Kehl

Kehler Christen fordern Impulse der Landeskirche

Autor: 
Sabine Schafbauer
Lesezeit 3 Minuten
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02. Dezember 2019

Die Hauptamtlichen, Prädikanten und Ruheständler des evangelischen Dekanats Kehl machten sich gemeinsam mit Oberkirchenrätin Cornelia Weber (rechts) Gedanken über den Rückgang der Mitglieder in der Landeskirche. ©Sabine Schafbauer

Das evangelische Dekanat Kehl leidet unter einem Rückgang der Hauptamtlichen. Immer häufiger übernehmen Laienprediger oder Pfarrer im Ruhestand den Gottesdienst. Im Rahmen des Jahresabschlusskonvents blickten die Verantwortlichen auf große Herausforderungen.

Beim traditionellen Jahresabschlusskonvent des evangelischen Dekanats Kehl waren auch Prädikanten und aktive Ruheständler zu Gast. Oberkirchenrätin Cornelia Weber berichtete über Aktuelles in der Landeskirche. Ohne Prädikanten und aktive Pfarrer im Ruhestand könnten nicht alle Gottesdienste durchgehend bedient werden. Die Decke der Hauptamtlichen werde immer dünner und das nicht nur im Dekanat Kehl. Bei einem Abendmahlsgottesdienst in der Christuskirche dankte Günter Ihle am Freitag allen Haupt- und Ehrenamtlichen für ihr Engagement.

„Advent heißt Ankunft“

Cornelia Weber betrachtete in ihrer Predigt die Adventszeit. „Advent bedeutet Ankunft“, führte die Oberkirchenrätin aus. Es sei eine Zeit, in der die Sehnsucht nach Frieden und Versöhnung sehr groß sei. „Advent bedeutet auch Veränderung und die Möglichkeit, unsere Sichtweisen heilsam infrage  zu stellen“, so Weber. 

Dekan Günter Ihle blickte auf ein bewegtes Jahr zurück, das mit seinen zahlreichen Vakanzen eine große Herausforderung an die Diensthabenden war. Besondere Anerkennung zollte er den Prädikanten und aktiven Ruheständlern, ohne deren Unterstützung vieles nicht möglich wäre. Im Dekanat Kehl wirken derzeit 13 Prädikanten mit, im Kirchenbezirk Ortenau sind es insgesamt 42. Die Anwärter werden in mehreren Wochenendseminaren ausgebildet und können die Pfarrer dann durch Übernahme von Gottesdiensten, Taufen, Trauungen und Beerdigungen als Laienprediger entlasten. 

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Gemäß dem Priestertum aller Gläubigen aus der Reformationszeit ist jeder Gläubige dazu berufen, Gottes Wort zu verkünden. Interessenten können sich über den Kirchengemeinderat vorschlagen lassen und sich dann zum Prädikanten weiterbilden. 

Genügend Kirchenälteste

Im Hinblick auf die Kirchenwahlen am 1. Dezember freute sich Cornelia Weber, dass es vielen Gemeinden gelungen ist, genug Kirchenälteste zu finden, damit beschlussfähige Gremien zustande kommen können. „Es funktioniert noch, aber wir müssen uns dennoch grundsätzliche Gedanken zum Amt der Kirchenältesten machen“, gab die Oberkirchenrätin zu bedenken. 

Auch die personelle Situation der Hauptamtlichen werde sich in den nächsten Jahren verändern, da nicht jeder Ruheständler mehr ersetzt werden könne. Durch den steten Rückgang der Mitglieder sei ein Umdenken in der Landeskirche und darüber hinaus notwendig. „Die Situation fordert Kirche heraus. Wir müssen uns fragen, was unser Auftrag ist“, so Weber. 

Ihrer Ansicht nach braucht es mehr Menschen, die von außen auf Kirchen schauen und neue Impulse setzen. „Wir müssen Menschen ansprechen, die nicht von selbst in die Kirche kommen.“ Zum Abschluss des Konvents gab es noch ein gemeinsames Essen, bei dem schon angeregte und zuversichtliche Gespräche über mögliche Veränderungen in Gang kamen.

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