Kehl

Junge Virtuosen spielen für Kehler Teens und Kinder

Autor: 
Simona Ciubotaru
Lesezeit 3 Minuten
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12. Oktober 2021
Julius Schepansky (Akkordeon) und Johann Caspar Wedell (Violoncello) faszinierten Klein und Groß bei ihrem Kinderkonzert im Kulturhaus.

Julius Schepansky (Akkordeon) und Johann Caspar Wedell (Violoncello) faszinierten Klein und Groß bei ihrem Kinderkonzert im Kulturhaus. ©Simona Ciubotaru

Von „Bruder Jakob“ über Barockwerke bis hin zu Charles Aznavour: Das Duo Julius Schepansky und Johann Caspar Wedell führte Groß und Klein durch die vielfältige Welt der Klassik.

Im Zuge seiner neuen Reihe „Schau Mal!“ stellte das Kehler Kulturbüro am Sonntag ein Kinderkonzert auf die Beine. Das Duo Julius Schepansky (Akkordeon) und Johann Caspar Wedell (Violoncello) gestaltete die Matinee. Dabei nahm es Kinder und Eltern auf eine musikalische Reise nach Frankreich mit.

Es sind diese Momente im Leben eines Kindes, die sich tief in das Gedächtnis einprägen und prägend wirken − Momente voll Staunen und Glück bei einem Konzert etwa, wenn ein Kind die Schönheit der komplexen Musik entdeckt. Wie wunderbar verschiedene Instrumente klingen können, wenn man sie beherrscht, wie vielfältig Klassik ist, und wie tief sie berührt. Nach einem solchen Erlebnis haben viele Kinder angefangen, diese Musik zu lieben und wollten auch ein Instrument erlernen.

Das wissen auch die zwei hochtalentierten und vielfach preisgekrönten Musiker Julius Schepansky (Akkordeon) und Johann Caspar Wedell (Violoncello) nur zu gut, denn sie sind selbst sehr jung − Julius studiert noch. Daher konzipierten sie ein Kinderkonzert, in dem den Kleinen und ihrer Familie gleichermaßen ein besonderes ästhetisches Erlebnis geschenkt wird.

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Auf der Suche nach den Ursprüngen von „Bruder Jakob“ werden die Zuhörer auf eine Epochenreise der französischen Musik mitgenommen. Sie beginnt in der Barockzeit mit Stücken von Jean-Baptiste Barrière (1707 bis 1747) und endet in der Gegenwart, mit Stücken von Nadia Boulanger (1887 bis 1979) und Charles Aznavour (1924 bis 2018). Dazwischen Werke von Gabriel Faurés (1845 bis 1924). Die Show wurde liebevoll aufgebaut: Die Künstler sprechen mit den Kindern, geben ihnen Erklärungen, binden sie in das Geschehen ein, so das die Jungen und Mädchen stets dabei und voller Begeisterung bleiben, obschon die Kompositionen anspruchsvoll sind.

Das Besondere daran? Keins von den Stücken aus dem Repertoire wurde für Akkordeon geschrieben. Und da kam es zum Aha-Effekt bei den Erwachsenen und Teenies, die gute Musikkenner sind: Ein Akkordeon spielt die Partie des Cembalos und des Pianos, und das klingt atemberaubend. Die versierten Fingern von Schepansky zu beobachten, hat die Zuschauern, klein und groß, sehr fasziniert. Der Musiker spielte übrigens brillant alle Stücke ohne Partitur – kein einziger falscher Ton!

In der Musik tief versunken, mit geschlossenen Augen und geradezu Engelsgesichtern spielten beide Virtuosen − auch Wedell, dessen Violoncello warm, samtig klang und irgendwie Wellen von inneren Ruhe verbreitete.

Die Kinder verschiedenes Alters saßen die meiste Zeit ruhig und hörten konzentriert zu. Manche waren recht klein − begeistert hat sie am meisten der 300 Jahre alte „Bruder Jakob“, der nach einer dissonanten, lustigen Suche von Julius endlich richtig erklang und dann mit dem ganzen Saal im Kanon gesungen wurde. Die älteren Kinder wurden anderweitig berührt: Ihnen haben auch die komplexen Kompositionen gut gefallen, und sie waren von der Virtuosität der beiden Instrumentalisten fasziniert. Ein Teenager kam nicht mehr aus dem Staunen heraus: Er habe das Akkordeon unterschätzt. Für ihn war das Konzert eine Offenbarung.

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