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Kehl

Innenstadtentwicklung: »Wir sind ziemlich ratlos«

Innenstadtentwicklung: CDU-Fraktionschef Richard Schüler fordert Stadt und Bürger zum Handeln auf
17. Oktober 2014
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Um die Kehler Innenstadt vor dem weiteren Zerfall zu schützen, fordert der CDU-Fraktionsvorsitzende im Gemeinderat, Richard Schüler, Gegenmaßnahmen. Schüler schlägt die Einrichtung einer eigenen Stadtentwicklungsgesellschaft vor. Sie soll Häuser, die zum Verkauf stehen, erwerben und sie nur an Anbieter von qualitativ hochwertigen Waren und Dienstleistungen vermieten.

Kehl. Die Transformation der Kehler Kernstadt schreitet weiter voran: Wo früher alteingesessene Gastronomen und Einzelhändler ihre Gäste und Kunden empfingen, teilen sich seit Jahren Tabak-Shops, Automaten-Bistros und Döner-Läden den knapp bemessenen urbanen Raum. Jüngstes Beispiel: die ehemalige Europa-Apotheke, in die »in Kürze«, wie es auf einem Ankündigungsplakat im Schaufenster heißt, ein Ein-Euro-Shop einziehen wird. Es ist dann schon der Dritte im Bereich der Innenstadt.

Auch im Centrum am Markt tut sich etwas: Die Sparkasse Kehl-Hanauerland hat die Räume ihres leer stehenden Immobiliencenters, gleich neben dem »Bistro Tomate« gelegen, Anfang des Jahres verkauft. Dies bestätigte Siegfried Koch, Abteilungsdirektor der Geschäftsleitung, der Kehler Zeitung. Wie der Käufer gestern über eine Mitarbeiterin ausrichten ließ, sei die Immobilie bereits vermietet: Am 1. November eröffne dort ein Bekleidungsgeschäft, teilte die Buchhalterin mit. 

Richard Schüler, Vorsitzender der CDU-Fraktion im Gemeinderat, zeigte sich im Rahmen der Sitzung des Technikausschusses am Mittwochabend allerdings beunruhigt aufgrund zweier Anträge zur Nutzungsänderung, die vom neuen Eigentümer der Immobilie gestellt wurden. Wie Baubürgermeister Harald Krapp auf Anfrage unserer Zeitung mitteilte, beziehe sich der eine Antrag auf die Umwidmung in einen Tabak-Shop, der anderen verlange den Verkauf von Shisha-Pfeifen. Der in Kehl bekannte Unternehmer ist außerdem bereits als Betreiber von Bistros hinlänglich bekannt.

Lohnendes Geschäft

Nicht nur dem CDU-Chef, auch den anderen Fraktionen des Gemeinderats bereitet die beschriebene Entwicklung in der Grenzstadt Kopfzerbrechen. »Wir sind ziemlich ratlos«, sagte Schüler und blickte fragend in Richtung des erst in diesem Jahr ins Amt gewählten Oberbürgermeisters Toni Vetrano (CDU).

Für die Bistro-Betreiber lohnt sich das Geschäft mit den Glückspielautomaten, die Monat für Monat erkleckliche Geldmengen generieren. Nur zur Erzielung höherer Mieten durch die Eigentümer würden für »qualitätsvolle Geschäfte aufgegeben«, kritisiert Schüler. Er stellte daher in der Sitzung den förmlichen Antrag, das Thema Innenstadtentwicklung zum wesentlichen Thema einer Sitzung des Gemeinderats zu machen und später auch die Bürgerschaft mit in den Prozess einzubeziehen. OB Vetrano sagte, er bedanke sich für diese »wichtige Anregung. Es geht nicht ohne Selbstverpflichtung. Wir müssen uns die Frage stellen: Was ist uns die Stadt noch wert?«

Vorkaufsrecht für Stadt

Schüler schlägt vor, dass die Stadt eine eigene Stadtentwicklungsgesellschaft gründet, die dann ein Vorkaufsrecht erhält. Aufgabe dieser Gesellschaft wäre es, Häuser, die zur Dispositionen stehen, aufzukaufen und in der Folge dafür Sorge zu tragen, dass lediglich renommierte Geschäfte einziehen dürfen. »Wir müssen die städtebaulichen Rahmenbedingungen schaffen, dass nur noch bestimmte Nutzungen möglich sind«, fordert der Antragsteller in der Kehler Zeitung.
Der Gemeinderat will sich dieser Frage noch im November annehmen. Darauf hat dieser sich nach Informationen unserer Zeitung in der anschließenden nicht-öffentlichen Sitzung geeinigt.

Autor:
Martin Egg

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