Runder Geburtstag

Heimathistoriker Helmut Schneider feiert in Kork den 90.

Autor: 
Klaus Elff
Lesezeit 3 Minuten
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20. April 2019

Helmut Schneider fühlt sich trotz seiner 90 Jahre fit: Mancher Besuchergruppe, die er durch Straßburg führt, rennt er immer noch davon, behauptet er. ©Klaus Elff

Helmut Schneider, Mitbegründer des Hanauer Museums Kehl und Vater des Korker Handwerksmuseums, Träger des Bundesverdienstkreuzes am Bande, feiert heute einen runden Geburtstag: Er ist 90 Jahre alt. 

Wir sind mit dem Mann, der heute seinen 90. Geburtstag feiert, zum Vorgespräch für diesen Beitrag verabredet, selbstverständlich im Museum, im Korker Handwerksmuseum, das er einst aufgebaut hat. Von der Haustür vorbei an den Einrichtungen für den Brandschutzumbau und dessen handwerklichen Hinterlassenschaften geht’s in den Vortragsraum; an der Wand die beeindruckenden Bilder von Herbert Teufel. »Das Museum hat fast siebenhundert Bilder von Herbert Teufel geerbt«, geht Helmut Schneider auf den Blick des Besuchers ein, »wir suchen jetzt einen schönen Raum im Haus, um all die Bilder würdig auszustellen.« 

Stolz auf die Gesundheit

Dass Schneider ganz und gar für das Museum lebt, wird sofort deutlich. Alles dreht sich um sein »Kind«. Und darüber kann er sofort lange und ausführlich reden. »Ich bin sehr glücklich, dass ich so fit bin und fast jeden Tag Führungen durch das Haus machen kann.« Stolz ist er auf seine Gesundheit: »Drei Stunden Führung durch Straßburg machen mir gar nichts aus.« Und erzählt dann, dass er mancher Besuchergruppe zu schnell rennt. »Wir sind schon 75«, begründete einmal ein Gruppenmitglied die Bitte um kleinere Schritte.
Dass es im Handwerksmuseum so langsam vorangeht mit den wohl notwendigen Arbeiten zum Brandschutz, das bedrückt ihn im Moment sehr. »Und der Staub«, ergänzt er, »wir, die Mitstreiter und ich, wir sind doch ehrenamtlich hier beschäftigt und müssen jetzt putzen, putzen, putzen.« Und die Arbeiten im Haus verhindern Ausstellungen. »Museen leben doch davon, dass sie immer wieder neu zeigen, warum es Museen gibt«, sagt Schneider. Viele solcher Sonderausstellungen, die sich jeweils um ein ganz besonderes Thema drehen, hat das Haus im Jahr organisiert, so zum Beispiel im Jahr 2008 mit Bildern von Herbert Teufel. 

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Echtes Korker Kind 

Helmut Schneider ist ein echtes Korker Kind. Hier in die Grundschule gegangen und dann nach Kehl ins Gymnasium. »Dann kam der Krieg, die Evakuierungen. Die Schulen in Kehl waren nicht mehr da für mich.« Der Vater kam nicht mehr aus dem Krieg heim, da war er 13, und die Mutter musste mit ihrer Arbeit für alles sorgen. Schnell wollte er sein eigenes Geld zum Leben beisteuern, er ging in die Lehre, wurde Metallbauer, verdiente Geld, um den Meister und später den Techniker zu machen. 
Und er hatte Lehrer, die sein Interesse für Geschichte sahen und fand dann viel Unterstützung für seine weitere Entwicklung in dieser Richtung, lernte viel von seinen Förderern und wurde selbst zum Lehrer und Historiker.

Trennendes überwinden

»Als Kind sah ich auf der anderen Seite des Rheins das Münster, konnte aber nicht dahin«, erinnert sich Schneider. Überhaupt: Das Trennende und die Überwindung des Trennenden hat ihn beseelt. Folglich hat er sich um die Verständigung zwischen den Menschen auf beiden Ufern des breiten Flusses bemüht, viele seiner Ausstellungen und Veröffentlichungen sollten die Gemeinsamkeiten von Kehl und Straßburg aufzeigen und die Jugend darauf aufmerksam machen, dass wir alle Hanauer sind. So manche Besuchergruppe des Handwerksmuseums kommt von »Drüben«. 
Es war und ist eine starke Antriebskraft für Helmut Schneider, an der Zusammenarbeit, dem Zusammenwachsen von Kehl und Straßburg mitzuwirken. »Es ist herrlich, so einfach in die Tram einzusteigen und nach Straßburg zu fahren. Es ist das dritte Mal, dass es eine solche Verbindung in die schöne Stadt gibt.«

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