Feuerwehrgerätehaus Bodersweier

Investition in die Attraktivität der Kehler Feuerwehr

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11. Oktober 2018

Hier die Ansicht Nord des geplanten Feuerwehrhauses in Bodersweier: In der Mitte ist das rot umrandete Gebäude für die Feuerwehrfahrzeuge zu sehen, links der Übungsturm und rechts das Gebäude, in dem es u. a. einen Schulungsraum geben wird. ©Stadt Kehl

Es ist die größte Investition in die Kehler Feuerwehr seit Jahrzehnten: Das neue Feuerwehrgerätehaus in Bodersweier wird voraussichtlich mehr als drei Millionen Euro kosten. Darüber hat die Verwaltung am Mittwochabend den Gemeinderat informiert.
 

Vor drei Jahren waren die Kosten für den Neubau des Feuerwehrgerätehauses in Bodersweier noch auf knapp zwei Millionen Euro taxiert worden.

Übungsturm geplant

Auf dem Gelände dort ist auch ein Übungsturm geplant, wo die Feuerwehrleute trainieren können. Die Feuerwehr will den Standort als städtisches Ausbildungszentrum für alle Kehler Feuerwehrleute nutzen. Deshalb soll es neben dem Übungsturm auch einen Schulungsraum geben. 

Kosten: über drei Millionen

Am Mittwoch hat die Verwaltung die Stadträte über eine Kostensteigerung auf mehr als drei Millionen Euro informiert. Dafür gibt es mehrere Gründe: So sieht der neue Entwurf eine weitere Fahrzeughalle vor. Insgesamt sind damit fünf Garagenhallen geplant. Die Abteilungen Bodersweier und Zierolshofen, erklärte Kehls Feuerwehrkommandant Viktor Liehr, nehmen Aufgaben des Katastrophenschutzes wahr bzw. stellen die Dekontaminationseinheit. Künftig sollen alle Katastrophenschutz-Fahrzeuge am Standort Bodersweier untergebracht werden. Dafür sei eine weitere Garage in Bodersweier nötig, so Liehr. 2015 war man bei der Planung davon ausgegangen, dass 45 Feuerwehrleute dort untergebracht werden müssen. Jetzt gehen die Planer von 68 Feuerwehrleuten aus. Durch das erweiterte Raumprogramm sind rund 65 Quadratmeter mehr nötig – gegenüber dem Vorentwurf 2015.

Externe Planung

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Michael Heitzmann, Leiter des städtischen Gebäudemanagement, wies darauf hin, dass seine Abteilung wegen der vielen Vorhaben nicht alle Projekte gleichzeitig bearbeiten könne. Deshalb soll die Planung an ein externes Büro vergeben werden. Hierfür fallen rund 320 000 Euro Honorarkosten an. Die fünfte Fahrzeughalle kostet etwa 130000 Euro. Die Baukostensteigerung von 2015 bis zur Realisierung 2019 schlägt mit 280000 Euro zu Buche. Rechnet man die zusätzlichen Kosten u. a. für den Bau eines Aufzugs (Barrierefreiheit), der Ausführung des Gebäudes als klimafreundliches Passivhaus und die Vorgaben des Lärmschutzes hinzu, gibt es eine Kostensteigerung gegenüber dem Vorentwurf von 2015 von rund 1,2 Millionen Euro. 

»Wir sind erschrocken«

Wolfgang Maelger, Sprecher der Fraktion Grüne/Frauen/Jugend, sagte zur Kostensteigerung auf rund 3,2 Millionen: »Als wir die Zahl gehört haben, sind wir erschrocken.« Umso wichtiger sei es gewesen, dass ein Experte der Feuerwehr die Notwendigkeit der zusätzlichen Investitionen erklärt habe. Liehr antwortet auf eine Frage Maelgers, dass sich die Kehler Feuerwehr durch den »ansprechenden Neubau« und die Bündelung der Technik in Bodersweier auch mehr Attraktivität erhoffe, so dass die Wehr neue Männer und Frauen gewinnen könne. Der Feuerwehrkommandant betonte auch, dass die Wache in der Kernstadt die Hauptzentrale bleibe. 

Zuschuss wird erwartet

CDU-Stadtrat Andreas Hopp sagte, dass die externen Planungskosten im Sinne des Rates seien, sonst müsste das Projekt womöglich noch einmal um Jahre verschoben werden. Freie-Wähler-Sprecher Horst Heitz wies darauf hin, dass dies der einzige Ausrückbereich in Kehl sei, der ein neues Feuerwehrgerätehaus brauche.

Für die Gesamtkosten kann laut Stadtverwaltung ein Zuschuss von 230000 Euro erwartet werden. Der Gemeinderat wird über die zusätzlichen Mittel im Zug des Doppelhaushaltes 2019/2020 befinden.

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