Kehl

Hip-Hop-Duo »Zweierpasch« zurück von Kasachstan-Tournee

Autor: 
Michael Hoffmann
Lesezeit 3 Minuten
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16. November 2016

Felix (3. von links) und Till Neumann (rechts) vom Hip-Hop-Duo »Zweierpasch« tourten mit einheimischen Musikern durch Kasachstan. ©Zweierpasch

Acht Tage lang war das Hip-Hop-Duo ­»Zweierpasch« im fernen Kasachstan unterwegs. Zwischen Steppe und Hochglanzhauptstadt haben die Brüder Felix und Till Neumann vier Konzerte gespielt, Sprachworkshops gegeben und Eindrücke von Land und Leuten gesammelt.

»Mit Rap Brücken bauen« – unter diesem Motto war das Hip-Hop-Duo »Zweierpasch« im Oktober auf Kasachstan-Tournee. Die Zwillingsbrüder Felix und Till Neumann – der eine wohnt in Kehl, der andere arbeitet in Freiburg – reisten im Auftrag des Goethe-Instituts und der Alliance Française durch die zentralasiatische Republik, spielten gemeinsam mit einheimischen Musikern Konzerte und veranstalteten Hip-Hop-Sprachworkshops. »Austausch und kreatives Miteinander im Zeichen der Völkerverständigung« – so beschreibt Till Neumann die Tour.

Ein vielfältiges Land

Als äußert vielfältiges und riesengroßes Land empfand sein Bruder Felix Neumann das Land. »Die Unterschiede zwischen karger Steppe und der prachtvollen Hochglanzhauptstadt Astana sind enorm.« Dort spüre man die Ölvorräte des Landes, während in der Steppe das Nomadentum und oft bäuerliche Lebensweisen vorherrschten. Ebenso vielseitig zeigte sich das Wetter auf der achttägigen Reise. Temperaturunterschiede von bis zu 20 Grad Celsius zwischen Almaty und Astana machten den Musikern zu schaffen. 

Das Rap-Duo erlebte am eigenen Leib, wie groß die Unterschiede in Kasachstan sein können. Während sie in Almaty und Karaganda Konzerte in kleineren Clubs spielten, traten sie in Astana im »Khan Shatyr«, dem größten Einkaufszentrum des Landes, auf: »Das wurde von Stararchitekt Norman Forster entworfen. Innen gibt es europaparkähnliche Attraktionen«, erzählt Felix. »Dort hatten wir die beiden Botschafter aus Frankreich und Deutschland vor Ort.«

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Gemeinsam mit Ansprechpartnern an jedem Tourneeort kam es zu reichlich Austausch und Kontakt. »Die Offenheit und die Euphorie« aller Beteiligten bei den Konzerten und den Workshops haben die Beiden begeistert. Und klappte die Kommunikation auf Deutsch, Englisch oder Französisch einmal nicht, halfen die mitreisenden kasachischen Musiker als Übersetzer aus. »Wir sind richtige Kumpels geworden«, sagt Felix Neumann und schmiedet schon Pläne für einen Gegenbesuch: »Am liebsten würden wir mit ihnen durch Deutschland, Frankreich und die Schweiz touren.« 

Dass es die beiden Rapper immer wieder an eher entlegene Orte des Planeten verschlägt, bezeichnet Felix einerseits als glückliche Fügung: »Wir wurden für Projekte in der Ukraine, in Westafrika oder jetzt in Kasachstan angefragt und initiieren diese nicht selbst.« Andererseits seien ihre Musik und ihre Projekte stark international ausgerichtet. »Das Interesse an Kulturaustauschprojekten scheint wohl da größer zu sein, wo dies nicht so selbstverständlich ist.«

»Lassen uns überraschen«

Jetzt stehen für »Zweierpasch« erst einmal  Konzerte in Deutschland und Frankreich an. »Wir lassen uns überraschen, ob weitere Anfragen für ferne Länder kommen«, blickt Felix Neumann voraus. Sie hätten aber auch Kontakte nach Gambia, Mali und in den Senegal: »Es gibt noch viel zu entdecken!«

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