Porträt

Hans Hess wird 90

Autor: 
Gerd Birsner
Lesezeit 4 Minuten
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13. Februar 2018

Am Fasnachtsdienstag feiert Hans Hess, ehemaliger KFV-Leichtathlet und Gewerbeschullehrer, seinen 90. Geburtstag.

Als heute vor 90 Jahren ein just geborener Säugling in Auenheim in der Nachbarschaft der »Fischergroßl« seinen ersten Schrei von sich gab, war die neugierig geworden: »Was fer en Name hen er denn fir euer junges Büble rusgsucht?«, hatte sie die stolzen Eltern Hess gefragt« »Hans!« – »O je, so heißt jo jeder Handwerksbursch! Ebbs gscheiteres isch eich wohl net ingfalle…?!« 

En gscheiter Kerle

Mit seinem Namen ist er – inzwischen vom Auemer Gänsl zu einem »räächte Kehler« avanciert – bis heute zufrieden. Und ein Handwerksbursch ist auch nicht aus ihm geworden, den der Zahn der Zeit wohl vergessen hat: schlank und rank wie eh und jeh: der Hesse-Hans.  Dafür aber  »en gscheiter Kerle«. Wenn auch kein Astronaut. Obwohl sein Nachbar, der »Fischer-Schagob« ihm als Vierjährigem versprochen hatte, ihn mit seinem Motorrad auf den Mond zu fahren. Und prompt stand dann das damals vierjährige Hänschen-Klein mit Mütze, Schal und Handschuhen, jedoch ohne Stock und Hut wie im gleichnamigen Kinderlied,  zur Abfahrt bereit.

Aus Hänschens Mondfahrt wurde nix, stattdessen hatte sich der Hesse-Hans jedoch selbst ein paar Sterne vom Himmel geholt: Seine Frau Liesel, die er am 12. Juni 1954 in der Christuskirche, wo er auch getauft und konfirmiert worden war, geheiratet hatte, die ihn bis heute durch dick und dünn begleitet. 

Zu Spitzenathleten geformt
Oder drei Leichtathletik-Sterne: Georg Nückles, Bernd Schwer und Alexander Scholl aus Auenheim, die er trainiert und zu deutschen Spitzenathleten geformt hatte.»Die Körperhaltung eines Sprinters kann dir Aufschluss darüber geben, ob da ein Rohdiamant die Aschenbahn hinunterrennt oder ein Ackergaul.« Er selbst war natürlich auch eher Rennpferd denn Kaltblütler: Bis zum achtfachen Badischen Meister über 110 und 200 Meter Hürden hatte er es gebracht. 
Nicht nur deshalb haben die Leichtathletik-Abteilung des KFV und die KFV-Wandergruppe dem Hesse-Hans viel zu verdanken. Bis er 85 war, hatte er sich da als Trainer eingebracht. Mehr als erfolgreich. Und nicht nur da: Auch der Auenheimer Kirchenchor, den er von 1953 bis 2013 dirigiert hatte, hatte ihm viel zu verdanken. Und er ihm auch. »Mir  hen viel bim Hesse-Haus gelernt«, so die vielen Schüler, die von dem Lehrer fürs Leben geprägt wurden. 
Kein Wunder, denn »im siebten und achten Schuljahr« –Hans besuchte die Wilhelmschule – »habe ich die Kehler Bücherei leergefressen, und es kam die Gelegenheit, sich zu bewerben für die Lehrerbildungsanstalt in Colmar, die direkt zum Lehrberuf geführt hatte.  

Er interessierte sich für Schiffe

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Dabei wollte er eigentlich gar kein Lehrer werden. Viel lieber Schiffer wie drei seiner Auenheimer Onkels, die ihn in den großen Ferien von Köln bis Basel mitschippern ließen. Doch Rheinschiffer sein, das war ihm zu wenig. Er wollte zur See. Als Kapitän. Käptn ist dann später doch geworden, wenn auch nicht auf den sieben großen Weltmeeren: In den späten 60ern machte er seinen Segelschein und legte sich seine »tolle Jolle« zu. 40 Jahre lang hatte er gesegelt, und er war leidenschaftlicher Camper und Wohnwagen-Urlauber. »An meinem 90. Geburtstag darf ich auf eine fruchtbare Zeit zurückblicken«, sagt er, er habe das große Glück gehabt, mit prächtigen Menschen zusammensein zu dürfen.

Reisen, reisen, reisen

Damit meint er neben seinen Wanderfreunden, den Mitgliedern seines Kirchenchors, den Leichtathleten,  dem Lehrerkollegium in allererster Linie seine Frau Liesel. Als er 1990 als Studiendirektor mit 62 in den Ruhestand verabschiedet wurde, sagte er zu ihr, mit der er zwei Töchter hat: »Jetzt kommt der wichtigste Lebensabschnitt: Reisen, reisen, reisen.« 

Und seine Liesel, die in wenigen Wochen auch 90 wird, hat all das mitgemacht. Sie steht immer noch an seiner Seite.  

Dass sein 90. Geburtstag auf den Fasnachtsdienstag fällt, juckt ihn wenig. Gefeiert wird trotzdem, wenn auch in kleinem Kreis: mit der Familie und den Nachbarn.  Ach ja! Einen Geburtstagswunsch hat er noch: Diverse Fahrten in die Vogesen und mit einem Wanderfreund im Sommer um den Feldberg wandern. Und allen Wegbegleitern Danke sagen. 
 

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