Ortschaftsrat

In Kork entbrennt Streit um Schulhofumgestaltung

Autor: 
Nina Saam
Lesezeit 3 Minuten
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13. September 2018

Wenig kindgerecht präsentiert sich derzeit der Schulhof der Korker Grundschule. ©Nina Saam

Im Korker Ortschaftsrat schlugen wieder einmal die Wogen hoch. Grund waren die Pläne zur Neugestaltung der Außenanlagen an der Grundschule, die dem Gremium am Mittwoch vorgestellt wurden. Die einen fanden die Ideen klasse, die anderen viel zu teuer. 

Zugegeben – 550 000 Euro sind ein ganz schöner Batzen, der der Planung nach rund um die Korker Grundschule verbuddelt werden soll. Das überplante Areal ist aber auch über 5000 Quadratmeter groß, wie Thomas Zipp vom Grünflächenmanagement zu bedenken gab. Die Freiburger Landschaftsarchitektin Bettina Baier hatte in Zusammenarbeit mit der Stadt und der Schulleitung sowohl den auf der Nordseite gelegenen Schulhof als auch den Garten hinter dem Schulgebäude überplant und ihr Konzept am Mittwoch im Ortschaftsrat vorgestellt. In den Entwurf eingeflossen waren die Vorschläge, die 2016 in einem Bürgerworkshop herausgearbeitet worden waren.

Während der große asphaltierte Schulhof eine Mehrfachnutzung erfahren soll, soll der eingezäunte Garten den Schülern vorbehalten sein und künftig die vorrangige Aufenthaltsfläche in den Pausen sein. Dazu sollen um und über den bestehenden Hügel Wege angelegt werden, auf denen die Kinder mit Kettcars herumflitzen können. Zudem sollen mehrere Spielgeräte zum Klettern, Balancieren und sich Austoben aufgestellt werden.

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Der große und derzeit wenig kindgerecht gestaltete Schulhof wird in der Planung in mehrere Bereiche aufgeteilt: Vor dem Schulgebäude schwebt der Planerin eine Fläche mit Hecken und Spielgeräten vor, auf denen sich die Grundschulkinder vor Schulbeginn aufhalten können. Das baumbestandene Feld in der Mitte des Hofes soll einem Kleinspielfeld weichen, das auch den Vereinen und den Jugendlichen aus dem Dorf zur Verfügung stünde. Die noch jungen Bäume würden dabei nicht gefällt, sondern lediglich versetzt werden, versicherte Bettina Baier. Am nördlichen Ende sollen noch ein paar Ausweichparkplätze auf Rasenschottersteinen angelegt werden, die als zusätzliche Parkflächen bei größeren Veranstaltungen dienen sollen. Neben dem Kleinspielfeld ist noch eine Wiese mit Bäumen vorgesehen. 

Viel zu viel

Das Ganze hat natürlich seinen Preis. Die Überbauung des Schulhofes bezifferte Bettina Baier mit 375 000 Euro, die Garten-Umgestaltung mit etwa 175 000 Euro. Viel zu viel, wie Ortschaftsrat Andreas Haag befand: »Der Hauptaugenmerk liegt doch darauf, dass die Kinder sich bewegen. Da wäre es viel einfacher, zwei Basketballkörbe aufzustellen«, sagte er kopfschüttelnd. »Wir sprechen hier von 550 000 Euro.« Wolfgang Fleig schlug in dieselbe Kerbe: »Wenn jede Schule so einen Schulhof bekommt, ist Kehl pleite«, sagte er. Ortsvorsteher Patric Jockers verteidigte dagegen das Projekt. Klar sei, dass die Schulhofumgestaltung auf der Prioritätenliste der Stadt nicht ganz oben stehe, aber es gehe zunächst um eine Verpflichtungsermächtigung im Haushalt, sagte er. »Wenn wir das wollen, müssen wir es jetzt anmelden.« Es entspann sich eine lebhafte, teilweise recht emotional geführte Diskussion: Da ging es um Zufahrtswege für die Feuerwehr, etwaigen Vandalismus durch Jugendliche, die abends im Schulhof sitzen, wegfallende Parkplätze und um die Frage, ob Außenanlagen wichtig für eine Schule sind. »Hier geht es nur um die Kosten und die Kiffer«, ereiferte sich schließlich Johannes-Michael Rahn. »Keiner redet hier von den Kindern.« Schulleiterin Sina Wohlfarth betonte, dass es der Schule ein Herzensanliegen sei, einen Schulhof zu haben, den man auch so nennen kann. Im derzeitigen Zustand sei nicht ersichtlich, dass es sich hier um eine Grundschule handle, sagte sie. Am Ende ließ Patric Jockers über den Antrag abstimmen, die Schulhof-Umgestaltung in den Haushalt einzubringen: Bei einer Enthaltung stimmten sieben Räte dafür und zwei dagegen.

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