Kehl

Kehler Narren übernehmen die Macht im Rathaus

Autor: 
Redaktion Kehl
Lesezeit 3 Minuten
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20. Februar 2020

oldonkel mit Degen läutete zum Rathaussturm, in dessen Folge Oberbürgermeister Toni Vetrano in Ketten gelegt wurde ©Stadt Kehl

Oberbürgermeister Toni Vetrano musste nicht nur die Macht des Rathauses in die Hände der Kehler Narren geben. Er wurde auch vor ein heikles Gericht gestellt. So manche Missstände kamen dabei aufs Tablett.
 

Die Narren haben in Kehl die Macht an sich gerissen. Pünktlich um 11.11 Uhr stürmten die Schlammhexen gestern am Schmutzigen Donnerstag das Rathaus und legten Oberbürgermeister Toni Vetrano in Ketten. Der OB musste den goldenen Schlüssel der Stadt an die Schlammhexen abtreten, die nun mit „närrischer Schläue“ die Geschicke Kehls bis Aschermittwoch lenken wollen. 

Im Alleingang gelang ihnen die „Machtergreifung“ jedoch nicht. Unterstützung erhielten die Hästräger von den „Kähler Rhinhäxe“, den „Kehler Füchsen“, den „Beelzebube us Kehl“, der Interessensgemeinschaft Kehler Kinder- und Jugendumzug sowie von den kleinen Narren der Kindertageseinrichtungen Kreuzmatt, Sölling, Sundheim und St. Maria.

Goldener Schlüssel 

Vor dem Rathauseingang scharrten die Schlammhexen bereits ungeduldig mit den Füßen. Jeden Moment sollte der Uhrzeiger auf 11.11 Uhr springen – und der Goldonkel mit Schiffshut und Degen zum Rathaussturm läuten. Oberbürgermeister Toni Vetrano ahnte bereits, was ihm bevorstand, und erwartete die Narren bereits in seinem Büro. Den goldenen Schlüssel der Stadt fest umschlossen, ergab er sich den Schlammhexen und ließ sich von ihnen nahezu widerstandslos in Ketten legen. 

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Hexenkäfig drohte

Hexenkäfig oder Freiheit? Nach dem Rathaussturm musste sich der OB traditionell dem Narrengericht stellen. Weil es auf dem Rathausvorplatz aufgrund der Tramhaltestelle zu gefährlich wäre, wurden Bühne und Hexenkäfig in diesem Jahr auf die Rathausrückseite verlegt. Die Feierlichkeiten störte dies wenig. 

Die Kinder der Kindertageseinrichtungen Kreuzmatt und Sölling zeigten jeweils eine kleine Tanzaufführung. Und nach einem humorvollen Grußwort von Stefan Kaiser, Vorsitzender des Fördervereins Kehler Fastnacht, wurde es ernst für Oberbürgermeister Toni Vetrano. Steve Altmann von den Kehler Schlammhexen verlas die Anklageschrift. Die Narren hatten einiges an Lob und Tadel zusammengetragen. Ein dickes Lob gab es für Fiona Härtel und ihr Team von Stadtmarketing Kehl. Auch der OB konnte Bonuspunkte einheimsen. Immerhin hatte er im vergangenen Jahr das Fasnachtswochenende eingeläutet. Nur die Schwimmbad-Tumulte im Sommer und das drohende Krankenhaus-Aus für Kehl waren den Schlammhexen laut Steve Altmann sauer aufgestoßen. Aber: Der OB versprach den Kindern, die über Hexenkäfig und Freiheit entscheiden sollten, im Sommer ein Eis auszugeben – und konnte sich so seinen „Freispruch“ sichern. 

Buffet eröffnet

„Fasnacht ist Tradition und Brauchtumspflege, das ist toll“, sagte OB Toni Vetrano und bedankte sich auch bei den tanzfreudigen Kindern vor der Bühne. „Kinder machen den Rathaussturm wundervoll.“ Anschließend überreichte er „kraft souveräner Willkür“ den goldenen Schlüssel der Stadt an Steve Altmann, der in seiner ersten Amtshandlung als „neuer OB“ erst einmal das Buffet eröffnete.

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