Kehl - Goldscheuer

Kehler Bürgerstiftung veranstaltet Abend der Superlative

Simona Ciubotaru
Lesezeit 3 Minuten
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26. September 2022
Theodor Guschlbauer moderierte die einzelnen Stücke an und wußte zu jedem interessante Details. Anschließend gab es nach jedem Werk minutenlangen Applaus.

(Bild 1/2) Theodor Guschlbauer moderierte die einzelnen Stücke an und wußte zu jedem interessante Details. Anschließend gab es nach jedem Werk minutenlangen Applaus. ©Simona Ciubotaru

Das Kammerensemble Kehl-Strasbourg und junge Solisten spielen beim Jahreskonzert der Bürgerstiftung Kehl unter der Leitung des Stardirigenten Theodor Guschlbauer.

In der katholischen Kirche Goldscheuer fand nach fast drei Jahren Coronabedingter Pause das traditionelle Jahreskonzert der Bürgerstiftung Kehl statt. Das Kammerensemble Kehl-Strasbourg und junge Solisten boten unter der Leitung des Stardirigenten Theodor Guschlbauer einen Abend der Superlative.

Die Lockdowns ertragen, immer wieder Termine verschieben, allein in der Stube üben, Bangen und Hoffen – das klingt chancenvoll wie „Warten auf Godot“. Aber der Albtraum ist doch vorbei, und am Sonntag durfte das Publikum das langersehnte Jahreskonzert der Bürgerstiftung mit dem Kammerensemble Kehl-Strasbourg und Maestro Theodor Guschlbauer als Dirigent endlich wieder erleben.

Die Vorbereitungen für das Konzert liefen auch dieses Mal nicht ohne Schocks und Pannen, berichtete im Nachhinein Suzanne Da Costa-Kunz, Konzertmeisterin des Orchesters. Anfang der Woche standen sie plötzlich ohne die vorangekündigte Sopranistin und Violinistin da. Demzufolge musste das Programm umgestaltet werden, und an ihrer Stelle sprangen als Solisten die von Guschlbauer geförderten jungen Talente Alexandre Morard (Klarinette) und Michele Anzalone (Fagott) ein.

Interessante Details

Sie boten das Konzert für Klarinette und Orchester Nr. 2 in Es-Dur, Op.74, beziehungsweise Konzert für Fagott und Orchester, Op.75, von Carl Maria von Weber. Im Repertoire stand zudem auch Rossinis Sinfonia L`Italiana in Algeri, eine energiegeladene Komposition. Darauf das Konzert für Flöte, Harfe und Orchester, KV 299 in A-Dur von Mozart und die Ouvertüre zu Goethes Hermann und Dorothea, Op. 136, von Robert Schumann. Guschlbauer übernahm die ­Moderation dazu und gab dem Publikum interessante Details preis.

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Gemeinsam geprobt wurde nur an drei Tagen. Was das Auditorium daraufhin erlebte, war jedoch ein gewaltiges Kulturereignis, das alle erstaunte und beglückte. Ein Kontinuum von geradezu erschütternder Schönheit, das bei Musikkennern generell intellektuelle Orgasmen, gepaart mit emotionellem Erbeben, hervorruft, Gefühle wie Reiten auf hohen Wellen kommen auf, das ist Sucht pur.
Die Leute jubelten nach jedem Stück den Künstlern zu, applaudierten minutenlang mit leuchtenden Augen und sprachen am Ende von dem „Besten, was Kehl seit drei Jahren musikalisch bekommen hat“, und über das Ensemble als „von Weltrang, das Beste, was wir in der Region haben“.

Wohl mit Recht, denn unter der Hand von Guschlbauer zeigte das Orchester erneut, was es so kann. Sein Klang war satt, völlig in Balance zwischen Bläsern und den Streichern. Er schwoll im Crescendo wie ein Sturm an, flüsterte darauf transparent im Pianissimo, galoppierte rasant wie durch Lichtwälder bei Rossini, ertönte zeremoniös und bedrohlich in der Marseillaise, die Schumann in seiner Ouvertüre eingebaut hat. Elegische Stimmen klagten im zweiten Satz des Konzertes für Klarinette von Weber, um dann die Auferstehung mit allen Sinnen zu feiern.

Alexandre Morard erwies sich als ein hochbegabter Virtuose – völlig in sich versunken spielte er ohne Partitur, mit geschlossenen Augen. Michele Anzalone stand ihm mitnichten nach – saubere Technik, glatte Übergänge, ein reiner Sound in allen Lagen.

Mitten ins Herz

Und nicht zuletzt Heike Thoma (Flöte) und Elena Vallebona (Harfe) trafen das Auditorium mitten ins Herz mit ihrer Zartheit und der nuancenreichen Darbietung.
Das war des Maestros und aller Musiker Liebeserklärung an die Welt – ein Geschenk, das mancherlei heilen kann. Zugaben folgten. Vor Seligkeit weinend gab es Applaus und Dankbarkeit vom Publikum.

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