Konzert

Heiße Rhythmen von Trio Sokan im Kehler Yachthafenrestaurant

Autor: 
Gerd Birsner
Lesezeit 4 Minuten
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03. August 2020

Das Sokan-Trio hat Rhythmus im Blut. ©Gerd Birsner

Am bisher heißesten Tag des Jahres wartet das Sokan Trio mit heißen Rhythmen und virtuosen Soli in der Reihe „Taste and Listen“ im Kehler Yachthafenrestaurant auf.
 

Wenn wir – der nicht nur Künstlern und Gastronomen übles Unheil bringenden  Corona-Pandemie  schuldend – nicht in Urlaub gehen können,  dann kommt der Urlaub halt ganz einfach zu uns!“ Gunnar Sommer, der einfallsreich-kreative Glücksklee der „Jazz-Cantinen-“  und „Taste-and-Listen“-Serie für Freunde von schönen Tönen dies- und jenseits des Rheines, sieht es pragmatisch – und zaubert zum „Tasten“ und „Listen“ drei Vollblutmusiker aus Burkina Faso aus dem Programmgestalter-Hut. 

Percussionisten

Es sind drei Exzellent-Rhythmiker, die allesamt inzwischen eine neue Heimat  auf der anderen Rheinseite gefunden haben. 
Na ja! Eingeplant waren die drei Perkussionisten ja nun nicht, denn, so Chef-Aufklärer und Durch-den-Abend-Führer Michael Dreilich, dieser Abend war für das Duo „Gustav und Gerlinde“ präpariert. Letztere hatte allerdings bei der Vertragsabsprache vergessen, dass sie zum Zeitpunkt des Auftritts im neunten Monat schwanger sei – unter diesen Umständen erschien ihr die Yachthafen-Bühne wahrlich  nicht als ein wirtlich Plätzchen für musizierende werdene Mütter, gell …
Fürderhin vermeldet der Dreilich auch, dass das Abtanzen in Rudeln –die Musik von Sokan wäre dafür schon mehr als ein perfekter Katalysator gewesen – genau so coronaesk untersagt sei wie das laute Mitsingen der zwar allen unbekannten, aber durchaus eingängigen Sokan’schen Weisen. Das Tanzen im Sitzen allerdings würde hingenommen werden –und es wurde denn auch ob der genial gespielten  Rhythmik des Trios voller Bewegungsfreude auch in der Tat ausgeübt. Und so mancher Jazz-Fan zweckentfremdet begeistert das bereitliegende Essbesteck zum Mittrommeln.

Grellbunt

Dann endlich –die ersten Achselhöhlen sind schon zu Schweißsturzbächen mutiert – erscheint das in Grellbuntes gehüllte Percussions-Trio Sokan, bei den Jazz-Freunden in Kehl und drumherum keine Unbekannten mehr. Mit deren Verpflichtung hatte Gunnar Sommer, der „Taste-and-Listen-Macher“ wieder mal ein äußerst cooles Händchen bewiesen: Genau die richtigen klimatischen Bedingungen für heiße afrikanische Rhythmen: Petrus hatte sich den bisher heißesten Tag des Jahres dafür ausgedacht. Na denn! Die drei westafrikanischen Hochkarat-Perkussionisten, kommen darob aber kaum ins Schwitzen. 

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Endlich kommen sie auf die Bühne richten ihre Mikros, man schaut verschmitzt ins Publikum - und dann grummelt es. Die  ersten Töne – geht’s denn schon los oder zählt das noch zur Einstimmung? Drissa Dembelé, der aus einer Musikerfamilie stammt, ist Virtuose auf Djembe und Kora, der afrikanischen Harfe. Die steht  – mit allerlei technischem Krimskrams  modernisiert, erwartungsfroh und alle Blicke auf sich ziehend ganz nah beim Publikum und klingt erstaunlich melodisch, sich beinahe schon eben auch für europäische Ohren einschmeichelnd. Vorher bearbeitet er noch wendig und flink das afrikanischen Xylophon, „Balafon“ genannt.

Der Ruf der Trommeln

Es wird laut: Der Ruf der Trommeln, Rhythmus pur.  Geht ohne große Umwege direkt ins Blut und in die Beine. Der Dreilich hatte es ja schon vorhergesagt: „Rhythmus ist essenzieller Bestandteil sowohl der Musik als auch des Menschseins. Ohne Rhythmus ist bloß Stillstand“. Und er weist darauf hin, dass funktionierende, in die Beine gehende  Tanzmusik die gleichen Schläge pro Minute biete wie der Herzschlag des Menschen. 

Jeder wird mitgerissen - weg vom Yachthafen direkt in die Gegend südlich des Nigerbogens, in das Land der aufrichtigen Menschen, denn so heißt Burkina Faso auf deutsch. Und von aufrichtigen Menschen ist nichts anderes zu erwarten als aufrichtige, mitreißende, handgemachte Musik auf der Reise hin in fremde Welten. Und das Sokan-Trio liefert ab. Richtig gut. 

Keiner steht dem anderen nach, mitreißende, virtuose  Soli auf ehemaligen Tierhäuten, Unisono-und A Cappella-Gesänge von Botschaftern einer für uns fremden, geheimnisvollen Welt, weitab von elektronischem Ra-ta-ta-tsching.
Drei absolute Virtuosen an ungewohntem Instrumentarium:  Sokan – ein Sahnehäubchen unter den Rhythmus-Tauchsiedern. Und die Sonne Afrikas scheint auch dann noch, wenn der Dreiviertelmond, der just hinter den Minaretten der Kehler Moschee zum Leuchten kommt. endlich Erbarmen hat mit uns schwitzenden Menschen– und uns ein längst überfälliges laues Abkühlungs-Lüftchen schickt. 

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