Schwarzwildgewöhnungsgatter Mittelbaden

Jagdhunde sollen in Hohnhurst mit Wildschweinen trainieren

Autor: 
Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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14. Juli 2020

20 bis 30 Meter links vom Weg ist das Schwarzwildgewöhnungsgatter geplant. ©Ellen Matzat

Heiß diskutiert wurde am Montagabend im Ortschaftsrat Hohnhurst das zu 80 Prozent auf Hohnhurster Gemarkung geplante Schwarzwildgewöhnungsgatter Mittelbaden. Am Dienstagabend wurde dies dem Eckartsweierer Rat vorgestellt, da 20 Prozent des Vorhabens deren Gemarkung betrifft. 
 

Die Schwarzwilddichte ist bekanntlich sehr hoch und die Schäden in der Landwirtschaft dementsprechend“, erklärte Dieter Krail vom Landesjagdverband. Die größte Gefahr sei die afrikanische Schweinepest, die Millionenschäden in der Schweinezucht bedeuten könnte. „Dem muss man entgegenwirken, denn die Schwarzwildbestände steigen weiterhin stetig an.“ Schwarzwild sei sehr wehrhaft, zeige oft keine Scheu vor Jagdhunden zeige. Im Schwarzwildgewöhnungsgatter werden die Hunde an den Sauen eingearbeitet, an sie gewöhnt. „Wenn ein Hund noch nie an einer Sau war, ist er gefährdet“, erläuterte der Experte, so dass es vom Tierschutz her notwendig sei, dass die jungen Hunde Kontakt zu Wildschweinen bekommen. Sonst könne eine Begegnung für den  Hund tödlich sein.

Kosten: mehr als 300.000 Euro

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Nach einer Forderung des Landesjagdverbandes stelle das Land nun eine Fläche im Staatswald zur Verfügung. Die von 350.000 Euro übernehme der Verband. Die Betreuung soll durch die örtliche Jägerschaft erfolgen. Krail berichtete, dass es bereits ein Gatter im Main-Tauber-Kreis gebe, das für Jäger eine lange Anfahrtszeit bedeute und an seine Auslastungsgrenze gekommen sei. Daher habe man in Mittelbaden eine geeignete Fläche gesucht, da von Bruchsal bis Emmendingen und Kraichgau das größte Schwarzwildvorkommen sei. Der Platz sei von der Autobahn gut erreichbar. Das Einzugsgebiet sei Nord-, Mittel- und Südbaden, Teile Württembergs, Elsass-Lothringen, Saarland, Rheinland-Pfalz und die Schweiz. Die Zufahrt der bis zu 14 Fahrzeuge pro Tag werde sich auf die Ausfahrten Appenweier und Offenburg verteilen, so dass nicht alles durch Hohnhurst fahre, meinte Krail. Für zwei Ruhe-, zwei Arbeits- und ein Kleingatter für Jagdhundewelpen, ein Empfangsgebäude und eine überdachte Station zum Füttern und Verteilen der Wildschweine sind sechs Hektar vorgesehen.  Krail betonte, dass alles tierschutzgerecht zuginge. Ideal sei, dass es sich nicht um ein FFH- oder Vogelschutzgebiet handle und es wahrscheinlich keine naturschutzrechtlichen Bedenken gebe. Dies werde mit der Naturschutzbehörde noch abgeklärt. Im Gatter sollen fünf bis sieben Wildschweine sein. Von Anfang April bis Ende Oktober soll an zwei bis drei Tagen pro Woche mit zehn bis zwölf Hunden pro Tag geübt werden. „Aggressive Hunde dürfen nicht hinein, nur solche, die Abstand halten“, so Krail. 

Kompromiss gesucht

Michael Gross gab zu bedenken, dass die Zufahrt, über die aktuell schon zu viele Autos fahren, durch das Naherholungsgebiet geht, während Gerd Köbel bei dieser geringen Anzahl keine Probleme sah. Ortsvorsteher Volker Lutz wünschte sich im Gegenzug einen Nutzen für Hohnhurst und schlug die Verbesserung des Kanalweges vor. Von Gastronomie und Übernachtungen kann der Ort nicht profitieren, da keine Gasthäuser vorhanden sind. Lutz und Holger Schütz vom Forst Baden-Württemberg möchten hier im Gespräch bleiben, um Kompromisse zu finden und auch um eine Entzerrung des zusätzlichen Verkehrs zu erreichen. Grundsätzlich wurde das Gatter als sinnvoll angesehen, auch von den anwesenden Jägern. Das Vorgehen mit der frühzeitigen Beteiligung wurde von Lutz sehr gelobt.

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