Ramadan zu Corona-Zeiten
Dossier: 

„Iftar-to-go“: Küche für fastende Muslime

Autor: 
Redaktion
Lesezeit 2 Minuten
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22. Mai 2020

Das Stadtteilbüro an der Schutterstraße wird in Corona-Zeiten zur Küche für fastende Muslime. ©Stadt Kehl

Zum muslimischen Fastenmonat Ramadan gehört, dass man sich am Abend in der Gemeinschaft zum „Iftar“, zum Mahl nach Sonnenuntergang, trifft. Aufgrund der Corona-Bestimmungen ist das derzeit nicht mehr möglich. Der Verein „Integration und Verständigung“ (IUV) Kehl hat daher eine Art Essensausgabe auf die Beine gestellt. 

„In den vergangenen Jahren haben wir in der Moschee gekocht, Tische aufgestellt und dort das Essen serviert“, berichtet Mostapha Sadki, erster Stellvertreter im IUV. Das Virus hat einiges durcheinander gewirbelt, aber längst nicht alles. In der Alten Zollstraße werden immer noch Tische aufgestellt und Mahlzeiten fürs tägliche Fastenbrechen serviert. Dabei achten Helfer und Mitglieder des Vereins auf die geltenden Hygiene- und Abstandsregeln. Sie tragen Atemschutzmasken und Handschuhe. Die Speisen werden in Plastikverpackungen ausgegeben. „Das ist nicht ökologisch, aber uns bleibt nichts anderes übrig“, erklärt Mostapha Sadki. 

Verein unterstützt

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„Iftar-to-go“ nennt er die Essensausgabe an der Alten Zollstraße. Der Verein will damit Fastende unterstützen, die alleinstehend oder bedürftig sind, die nicht selbst kochen können oder wollen. Interessierte konnten sich in eine Liste eintragen und erhalten einen Abholtermin. Die Essensausgabe ist täglich ab 18.30 Uhr und erstreckt sich über anderthalb bis zwei Stunden, sodass es vor der Moschee kein Gedränge gibt. 
Die Ausgabe wurde von Unbeteiligten am ersten Tag mit einer Feier verwechselt, die die Polizei hinzu riefen. Die Situation konnte jedoch rasch geklärt werden. Zubereitet werden die Speisen in mehreren Küchen. Eine ist die im Stadtteilbüro der Gemeinwesenarbeit Kehl-Dorf an der Schutterstraße. „Wir waren positiv überrascht, wie schnell und unkompliziert das geklappt hat“, erinnert sich Mostapha Sadki. 

Sadki ist für Cornel Happe von der Gemeinwesenarbeit ein alter Bekannter. Vor zwei Jahren hatte der Verein IUV ein Projekt in den Räumen des Stadtteilbüros realisiert – eine Art Nachhilfeunterricht in Mathe und Physik. „Die Räume stehen dem Viertel kostenfrei zur Verfügung“, erläutert Happe. Hier träfen sich junge Familienväter, die den Weg in die Kneipe scheuen, weil sie keinen Alkohol trinken, um hier Fußball zu schauen und Karten zu spielen. Ebenso feierten türkische Familien hier Kindergeburtstage.  
 

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