zentraler Beitrag zum Klimaschutz sei. „Unsere Region bietet Wind im Schwarzwald, Sonne in der Rheinebene und Wärme aus der Erde. Neben dem Schutz des Klimas werden wir durch die lokale Produktion von Strom und Wärme unabhängig von ausländischen Öl- und Gasimporten. Ebenso schafft die Energiewende hier in der Ortenau Arbeitsplätze in Zukunftstechnologien und sichert unsere Stärke als Exportweltmeister.“ 

Baumann teilte die Einschätzung von Mettenleiter und sieht Baden-Württemberg auf einem guten Weg. „In den letzten zehn Jahren wurde der Anteil der Erneuerbaren Energien an der Stromproduktion in Baden-Württemberg verdoppelt. Jedoch müssen wir diesen Weg ambitioniert weitergehen, denn nur so können wir die Klimaneutralität bis zum Jahr 2050 schaffen“.

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Danach wurden Projekte aus der Region rege diskutiert. Ein Vertreter der „Bürgerinitiative Tiefe Geothermie“ fragte, welche Zukunft diese nach den induzierten Erdbeben habe. Baumann sagte, dass das in der dortigen Anlage angewendete Bohr-Verfahren in Baden-Württemberg nicht genehmigungsfähig wäre. In Straßburg sei mit zu großem Druck Wasser in den Untergrund verpresst worden. „Die tiefe Geothermie soll nur für die Wärmeversorgung verwendet werden, nicht für die Stromerzeugung; auch darin unterscheiden wir uns zum Standort im Elsass. Und ganz klar: In Genehmigungsverfahren wird umfassend geprüft und nur genehmigt, wenn die Technologie sicher genutzt werden kann“, so Baumann. Mettenleiter fügte hinzu: „Wichtig ist auch die Festlegung von Haftungsfragen zugunsten der Hausbesitzer.“ 

Matthias Griebl, Betreiber einer Windenergieanlage auf der Hornisgrinde, berichtete von den idealen Bedingungen einer Windenergieanlage dort und seinen Plänen, eine zweite Anlage zu bauen. Vor allem die von Griebl vorgestellten umfangreichen Begleit-Maßnahmen zum Schutz des Auerhuhns überzeugten die Zuhörenden, dass Energiewende und Artenschutz gemeinsam verwirklicht werden können.

Ein Teilnehmer berichtete von den Plänen einer Freiflächen-Fotovoltaik-Anlage in Oberkirch. Baumann meinte, dass solche Projekte in vielfacher Hinsicht Vorteile bieten würden. „Die Wertschöpfung erfolgt vor Ort in den Kommunen, die Stromproduktion setzt kein CO2-frei und in den umzäunten Flächen können sich geschützte bodenbrütende Vogelarten ansiedeln und Naturoasen entwickeln.“

Mettenleiter machte deutlich, dass für ihn kein Weg an einer ökologischen Modernisierung unserer Wirtschaft vorbeiführe. „Baden-Württemberg ist eine der innovativsten Regionen auf der ganzen Welt. Wir müssen die Herausforderungen der Zukunft annehmen und mit unserem Erfindergeist Lösungen für die Zukunft bereitstellen. Der Energiewirtschaft kommt dabei eine Schlüsselrolle zu und wir können und müssen vor Ort unseren Beitrag dazu leisten.“
 

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