Willstätt

In Willstätt fehlen bis zu 30 Kita-Plätze

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12. Juni 2019

(Bild 1/3) Der evangelische Kindergarten Eckartsweier (links) soll erweitert werden – weil Plätze fehlen. ©Günter Ferber

Der Willstätter Gemeinderat hat die Kindergarten-Bedarfsplanung für 2019/20 gebilligt. Bis zu 30 zusätzliche Plätze müssen geschaffen werden – vor allem in Eckartsweier und Hesselhurst.

Nichts ist beständiger als der Wandel. Das zeigt sich nicht zuletzt in der Kindergarten-Bedarfsplanung. Der Bedarf der Eltern nach Betreuung ihrer Kinder ändert sich (unter anderem steigt die Nachfrage nach verlängerten Öffnungszeiten oder Ganztagsbetreuung, ebenso die Nachfrage nach Plätzen für Kinder unter drei Jahren), aber auch die Ausbaustandards der Einrichtungen werden immer höher. Was bleibt, sind die Vorgaben des Gesetzgebers, was die Zahl der Betreuungsplätze angeht, die die Kommunen bereitzustellen haben. 

Derzeit 496 Plätze in sieben Kitas

Die Ausgangslage für Willstätt sieht so aus: Derzeit stehen in sieben Kitas in 24,5 Gruppen 496 Plätze zur Verfügung, davon 138 für Kinder unter drei Jahren – 50 in Krippengruppen ab einem Jahr und 88 in altersgemischten Gruppen ab zwei Jahren. Hinzu kommen fünf Tagesmütter, die acht Kinder betreuen können; davon sind vier U3-Kinder. 

Die Bedarfsermittlung hat nun ergeben, dass in der Gemeinde Willstätt bis zu 30 Kita-Plätze zusätzlich her müssen. Vor allem für die Ortsteile Eckartsweier und Hesselhurst besteht Handlungsbedarf. 

Weitere Gruppe für Kita »Regenbogen« Eckartsweier

Der Gemeinderat beschloss daher auf seiner jüngsten Sitzung, in Abstimmung mit dem Träger den evangelischen Kindergarten »Regenbogen« Eckartsweier von derzeit zwei auf 2,5 und später eventuell sogar auf drei Gruppen zu erweitern.  Wie das bewerkstelligt werden kann, soll ein Gespräch mit Vertretern des Kommunalverbandes Jugend und Soziales (KVJS) klären, das für Freitag geplant ist. Geprüft werden soll, ob man die extern genutzten Räume im Keller für die zusätzliche Gruppe nutzbar machen kann. Diese wären allerdings nicht barrierefrei, wie die für die Schulen und Kindergärten zuständige Sachbearbeiterin Jessica Wandres erläuterte. Bei drei Gruppen müssten auf jeden Fall weitere Voraussetzungen erfüllt sein – etwa Räume, wo die Kinder essen und über Mittag schlafen können. Auch fordert das Gesundheitsamt weitere Toiletten und Handwaschbecken.

Wahrscheinlich wird die Gemeinde um- oder anbauen müssen. Als Übergangslösung für die Umbauzeit kämen auch Container-Module in Betracht. Auf jeden Fall müsste die Gemeinde die nötigen Investitionen vollständig selbst stemmen, da das Gebäude der politischen Gemeinde gehört. 

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Keine Erweiterungsmöglichkeiten in Hesselhurst

Hinzu kommt, dass in Hesselhurst keine Erweiterungsmöglichkeiten bestehen. Einige Eltern werden daher ihre Kinder im Nachbarort Eckartsweier in den Kindergarten schicken müssen, wo sie später auch die Grundschule besuchen.

Zusätzliche Kleingruppe für die »Kinder­arche« Legelshurst

Eine zusätzliche Kleingruppe soll im evangelischen Kindergarten »Kinder­arche« in Legelshurst eingerichtet werden. Dort werden spätestens ab Februar zusätzliche Plätze benötigt. Derzeit wird die »Kinder­arche« viergruppig betrieben; künftig werden es 4,5 Gruppen sein. Die zusätzliche Gruppe könnte hier jedoch im Bestandsgebäude untergebracht werden.

Mehr Personal nötig

Durch die zusätzlichen Plätze wird auch mehr Betreuungspersonal benötigt: In der »Kinderarche« sind es rechnerisch knapp 1,4 Stellen, in Eckartsweier bis zu 2,6 Stellen. Da die Kirchen als Träger für die Einrichtung weiterer Gruppen keine Mittel aus dem Finanzausgleich erhält, müsste die politische Gemeinde die Kosten dafür komplett selbst tragen. Für Legelshurst errechnet sich laut Angaben der Gemeindeverwaltung ein Mehrbedarf von rund 74 000 Euro, für Eckartsweier von bis zu 138 000 Euro. 

Im Bereich Tagespflege werden ab 1. Juli sieben weitere Plätze in der Einrichtung »Waldseewichtel« in Hesselhurst zur Verfügung stehen (wir berichteten).

Hans-Wolfgang Brassel (WAL) erkundigte sich nach den Flüchtlingskindern. Ihnen steht ab dem 3. Lebensjahr ein Kindergartenplatz zu, entgegnete Jessica Wandres. Nachfragen nach einem Platz für jüngere Flüchtlingskinder seien bislang noch nicht an die Gemeinde herangetragen worden.

Hintergrund

Kinder sind lieb und teuer

Rund vier Millionen Euro gibt die Gemeinde Willstätt nach eigenen Angaben im laufenden Haushaltsjahr für die Betreuung der Kindergartenkinder aus. 
Pro Kind entspricht dies im Schnitt einem Betrag von rund 10 180 Euro. Dem stehen Einnahmen aus Elternbeiträgen und Landeszuweisungen von lediglich etwa 4450 Euro gegenüber. Es bleiben also 5730 Euro im Schnitt pro Kind, die über Steuermittel der Gemeinde gedeckt werden. 

Rund 36 Prozent der Kinderbetreuungskosten entfallen auf Personalkosten, heißt es weiter. Elternbeiträge kompensieren übrigens nur 13 Prozent der Aufwendungen. Kirchen und kommunale Landesverbände streben dagegen einen Kostendeckungsgrad von 20 Prozent an.

Stichwort

Kirche muss noch zustimmen

Die evangelische Kirche als Träger der beiden Einrichtungen in Hesselhurst und Eckartsweier ist inzwischen von der Willstätter Gemeindeverwaltung über den Beschluss des Gemeinderates informiert. Das evangelische Verwaltungs- und Serviceamt Ortenau informierte daraufhin die Gemeindeverwaltung, dass die Entscheidung der Erweiterung nun ebenfalls noch durch deren Gremien erfolgen muss. Auch wenn der Ratsbeschluss den Weg für die Aufnahme weiterer Kinder in beiden Einrichtungen geebnet hat, stehe die Erweiterung der Gruppen noch unter dem Vorbehalt der Entscheidung des kirchlichen Trägers. Wann diese Entscheidung erfolgen wird, sei der Gemeinde noch nicht mitgeteilt worden, heißt es aus dem Willstätter Rathaus.

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