Kommunalwahl

Héctor Sala scheidet aus dem Kehler Gemeinderat aus

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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19. Mai 2019

Héctor Sala tritt kürzer. ©Nina Saam

Von den 26 Kehler Gemeinderäten treten bei der Kommunalwahl am 26. Mai sechs nicht mehr an – aus den unterschiedlichsten Gründen. In einer kleinen Serie stellt die Kehler Zeitung die ausscheidenden Stadträte vor. Heute: Héctor Sala (Grüne), seit 2014 im Gemeinderat.

Héctor Sala (52) ist erst vor fünf  Jahren ins Stadtparlament eingezogen. Und obwohl er gerne weitergemacht hätte, ist für ihn nach einer Legislaturperiode schon wieder Schluss. Der Diplom-So­zialarbeiter leitet die Kontaktstelle für Selbsthilfegruppen des Landratsamtes Ortenaukreis und ist Ansprechpartner für über 200 Gruppen – und da die meisten sich abends treffen, ist er notgedrungen in den Abendstunden viel beruflich unterwegs. Die Sitzungstermine des Gemeinderats kommen da noch obendrauf. »Irgendwann gibt es einen Punkt, wo man gucken muss, was noch tragbar und gesund ist«, sagt er. »Ich habe teilweise sechs Abendtermine pro Woche.« Allerdings könnte er sich vorstellen, wieder zu kandidieren, falls sich bei ihm die Lage beruflich etwas entspannt.

»Interessante und bewegte Zeit«

»Es war auf jeden Fall eine sehr interessante und bewegte Zeit«, blickt er zurück, »manchmal nicht einfach und auch nicht immer angenehm.« Er habe zwangsläufig gelernt, dass man es nicht allen recht machen könne. 
Das »Kehl-Bashing« durch die eigenen Einwohner kann er nicht immer verstehen: »Ich weiß nicht, mit welchen Augen diese Stadt manchmal betrachtet wird – man muss doch auch mal sehen, welche Geschichte Kehl hat«, sagt er. Vor 45 Jahren als Gastarbeiterkind aus Spanien hierher gekommen, sieht er vor allem die Chancen, die Kehl ihm geboten hat. »Auch wenn es pathetisch klingt – ich wollte mit meiner Kandidatur der Stadt etwas zurückgeben«, sagt er. »Ich bin froh, hier leben zu dürfen.«
Wählen und gewählt werden darf er in Kehl  auch – zumindest bei den Kommunal- und Europawahlen. Mit seinem spanischen Pass ist Héctor Sala die Teilnahme an Landtags- und Bundestagswahlen aber verwehrt. Umso trauriger stimmt es ihn, dass viele Bürger ihr Wahlrecht nicht wahrnehmen. 

Gemeinschaftsschule: Kehl hat Chance vertan

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Highlights in seiner Amtsperiode waren für ihn die Mitarbeit bei der Entwicklung der neuen Kulturkonzeption mit dem Kulturhaus und der Stadtentwicklungsprozess Kehl 2035. Wichtig  sei dabei, dass der Fokus nicht nur aufs Bauen gelegt wird, sondern auch auf das soziale Miteinander: »Die Fachbereiche Bauen und Soziales haben mehr Schnittpunkte als man denkt«, sagt er. Bedauert hat er dagegen, dass Kehl die Chance verstreichen ließ, eine Gemeinschaftsschule einzurichten. »Der Gemeinderat hat das mehrheitlich beschlossen, und dann lief es ins Leere«, sagt er. »Jetzt haben uns die Tatsachen überholt.« Viele Kehler Kinder gehen nun nach Willstätt oder in die private Gemeinschaftsschule im Oberlin-Schulverbund. Der Zug sei nun abgefahren.

Jüngere sollen nun ran

Sein Wunsch für die Zukunft ist, dass jüngere Kandidaten im Gemeinderat eine Chance erhalten. Den Altersdurchschnitt des Gremiums, der bei über 60 Jahren liegt, hält er für zu hoch. »Ich war ja noch einer der Jüngeren«, gibt er zu bedenken. 
Dass der Nachwuchs fehlt, liege an der Form der Gremiumsarbeit, die junge Menschen weniger anspreche. »Die Jugend ist nicht unpolitisch, sie ist nur nicht parteipolitisch interessiert«, sagt er. »Sie geht für den Klimaschutz auf die Barrikaden, als Reaktion wird aber nur über das Schule-Schwänzen lamentiert. So bremst man den Nachwuchs aus.« Wenn man Veränderungen will, müsse man auch bereit sein, neue Formen auszuprobieren und von Altgewohntem Abschied zu nehmen. Das falle vielen Älteren schwer. 

Voll des Lobes ist er dagegen über die Zusammenarbeit in der gemeinsamen Fraktion der Grünen, der Frauenliste und der Jugend: »Allein dafür hat es sich schon gelohnt.«

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