Kehl - Goldscheuer

Jahreskonzert des Musikvereins »Rheinlust« Goldscheuer

Autor: 
Heidi Ast
Lesezeit 3 Minuten
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09. April 2019

Vor beeindruckendem Ambiente präsentierte sich der Musikverein »Rheinlust« bei seinem Jahreskonzert. ©Heidi Ast

Der Musikverein »Rheinlust« präsentiert bei seinem Jahreskonzert  eine gelungene Mischung aus Klassik- und Rockmusik-Klassikern in neukirchlichem Ambiente.
 

Fünf Minuten vor Beginn der Vorstellung werden noch immer Stühle hereingetragen, um Platz für die fast 400 Gäste zu schaffen, die sich an diesem Sonntag in der katholischen Maria-Hilf-Kirche eingefunden haben. Die Kirche wurde 2014 von dem Offenburger Künstler Stefan Strumbel zu einem Kunstwerk umgestaltet und damit vor der Schließung bewahrt. Wenn man jetzt die 50 Musiker, begleitet von tieftönenden  Trommelwirbeln, ihre Plätze vor einer schlichten Kreuzigungsdarstellung mit rosafarbenem  Strahlenkranz einnehmen sieht, kaum noch vorstellbar. 

Mit vollem Einsatz

»Also sprach Zarathustra« von Richard Strauss – ein bombastisches Gänsehautintro, fast  sakral, auch wenn die Inspiration durch Friedrich Nietzsche inhaltlich wenig Kirchliches hat. Der Übergang zum Finale der »Wilhelm Tell«-Overtüre ist fließend, energetisch, mit  hoher Zugkraft mit vollem Einsatz der gesamten Bläserschaft. Ein Mitglied des Musikvereins,Tina Hansert, verbringt an diesem Sonntag ihren  Geburtstag mit den Musikerkollegen, denn Partymusik gibt es im Verlauf des Abends noch jede Menge. Es folgt ein Walzer von Johann Strauss; »Rosen aus dem Süden«, der wie viele Walzerkompositionen aus dem österreichischen Nachbarland Marschmusik und  schwebenden Dreiviertel Takt auf das harmonischste miteinander vereint. 

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Weiter geht die musikalische Fahrt an den persischen Hof der Prinzessin Turandot.  »Nessun dorma«, wohl eine der bekanntesten Arien der klassichen Musik. Den Gesangspart  übernehmen die Trompeten, während hintergründiges Trommeln an den Gang zur  Hinrichtung mahnt. Fagotte und Oboen heben gemeinschaftlich das dramatische Thema in die Höhe und füllen den hohen Saal. Provokant und mit dem wohl heutzutage politisch  unkorrekten Titel »Weibermarsch« wird kraftvolle Frauenpower aus den »Lustigen Weibern« von Franz Léhar zelebriert. Der erste Teil des Abends endet mit der bei Blasorchestern sehr beliebten Tritsch-Tratsch- Polka. 

In der Pause überreicht der Kehler Oberbürgermeister Toni Vetrano Urkunden an viele  verdiente Musiker und Unterstützer des Musikvereins, darunter auch Kirsten Rosa – Ehefrau des Dirigenten, die zwar noch keine 40 Jahre aktiv ist, wie die anderen Geehrten,  »aber 16 Jahre Verwaltung für den Verein sind ja fast gefühlte 40 Jahre« – so Vetrano bei  der Übergabe. Nach der Pause sind die großen Rocklegenden dran. Den Anfang macht ein Rolling- Stones-Medley. »Paint it Black« mit fordernden, rollenden Drums und einem Glockenspielausklang, der eine perfekte Überleitung zu dem Mädchen, dem man keinen Namen geben kann  »Ruby Tuesday« ergibt. 

Tragend mit ausgelassener Weite, die Klarinetten. »I cant get no satisfaction!« rundet das Medley ab. Es folgt Bon Jovi und die Königin der Rockhits  »Bohemian Rhapsody«, dieses einmalige Konglomerat von Rock, Oper und Ballade. Der  Musikverein huldigt mit herantastenden Oboen, die Klarinetten imitieren »Easy come, easy  go«. Mit einer gelungenen Soloeinlage am Piano und am Saxophon wird übernommen.

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