Willstätt - Hesselhurst

Holzeinschlag in Hesselhurst wird zurückgefahren

Autor: 
Richard Lux
Lesezeit 3 Minuten
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14. Oktober 2019

Ortsvorsteher Volker Mehne (rechts), der Hesselhurster Ortschaftsrat und einige Dorfbewohner machten mit Revierförster Georg Weis (Zweiter von rechts ) eine interessante Waldbesichtigung mit dem Fahrrad. ©Richard Lux

Der Ortschaftsrat Hesselhurst hat den Hiebsplan 2019/20 der Gemeinde Willstätt gebilligt. Zuvor nahmen die Mitglieder des Gremiums bei einer Rundfahrt per Fahrrad den Baumbestand in Hesselhurst unter die Lupe.

Zu einer Waldbesichtigung per Fahrrad traf sich der Ortschaftsrat Hesselhurst am Freitagnachmittag. Dabei ging es um den Hiebsplan 2019/20 und die geplanten Maßnahmen im Hesselhurster Wald. Auch einige Dorfbewohner nahmen an der Rundfahrt teil. 

Vor Ort erläuterte Revierförster Georg Weis die in diesem Winter und in der Zukunft geplanten Maßnahmen. Der Hiebsplan für das Wirtschaftsjahr 2019/20 wurde unter Berücksichtigung des zehnjährigen Forstwirtschaftsplans (2011 bis 2020) erstellt. 

120 Festmeter weniger als im Vorjahr

Laut Weis sollen in diesem Winter im Hesselhurster Wald 1130 Festmeter Holz geschlagen werden – das sind 120 Festmeter weniger als im Vorjahr. Von 400 auf 350 Festmeter reduziert sich die Anzahl beim Stammholz. 450 Festmeter – 50 Festmeter weniger als im Vorjahr – sind beim Industrieholz vorgesehen. Reduziert hat sich auch die Menge beim Sterholz, wo anstatt wie im Vorjahr 50 Festmeter (70 Ster) diesen Winter nur 30 Festmeter (40 Ster) geplant sind. Unverändert für die Einwohner, die gerne Schlagraum machen, bleibt mit 300 Festmeter die Menge vom Derbholz. 

Sieben Kahlhiebe geplant

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Die vorgesehenen Hiebe, darunter sieben Kahlhiebe, sind laut Weis auch heuer wieder geprägt vom Eschentriebsterben. So macht aufgrund dieser seit 2009 grassierenden Baumkrankheit Eschenholz rund 90 Prozent des Einschlags aus. Die Erkrankung wird durch einen Pilz ausgelöst. Eine chemische Bekämpfung ist nicht möglich. Der Baum wehrt sich zwar mit Ersatztrieben, welche aber auch wieder erkranken und absterben. Der Baum stirbt somit von der Krone her, die immer kleiner wird, bis die Kraft zu Ende geht. Junge Bäume sterben schneller ab. Große vitale Eschen können dagegen einige Jahre mit der Pilzkrankheit leben. 

Starke schäden an Eschen

Die Hesselhurster Gruppe sah erkrankte Bäume mit Befall-Symptomen, welche von leicht und stark geschädigt bis zu schon abgestorbenen Bäumen reichte. Der Revierförster erklärte die Symptome an abgestorbenen Eschentrieben von befallenen Bäumen, sowie den Befall durch den Hallimasch – ebenfalls ein Pilz, der die Wurzeln schädigt und abfaulen lässt. 

Laut Weis wurden aus Sicherheitsgründen in der Gemeinde Willstätt alle kranken Bäume am Straßenrand bereits gefällt. Die im Hesselhurster Wald entstehenden Kahlhiebe werden überwiegend mit Eichen bepflanzt. Auf die Frage von Ortschaftsrat Romeo Vogt (FVW), ob man die Eichen etwas minimieren und andere Baumarten dazu nehmen könnte, entgegnete der Revierförster, dass im Moment selbstgezogene Eichenpflanze verwenden werden und, wenn sich deren Bestand verringert, man natürlich Alternativen in Betracht ziehe. Zudem sorge die Natur selbst für eine Vermischung. 

Nur eine Gegenstimme

Am Ende votierte einzig Nikolaus Hillert (FVW) gegen den Hiebsplan. Er hätte die geplanten Kahlhiebe lieber auf einen Zeitraum von zwei Jahren verteilt. Weis informierte indessen, dass die Zahl der Kahlhiebe sehr wohl durchdacht sei und dass die Kahlhiebe wichtig sind. Würde man sie auf zwei Jahre strecken und somit weniger Bäume fällen, wären die stehen gelassenen Bäume bis zum nächsten Winter tot. Weis und Ortsvorsteher Volker Mehne (FVW) erklärten zudem, dass sich trotz der Kahlhiebe beim Waldbestand wegen der gleichzeitigen Nachpflanzung nichts ändere. 

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