Schwarzwild-Gewöhnungsgatter Hohnhurst

Jäger widersprechen Kritikern des Projekts

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19. September 2020

Drückjagden, wie hier bei Schenkenzell, sind nach Ansicht der Jäger die effektivste Möglichkeit, den Schwarzwildbestand unter Kontrolle zu halten. Doch dafür benötigen sie auch gut ausgebildete Jagdhunde. ©Bernhard Jaeger

Die Jägervereinigung Kehl-Achern wehrt sich gegen die Kritik am geplanten Schwarzwildgewöhnungsgatter im Endinger Wald zwischen Hohnhurst und Eckartsweier.

In Hohnhurst regt sich Widerstand gegen das zwischen Hohnhurst und Eckartsweier geplante Trainingsgatter für die Jagd auf Schwarzwild. Eine Privat­initiative sammelt Unterschriften gegen das vom Landesjagdverband Baden-Württemberg und dem Forstbezirk Mittleres Rheintal geplante Projekt.

Die Kritiker befürchten unter anderem Beeinträchtigungen für den Endinger Wald als Naherholungsgebiet. Auch sei die Verkehrsbelastung durch an- und abreisende Hundeführer und die Lärmbelastung durch Hundegebell für die Menschen im nur anderthalb Kilometer entfernten Dorf zu groß. Das Gatter liegt zudem mitten in einem Vogelschutzgebiet und grenzt an ein FFH-Gebiet. Für die Vögel bedeute der Trainingsbetrieb Stress. Und schließlich gebe es effektivere Möglichkeiten zur Eindämmung des Schwarzwildbestandes – zumal die Tiere auf den zunehmenden Jagddruck mit erhöhter Fruchtbarkeit reagierten.

Schweinepest droht

Für Rainer Hempelmann, Kreisjägermeister der Jägervereinigung Kehl-Achern, keine nachvollziehbaren Argumente. Er verweist in einer Pressemitteilung der Jägervereinigung nicht zuletzt darauf, dass es in Deutschland mittlerweile mehrere nachgewiesene Fälle der afrikanischen Schweinepest gibt. Um deren weitere Ausbreitung zu verhindern, sei die Jägerschaft von den Veterinärbehörden in die Verantwortung eingebunden, die Schwarzwildpopulation zu senken, und erfülle damit Aufgaben im Rahmen des gesetzlichen Auftrags der Seuchenprävention. Drückjagden, bei denen das Schwarzwild durch Hunde und Treiber in Bewegung versetzt wird, sodass die Tiere ihre Einstände verlassen und erlegt werden können, sind nach Ansicht der Jäger die erfolgreichste Methode, Schwarzwild nachhaltig zu bejagen und so die Bestände zu kontrollieren. 

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Verletzungen vermeiden

Dafür benötige man jedoch brauchbare Hunde, welche geübt sind, am Schwarzwild zu jagen, damit Verletzungen vermieden werden können. „Gerade dieses Training dient einer tierschutzgerechten Jagdausübung“, betont Hempelmann. 
Ein Übungsbetrieb sei lediglich an zwei bis drei Tagen die Woche für zehn bis zwölf Hunde von April bis Oktober geplant. Befürchtungen hinsichtlich erhöhtem Verkehrsaufkommen oder gar ganzer Karawanen von Fahrzeugen „entbehren jeglicher Grundlage“. Daraus könne man auch keine Störung der übrigen Flora und Fauna ableiten, zumal der Betrieb im Einklang mit der Natur stattfinde und sich die Einrichtung des Gatters an den natürlichen Verhältnissen orientiert. Auch vom Hundegebell werde man im Dorf kaum etwas mitbekommen, ist sich Hempelmann sicher.

„Zuspitzung der Diskussion“

Die Kritiker verweisen auch darauf, dass Bäume gefällt werden müssten, um zu verhindern, dass die Umzäunung beim Sturz eines Baums beschädigt wird. Dieses Argument „dient nur einer Zuspitzung der Diskussion“, heißt es in der Erklärung. Im Übrigen müssten kranke, vom Umstürzen bedrohte Bäume immer gefällt werden, da sie den Waldbesucher und die -bewirtschafter gefährden – mit oder ohne Gatter. Und was „effektivere Methoden der Bestandskontrolle“ angeht, wie sie laut Angaben der Kritiker im Ausland praktiziert werden: Die dortigen Verhältnisse seien auf die Lage in Deutschland nicht übertragbar.

„Gerne laden wir die Bevölkerung ein, die notwendige Jagdausübung vorurteilsfrei mit uns zu diskutieren“, heißt es abschließend. Am Montag wird das Projekt erneut im Hohnhurster Ortschaftsrat vorgestellt.

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