"Maria 2.0"

Kehler Katholikinnen kämpfen für ihre Rechte

Ellen Matzat
Lesezeit 3 Minuten
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15. Januar 2020

Kämpfen für Erneuerung ihrer Kirche: Katholikinnen aus Kehl, hinten, von links: Yvonne Schmidt, Ilse Ewert, Barbara Seigner-Beyer, Petra Heuer und Annie Fischer. Vorne: Petra Külpmann, Marianne Seger, Elvira Rich-Armas und Nathalie Jockers. ©Ellen Matzat

„Maria 2.0“ heißt eine Aktion, die es sich auf die Fahne geschrieben hat, die Rechte von Frauen innerhalb der Katholischen Kirche zu stärken. In Kehl haben sich dazu zwei Frauengruppen gebildet, die für 2. Februar einen Sternmarsch organisieren.

Am Montagabend fand im Korker Gemeindehaus „Arche“ die dritte gemeinsame Besprechung der Seelsorgeeinheit Kehl mit den Pfarreien St. Maria und St. Johannes Nepomuk und der Kirchengemeinde Hanauerland in Sachen Frauenbewegung „Maria 2.0“ statt. Am 2. Februar, Mariä Lichtmess, ist eine Sternwanderung für eine Erneuerung der Kirche geplant. Diese Aktion sollte im Rahmen der Besprechung vorbereitet werden.  

Von der Kirchengemeinde Hanauerland setzen sich 13 Frauen, von der Seelsorgeeinheit Kehl sieben Frauen für die inzwischen internationale Erneuerungsbewegung ein, die sich gegen die Ausgrenzung von Frauen innerhalb der Katholischen Kirche richtet und Anfang des vergangenen Jahre aus einer zunächst kleinen Frauengruppe heraus entstanden war, wie Petra Külpmann, eine der Kehler Initiatorinnen, erklärt. 

„Maria 2.0“ fordert für Frauen den Zugang zu allen kirchlichen Ämtern. Außerdem setzt sie sich für die Aufarbeitung von Missbrauchsfällen sowie die Überstellung der Täter an weltliche Gerichte ein. Weiterhin soll das Pflichtzölibat aufgehoben und die kirchliche Sexualmoral der Lebenswirklichkeit der Menschen angepasst werden. 

Die Forderung einer geschlechtergerechten Kirche findet im deutschsprachigen Raum große Unterstützung. Bischöfe, Priester, Ordensgemeinschaften und katholische Organisationen wie die Katholische Frauengemeinschaft Deutschland (KFD) setzen sich dafür ein. 

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Gründung im Sommer 2019

Beide Frauengruppen gründeten sich unabhängig voneinander im Sommer 2019. Die Idee zu einer Vernetzung hatte Gemeindereferentin Barbara Seigner-Beyer, die in der Kirchengemeinde Hanauerland arbeitet und gleichzeitig seit vielen Jahren Kontakte zur Seelsorgeeinheit Kehl hat. Das erste gemeinsame Treffen fand am 4. November vergangenen Jahres statt. 

Ein Höhepunkt ist die Sternwanderung am 2. Februar, die als erstes Projekt von beiden Kirchengemeinden gemeinsam durchgeführt wird. Damit soll ein großer Kreis an Menschen erreicht werden. Gestartet wird von vier Kirchen aus, Ziel ist die Korker Herz-Jesu-Kirche, wo die Pilger und Wanderer ab 17 Uhr mit Kartoffelsuppe und Tee empfangen werden. 

Den Abschluss bildet um 18 Uhr eine Lichterfeier in der Kirche, zu der vor dem Gebäude ein Feuer entzündet wird. Die vier Startpunkte sind die Nikolauskapelle in Hausgereut (14 Uhr, 12 Kilometer), die evangelische Kirche in Bodersweier (16 Uhr, 3,5 km) über das Rathaus in Querbach (16.30 Uhr), Kirche St. Maria in Kehl (16 Uhr, 4,8 km) und die evangelische Kirche in Willstätt (16 Uhr, 4 km). 

Alle Wege wurden bereits ausprobiert und werden von jemanden aus den beiden Gruppen geführt. Die Organisatoren wünsche eine unverbindliche Anmeldung unter • 0 78 51/33 45 oder E-Mail kork@kath-hanauerland.de. Die Arbeitskreise „Maria 2.0“ und „Frauen bewegen die Kirche“ freuen sich auf eine hohe Beteiligung und betonen, dass jeder kommen dürfe (gerne auch Männer), egal welcher Konfession. 
◼ Vorschau: Für Sonntag, 17. Mai, um 19 Uhr lädt die Pfarrei St. Maria zum scharfzüngigen Kirchen-Kabarett mit dem Duo Camillo ein.

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