Neues Projekt

Kehl: "Balu und Du" stärkt Grundschüler

Autor: 
Redaktion
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05. August 2020

Miran bewegt sich gerne und läuft mit Nina auf den Abgrenzungen des Brunnenablaufs um die Wette. ©Stadt Kehl

Im Rahmen eines neuen Projekts kooperieren die Kehler Verwaltungshochschule und die Stadt: Studenten kümmern sich in ihrer Freizeit um Grundschüler, die in ihrer Entwicklung etwas Unterstützung benötigen.

„Ich bin gerne mit Kindern zusammen“, sagt Nina Just und ihr reicht das als Begründung auch schon fast aus: Ein Studienjahr lang, schreibt die Kehler Stadtverwaltung in einer Pressemitteilung, hat die junge Frau beim Projekt „Balu und du“ mitgemacht, das aus einer Kooperation zwischen der Hochschule Kehl und dem Fachbereich Bildung, Soziales und Kultur der Stadt Kehl entstanden ist. Mehrere Studierende, heißt es, hätten bereits zugesagt, sich von Herbst an als Balus in dem bundesweiten Programm engagieren zu wollen. Auch die Grundschüler, die sie als ihre Moglis begleiten werden, sind bereits ausgewählt, berichtet die städtische Bildungskoordinatorin Aurore Wenner. Für Hochschulrektor Joachim Beck und den städtischen Fachbereichsleiter Marcus Kröckel weist die Bedeutung von „Balu und du“ über das exemplarische Engagement der Studierenden hinaus: Hochschule und Stadt wollten enger zusammenarbeiten und mehr Projekte gemeinsam umsetzen.
„Das Wettrennen auf den Weißtannenturm war Mirans Idee“, erzählt Nina, „und er hat gewonnen“. Miran strahlt. „Ich mache Parcours“, sagt Miran und Nina lächelt: „Ja, er klettert sehr gerne; ich hab‘ manchmal Angst, er könnte runterfallen.“ Miran und Nina haben sich zum Abschlusstreffen verabredet; das Studienjahr ist zu Ende, Nina verabschiedet sich in die Praxisphase. Der Achtjährige und die Bachelor-Studentin an der Kehler Hochschule haben sich im Rahmen des Projekts „Balu und du“ seltener gesehen, als sie gehofft hatten. Während des Kontaktverbots in der Hochphase der Corona-Epidemie waren persönliche Treffen nicht möglich.

Kontakt gehalten

Das Rennen auf den Aussichtsturm, die Besuche auf dem Spielplatz zwischen Altrhein und Haus der Jugend, das gemeinsame Kekse-Backen, all das hat vor Corona stattgefunden. In der Zeit, in der sie sich nicht sehen konnten, hat Nina trotzdem den Kontakt gehalten: Sie hat ihm Pakete geschickt, Briefe „oder Sprachnachrichten über seine Mutter“. 

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Gemeinsam werfen die beiden von der Seebühne im Rosengarten Steine ins Wasser des Altrheins oder balancieren auf der Abgrenzung des Wasserlaufs – wieder ist Miran schneller als Nina. Zum Abschluss ihres Balu-und-Mogli-Jahrs wollen sie noch zum Wasserband. Doch bevor sie losgehen, schreibt Miran mit einem Stein noch „Miran und Nina“ auf eine der Sitzstufen. 

Jeder Balu und jeder Mogli kann nur ein Jahr im Programm mitmachen. Die Stimmung ist etwas melancholisch. Nina will den Kontakt zu Miran halten, sagt sie und Aurore Wenner bestätigt: Viele Balus haben mit ihren Moglis noch jahrelang Kontakt – „sogar nach 20 Jahren“, macht sie den beiden Hoffnung.

Nina hat sich „Balu und du“ als ein Fachprojekt aus mehreren Optionen ausgewählt. Nach einem Einzelgespräch mit Aurore Wenner hat sie den Vertrag unterschrieben. Bis Corona kam, haben sich Nina und ihr Mogli Miran jede Woche getroffen, mindestens ein bis zwei Stunden lang. Jede zweite Woche kam sie mit Aurore Wenner zusammen, um sich 90 Minuten, darüber zu unterhalten, wie sich das Zusammensein mit Miran gestaltet. Außerdem bekommen die Balus Tipps für Unternehmungen mit ihren Moglis, was sie beispielweise im Wald gemeinsam machen können, wie sie ihnen das Internet mit all seinen Vor- und Nachteilen näherbringen oder Gesundheitsthemen so ansprechen können, dass sie für Grundschüler interessant sind.
Die Moglis werden von ihren Lehrern fürs Programm vorgeschlagen. Es sind Kinder, die in ihrer Entwicklung noch etwas Unterstützung brauchen. Je nach Bedarf gestaltet sich dann auch das Zusammensein mit ihren Balus: „Manche machen auch mal Hausaufgaben oder lernen gemeinsam“, erklärt Aurore Wenner, die sich bereits auf die Fortsetzung von „Balu und du“ im nächsten Semester freut.

Hochschulrektor Joachim Beck und Professor Jürgen Fischer, der im Bachelor-Studiengang Public Management einige der Balus unterrichtet, freuen sich über das Engagement der Studierenden. Es tue ihnen gut, über die Theorie hinaus aktiv werden und Erfahrungen sammeln zu können.
Marcus Kröckel begrüßt darüber hinaus, dass die Studierenden, die aus ganz Baden-Württemberg kommen, dadurch auch einen stärkeren Bezug zu Kehl bekommen. 

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