Haushaltsanmeldungen

Kämmerer setzt in Leutesheim den Rotstift an

Autor: 
Jürgen Preiss
Lesezeit 3 Minuten
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18. November 2020

Der alte Behelfssteg über dem Gießelbach kommt weg. Als Ersatz gibt es eine Brücke, die zuvor bei der Kehler „Rheinschneck“ im Einsatz war. ©Jürgen Preiß

Kaum etwas übrig bleibt nach einer städtischen Streichaktion von den Leutesheimer Haushaltsanmeldungen. Lediglich eine neue Brücke über den Gießelbach gibt es – zu einem Schnäppchenpreis.

Die Leutesheimer Haushaltsanmeldungen für den Doppelhaushalt 2021/22 scheinen nach Lage der Dinge weitgehend im Sand zu verlaufen. Die Stadtkämmerei hat bei einem Vorgespräch am 10. November den Rotstift angesetzt.

Und das nicht zu knapp, berichtete Rathauschef Heinz Faulhaber in der jüngsten Ratssitzung. Am Schluss scheint nur sehr wenig für die Ortschaft Leutesheim übrig zu bleiben. Ortsvorsteher Heinz Faulhaber ließ seinen Unmut darüber aus: „In den letzten Jahren verliefen die Verhandlungen über unsere Haushaltsanträge ernüchternd. Jetzt aber sind sie nur noch frustrierend“, klagte der Leutesheimer Rathauschef. 

Das letzte Wort sei allerdings hier noch nicht gesprochen, sagte Heinz Faulhaber, „die Entscheidung fällt der Gemeinderat“.

Angemeldet für den Doppelhaushalt 2021/22 hatten die Leutesheimer unter anderem die Instandsetzung der Rathaus-Außenfassade, die Betonsanierung an der Mehrzweckhalle und die Renovierung der dortigen Toiletten und Umkleideräume. Auf der Liste stand zudem die Reparatur eines Flachdachs am Feuerwehrhaus, Arbeiten am Kindergartengebäude sowie an der Aussegnungshalle am Friedhof.

Dringenden Handlungsbedarf sieht der Ortschaftsrat auch bei der Erschließung neuer Wohnbauplätze im „Langesand“. Das letzte größere Baugebiet im „Hinterhof“ wurde 1997 erschlossen, berichtete Faulhaber. Die Ortsverwaltung hätte bereits Gespräche mit den Grundstückseigentümern geführt und die benötigten Flächen seien bereits erworben. Doch nun sei die Verfügbarkeit deutlich eingetrübt.

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Was passiert mit der Umgestaltung Ortsmitte?

Richtige Bauchschmerzen bereitet den Leutesheimer Räten auch die Verschiebung der Umgestaltungsmaßnahme in der Ortsmitte. Damit käme auch die dringend erforderliche Sanierung des Straßenbelags der Ortsdurchfahrt, die bereits im jetzigen Doppelhaushalt genehmigt ist, in weiteren zeitlichen Verzug. Mit diesen Arbeiten hatte man mit Blick auf die anstehende Umgestaltung des Bereichs zwischen Kirche und Rathaus noch gewartet. „Rückblickend war das ein Fehler“, grollte Ratsmitglied Hans Baas.

Außer der weiteren Sanierung der Grundschule habe man in Leutesheim nicht viel bekommen, sagte Ortsvorsteher Heinz Faulhaber. Man müsse hoffen, dass wenigstens der Anbau für die Ganztagsbetreuung, die ab 2025 angeboten werden müsse, komme.

Was ansonsten nach der städtischen Rotstiftattacke letztendlich auf der Leutesheimer Anmeldeliste stehen blieb, ist schnell aufgezählt.

Es bleibt die Neuanschaffung einer Fußgängerbrücke am Ende der Straße „Am Rheindamm“. Die Kosten für den neuen Steg über den Gießelbach waren ursprünglich mit 15 000 Euro veranschlagt.

Die Maßnahme wird nun aber deutlich billiger. Das Tiefbauamt der Stadt hat eine gebrauchte Brücke von der Kehler „Rheinschneck“ organisiert. K

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