Kehl

Kehler Gemeinderat: Hugo Rinkel (CDU) hört auf

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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10. Juni 2019

Hugo Rinkel ist nicht wieder in den Kehler Gemeinderat gewählt worden. Daher hört er im Juli im Rat auf. ©Nina Saam

Sechs Stadträte haben nicht mehr für den Gemeinderat kandidiert, drei haben den Wiedereinzug ins Stadtparlament nicht mehr geschafft. In einer kleinen Serie stellt die Kehler Zeitung die ausscheidenden Stadträte vor. Heute: Hugo Rinkel (CDU), seit 1999 im Gemeinderat.
 

Nach 20 Jahren ist Schluss: Dem Sundheimer Kaufmann Hugo Rinkel (69) ist der Sprung ins Stadtparlament nicht mehr gelungen. Traurig ist er deswegen aber nicht. »Davon geht die Welt nicht unter«, sagt er. Er hatte sich mehr oder weniger überreden lassen, noch einmal zu kandidieren, da es ihm zwischendurch nicht so gut ging, erzählt er: »Das war meine Prämisse – wenn es die Gesundheit erlaubt, mache ich es noch einmal.« Schade findet er nur, dass die CDU nur noch fünf statt sieben Sitze errungen hat und im neuen Gremium kein Sundheimer mehr sitzen wird. 

1999, als er sich zum ersten Mal zur Wahl stellte, sah das ganz anders aus. Angeworben vom »Sundemer Urgestein« Georg Hornung, landete er auf der CDU-Liste ganz weit vorne, da er nicht nur in seinem Stadtteil, sondern auch als Chef des Kernstadt-Edeka in der Hauptstraße ziemlich bekannt war, und konnte aus dem Stand heraus ins das Gremium einziehen. 

Rücken frei halten

Die Arbeit im Gemeinderat hat er immer gerne gemacht, auch wenn es manchmal viel zu tun gab. Dabei hatte er das Glück, dass sein Sohn ins Geschäft eingestiegen war und ihm den Rücken frei halten konnte, wenn Sitzungen oder andere Termine während der Öffnungszeiten anstanden. »Das war wie ein Sechser im Lotto«, sagt er rückblickend. »Als Einzelhändler kann man ja nicht so einfach weg.« 

Die letzten acht Jahre konnte er noch mehr Herzblut in die politische Arbeit stecken. Als das City-Center gebaut wurde, hat man ihm die Leitung des dort entstehenden Supermarkts angetragen. Doch das unternehmerische Risiko wollte er mit knapp 60 Jahren nicht mehr eingehen und wählte den vorgezogenen Ruhestand.

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»Ich bin stolz darauf, an der Entwicklung unserer Stadt mitgewirkt zu haben«, sagt Hugo Rinkel. Ob es die Landesgartenschau war oder die Tram, das neue Kulturhaus oder der Beschluss zum Kombibad – auch wenn er persönlich der Meinung ist, dass drei Bäder in einer Kleinstadt eigentlich Luxus sind. Viele Kommunen müssten aus Kostengründen Bäder schließen, gibt er zu bedenken. Der Druck sei jedoch so groß gewesen, dass am Ende ein rund 28 Millionen teures Projekt herausgekommen ist. 

Auch andere Vorhaben waren umstritten gewesen: »Der zweite Tramabschnitt bis zum Rathaus ist oft kritisiert worden«, sagt er. »Jetzt sind die Gegner verstummt und alle finden es toll.« Ähnlich sei es damals mit der Passerelle gewesen, die von den einen heftig befürwortet, von anderen vehement abgelehnt worden war. »Da war Kehl regelrecht geteilt. Jetzt redet keiner mehr davon«, so Rinkel. 

Noch einiges zu tun

Dem neuen Gemeinderat wünscht er „gute Entscheidungen“, bei dem, was ansteht: Die Flächennutzungspläne müssen fortgeschrieben werden, um neue Bau- und Gewerbegebiete ausweisen zu können, und die Schulsanierungen in Angriff genommen werden, damit die bewilligten Fördergelder nicht verfallen. Außerdem brauche es noch mindestens einen neuen Kindergarten in der Kernstadt. Auch in Sachen Polizeipräsenz müsse sich etwas tun. 

Er selbst wird nicht mehr darüber entscheiden müssen: »Das macht der neue Gemeinderat«, so Rinkel. »Ich werde es jetzt aus der Distanz verfolgen.«

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