Land gibt für Schulausbau 30 Prozent Zuschuss

Grundschule Auenheim erhält einen zweiten Rettungsweg

Autor: 
Antje Ritzert
Lesezeit 3 Minuten
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24. Januar 2020

Die jahrelange Verzögerung der Baumaßnahmen erweist sich jetzt als Glücksfall für die Stadt: Für den Neubau des WC-Trakts (rechts) der Auenheimer Grundschule gibt es 90 000 Euro Zuschuss vom Land. ©Antje Ritzert

Es gibt gute Nachrichten für die Grundschule Auenheim: Der zweite Rettungsweg soll endlich realisiert werden. Kosten der Maßnahme: 600 000 Euro. Der Gemeinderat muss den Plan noch absegnen.

Wenn alles wie geplant läuft, können die Kinder der Auenheimer Grundschule ihr Dachgeschoss ab Sommer nächsten Jahres wieder ohne Einschränkung nutzen. Derzeit dürfen sich aus brandschutztechnischen Gründen höchstens 20 Schüler in der obersten Etage des Gebäudes aufhalten. Eine Begehung der Feuerwehr im Jahre 2013 hatte nämlich ergeben, dass genau so viele Kinder mit der Drehleiter aus dem Dachgeschoss gerettet werden können, falls der erste Rettungsweg (über das Treppenhaus) verraucht ist.

Grünes Licht

Zwar gab es drei Jahre später vom Gemeinderat grünes Licht, einen zweiten Rettungsweg im Bereich des Sanitärtrakts zu planen und diesen für 300 000 Euro umzubauen. Doch das Projekt musste – sehr zum Ärger des Auenheimer Ortschaftsrats – immer wieder verschoben werden. 

Im Nachhinein hat der Aufschub aber auch sein Gutes: 2018, als vom Land das Schulsanierungsprogramm aufgelegt wurde, konnte die Kehler Stadtverwaltung das Bauprojekt in diesem Fördertopf unterbringen. „Die Stadt bekommt jetzt für die 300 000 Euro einen Zuschuss von 30 Prozent“, verkündete Michael Heitzmann die gute Nachricht. Der Leiter des Kehler Gebäudemanagements stellte die Baupläne am Donnerstagabend auf der Ortschaftssratsitzung in Auenheim vor.

Alle Kosten, die später noch hinzukämen, müsse die Stadt aber zu hundert Prozent tragen, so Heitzmann. Und in der Tat muss die Verwaltung jetzt noch einmal tief in die Tasche greifen, um das Bauprojekt zu stemmen. Denn bei den Baugrunduntersuchungen im Sommer letzten Jahres hatte sich herausgestellt, dass der Boden unter dem WC-Trakt sehr labil ist und ein Umbau nur durch eine neue, aufwendige Pfahlgründung realisiert werden kann. Ansonsten wäre das Risiko zu hoch, dass sich der Anbau nach den Umbaumaßnahmen weiter setzt und sich die Risse, die schon jetzt bestehen, noch vergrößern.

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Dieser Umstand brachte die Stadtverwaltung auf einen neuen Plan: Sie schlägt vor, den WC-Trakt ganz abzubrechen und neu zu bauen. Diese Variante kostet zwar 100 000 Euro mehr als der Umbau, hätte aber den Vorteil, so Heitzmann, dass die Schule einen zusätzlichen Kellerraum erhielte und der Anbau nach den geltenden Vorschriften hinsichtlich der Energieeinsparverordnung gebaut werden könne. Kostenpunkt: 600 000 Euro.

Aufzug möglich

Der Ortschaftsrat diskutierte auf seiner Sitzung auch die Möglichkeit eines Aufzugs, um das Gebäude im Zuge der Baumaßnahmen komplett barrierefrei zu gestalten. Michael Heitzmann bezifferte die Kosten für einen Lift auf etwa 300 000 Euro. Er verwies zudem auf die zusätzliche Fläche, die dafür benötigt und vom Schulhof abgezwackt werden müsse. 

Die Rektorin der Schule, Monika Ziegler, sah keine Notwendigkeit für einen Aufzug: „In den 15 Jahren, in denen ich in Auenheim bin, hatten wir noch nie die Situation, dass wir einen Aufzug gebraucht hätten“, sagte sie auf der Sitzung. Außerdem könne sie ein Kind mit besonderem Bedarf auch im Erdgeschoss einschulen. 

Angesichts dieser Aussage und den Kosten, die mit dieser Maßnahme verbunden wären, entschied sich der Ortschaftsrat einstimmig gegen einen Aufzug. Falls der Gemeinderat dem Plan zustimmt, könnten die Abbrucharbeiten im August beginnen.

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