Kehl
Dossier: 

Handel und Gastronomie hoffen auf einen guten Sommer

Autor: 
Saam, Nina
Lesezeit 4 Minuten
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29. April 2021
Einzelhändler und Gastronomen scharren mit den Hufen. Aber auch die Kunden sehnen sich nach Normalität.

Einzelhändler und Gastronomen scharren mit den Hufen. Aber auch die Kunden sehnen sich nach Normalität. ©Nina Saam

Ab heute ist wieder wegen zu hoher Inzidenzzahlen nur noch Click & Collect erlaubt. Stadt, Gastronomie und Einzelhandel schauen aber nach vorne und entwickeln Konzepte für die Öffnung.

Die einen planen Werbeaktionen und haben die zugehörigen Briefe in dreistelliger Zahl schon fix und fertig vorliegen. Die anderen überlegen, wie sie ihre Außengastronomie vergrößern könnten. Und der Gemeinderat hat beschlossen, dass Biergärten in diesem Sommerferien bis Mitternacht geöffnet bleiben dürfen.

In die Verzweiflung darüber, dass im Einzelhandel vom heutigen Donnerstag an wieder nur noch vorbestellte Ware abgeholt werden kann und sich für Gastronomen noch immer keinerlei Öffnungsperspektiven abzeichnen, mischt sich immer mehr die Hoffnung auf die bevorstehende warme Jahreszeit.

„Wir werden sicher einen guten Sommer haben“, sind sich Oberbürgermeister Toni Vetrano und Wirtschaftsförderin Fiona Härtel in den Videokonferenzen am Dienstag, 27. April, mit Einzelhändlerinnen und -händlern sowie Gastronomen einig: „Die Leute sehnen sich danach, wieder in die Gaststätten gehen zu können.“

Beratung gefragt

Auf ähnliche Sehnsüchte setzen auch die Einzelhändler: Einige Kunden hätten nach mehr als einem Jahr Pandemie mit monatelangen Geschäftsschließungen genug von Online-Einkäufen und wollten beraten werden, suchten das Gespräch mit dem Verkaufspersonal.

Außerdem hätten viele durch Homeoffice, mangelnde Ausgeh- und Feiermöglichkeiten auch gar nicht das Bedürfnis gehabt, Kleidung und Schuhe zu kaufen. Dass die Kauflust mit den Öffnungen wieder zurückkommt, darauf setzen die Geschäftsinhaberinnen und -inhaber ebenso wie auf die Hoffnung, dass ein Teil des gesparten Geldes in den lokalen Handel fließt.

„Wir sind immer noch da“, lautet ihre Botschaft an die Kehlerinnen und Kehler, auch wenn in den Geschäften die Ware gerade wieder nur telefonisch oder online bestellt und dann abgeholt werden kann. Im Gespräch mit Oberbürgermeister Vetrano wünschen sie sich, dass er die Mitarbeitenden der Stadtverwaltung auf diesen Umstand hinweist und dass die Unternehmer in der Stadt in ihren Firmen das Gleiche tun.

Denn bei aller Hoffnung auf den Sommer gilt auch: Der lokale Einzelhandel wird die Pandemie nur überleben, wenn die Kunden zurückkehren und wenigstens ein Teil des entgangenen Geschäftes nachgeholt werden kann.

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Einkaufen nach Terminvereinbarung reicht dazu nicht aus – vor allem, wenn dafür ein tagesaktueller negativer Corona-Schnelltest vorzuweisen ist. „Click & Meet ist kein Kundenbringer“, stellen die Einzelhändlerinnen und -händler im Gespräch mit Oberbürgermeister Toni Vetrano und Fiona Härtel fest. Seit Samstag, seit durch die Bundesnotbremse wenigstens diese Art von Einkaufen wieder möglich wurde, seien die Kunden nicht gerade in die Läden geströmt.

Selbst bei Friseuren seien aufgrund der Testpflicht Termine abgesagt worden, wird berichtet. Zu viele Menschen scheuten davor zurück, sich testen zu lassen, heißt es.

„Komfortable Lage“

Dabei findet die Teststrategie der Stadt mit Teststationen vor der Anker-Apotheke in der Fußgängerzone, vor dem Rathaus, in der Stadthalle auf dem Bahnhofsplatz und dem Läger und jetzt auch noch vor dem dm-Markt in Sundheim viel Anerkennung. Man könne sich spontan und ohne große Wartezeit testen lassen, „in einigen anderen Städten ist das viel schwieriger“, hat Fiona Härtel festgestellt. „Wir haben hier in Kehl eine komfortable Lage, weil wir schon sehr früh reagiert haben.“ Einig sind sich die Händlerinnen und -händler, dass sie sich jetzt schon, einzeln und gemeinsam, auf die Öffnung vorbereiten und Aktionen für die Kundinnen und Kunden organisieren wollen.

Dass die Gastronomie bislang noch in keinem Öffnungskonzept vorkommt, macht den Café- und Restaurantbetreibern schwer zu schaffen. „Wir machen uns Gedanken, wie wir unterstützen können, wenn geöffnet werden darf“, versichert OB Vetrano. So sollen für zusätzliche Flächen für die Außengastronomie keine Sondernutzungsgebühren erhoben werden; im Gemeinderat will sich Toni Vetrano dafür einsetzen, dass die Sondernutzungsgebühren für die öffentlichen Flächen den Gastronomen und Einzelhändlern in diesem Jahr komplett erlassen werden.

Der Gemeinderatsbeschluss, dass Biergärten bis Mitternacht (anstatt wie üblich bis 23 Uhr) geöffnet bleiben dürfen, gelte auch für die Ortschaften, versicherte er. Fiona Härtel rief die Wirte dazu auf, möglichst bald mit den Anwohnerinnen und Anwohnern ins Gespräch zu gehen, Konzepte zu entwickeln und Vereinbarungen zu treffen.

"Alonso" macht wieder auf

Dennoch brauche man zusätzliche Aktionen, gerade für Gastronomen, die keine oder nur sehr kleine Außenbereiche hätten. Vielleicht könnten auch in Kehl – wie es in Straßburg angedacht sei – kleinere Straßen temporär gesperrt werden, um hier Biergärten und Café-Terrassen zu ermöglichen.

Während Toni Vetrano hier keine Zusagen in Aussicht stellen wollte, konnte Fiona Härtel berichten, dass das "Alonso" am Marktplatz wieder eröffnen werde und auch der Pächter des neuen Cafés neben dem „El Bolero“ quasi in den Startlöchern stehe.

Darüber hinaus rechnet sie damit, dass bald bekannt gegeben werde, wer ins ehemalige Kaufhaus Schneider einziehen werde. „Insgesamt ist das eine positive Entwicklung für unseren Marktplatz“, so die Wirtschaftsförderin.

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