Offenburg - Kehl - Straßburg

Initiative will Zugverbindungen über Grenze verbessern

Autor: 
Robert Schmidt
Lesezeit 3 Minuten
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30. März 2017
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Der Verkehrsclub Deutschland und die französische Fahrgastorganisation FNAUT Grand Est fordern rasche Verbesserungen der Zugverbindungen zwischen Offenburg und Straßburg. ©Robert Schmidt

Zwischen Offenburg und Straßburg sollen wenigstens stündlich Züge rollen, außerdem soll das Baden-Württemberg-Ticket auch über die Grenze gültig sein. Das sind zwei der Kernforderungen der Verkehrsverbände aus Baden und Grand-Est, die am Donnerstag vorgestellt wurden.

Während Vertreter der Verkehrsverbände gerade vor dem Kehler Bahnhof ihre Vorschläge für eine bessere Anbindung zwischen Offenburg und Straßburg vorstellen, läuft wie bestellt ein Mann laut schimpfend vorbei. Er mag es nicht glauben, dass mittags zwei Stunden lang kein einziger Zug in die französische Nachbarstadt fährt.

Mehr Verbindungen 

Zu einer Pressekonferenz über eine »Initiative für bessere Verbindungen zwischen Ortenau, Straßburg und dem Nordelsass« hatte am Donnerstagvormittag der Regionalverband Südbaden des Verkehrsclubs Deutschland gemeinsam mit der französischen Fahrtgastorganisation FNAUT Grand-Est geladen. Mit mehreren konkreten gemeinsamen Vorschlägen machen sich die Verbände sowohl für mehr Verbindungen als auch für bessere Tarife stark.

»Wir freuen uns, dass bald eine Tram nach Kehl rüberkommen wird«, sagt Hannes Linck, Geschäftsführer des VCD Südbaden zur Einleitung. Die Straßenbahn sei aber nur ein Teil der Lösung. Trotz solcher Fortschritte könne man den öffentlichen Personennahverkehr noch deutlich verbessern.

Auch Patrice Paul von der französischen Organisation FNAUT Grand-Est findet, dass die Tram den Zug nicht etwa überflüssiger mache. Der Zug sei schneller und könne mehr Menschen aufnehmen. Aktuell gebe es werktags 24 tägliche Verbindungen zwischen Offenburg und Straßburg. Das sei gut, aber noch ausbaufähig.

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Löcher stopfen

Neben dem zweistündigen Loch zur Mittagszeit gebe es jeweils noch ein eineinhalbstündiges am Vormittag und am Abend. Der VCD und der FNAUT fordern nun, diese Löcher zu stopfen. So könnten etwa Züge, die nur zwischen Kehl und Offenburg fahren, nach Straßburg verlängert werden oder dort starten. Insgesamt wollen die Verkehrsverbände erreichen, dass der Zug zur Hauptverkehrszeit im Halbstunden- und in der restlichen Zeit im Stundentakt verkehrt.

Doch auch andere Teile des Nordelsasses sollen besser an die Ortenau angebunden werden. Die Verbände schlagen hier eine neue Busverbindung zwischen Offenburg und Illkirch-Graffenstaden vor, die durch die Umgehung von Kehl kürzere Reisezeiten bieten soll. Außerdem bekräftigten die Verbandsvertreter die Forderungen aus dem bereits im vorigen Jahr vorgestellten Weißbuch »Neue Wege über Rhein und Lauter«, in dem eine Vielzahl neuer Querverbindungen zwischen Baden-Württemberg und dem Elsass entworfen worden war. Neu fordern die Verbände nun, das Baden-Württemberg-Ticket nach Straßburg auszuweiten und auch dort zu verkaufen. Allgemein sollten regionale Angebote auch in den Bahnhöfen der Nachbarregion verfügbar sein.

Ihre neuesten Vorschläge haben die beiden Verbände bereits den zuständigen Stellen vorgestellt. Während der FNAUT für Anfang April zumindest eine Einladung ins regionale Transportministerium von Grand-Est erhalten hat, gibt es für den VCD bisher noch nicht mal eine Zusage für ein gemeinsames Gespräch. 

Dass sich die Anstrengungen aber langfristig lohnen können, zeigen zwei Beispiele. Auf Drängen der Verbände sei 2014 am späten Abend eine tägliche Verbindung auf der Strecke Offenburg-Straßburg eingefügt worden, die heute gut genutzt würden. Im Mai starte zudem eine vorher geforderte Direktverbindung zwischen Wörth und Straßburg, die jedes Wochenende viermal täglich verkehren soll.
 

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