Kehl

Kehler Rap-Duo Zweierpasch mit neuer Single

Autor: 
Florian Würth
Lesezeit 3 Minuten
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01. Januar 2018

Felix (rechts) und Till Neumann mit ihrem Kameramann Felix Brauner beim Video-Dreh zu »Double Vie«. ©Zweierpasch

Zwei Brüder, zwei Welten, zwei Sprachen: Das sind die Zwillinge Felix und Till Neumann von Zweierpasch. In Kehl, wo Felix lebt, sind die beiden durch verschiedene Auftritte – etwa beim Tram-Fest – längst keine Unbekannten mehr. Jetzt haben die beiden eine zweite Single aus ihrem Album »Double Vie« ausgekoppelt. 

Es gibt in der Region nur wenige Musik-Acts, die umtriebiger sind als Zweierpasch. Auch in Kehl ist es immer wieder aktiv. Kurz vor Weihnachten hat das Hip-Hop-Duo aus dem deutsch-französischen Grenzgebiet Freiburg/Straßburg die zweite Single aus seinem Album »Double Vie« veröffentlicht. 

Ein mysteriöser Koffer und gespaltene Persönlichkeiten
Im dramatischen Video zum gleichnamigen Titeltrack dreht sich alles um einen mysteriösen Koffer und gespaltene Persönlichkeiten. Profi-Schauspieler Bartholomäus Kowalski teilt sich in zwei Hälften, trifft auf einen verruchten Typen in Gangsterkulisse und hat schließlich einen Pistolenlauf im Gesicht. Auch die Zwillingsrapper Felix und Till Neumann blitzen immer wieder auf und stiften vor Spiegelkulisse Verwirrung. 

Verwechslungen sind Zweierpasch gewöhnt, ihr »Double Vie« (Doppelleben) fassen sie jedoch weiter: »Zwei Brüder, zwei Länder, zwei Sprachen – und nicht zuletzt zwei Berufswelten. Um das unter einen Hut zu kriegen brauchst du eine Spezialagenten-Ausbildung«, scherzt Felix Neumann. Die studierten Journalisten und Politikwissenschaftler sind neben ihrem Musiker-Dasein Redakteur und Pädagoge. Till arbeitet als Redakteur bei einem Magazin in Freiburg, Felix im Integrations- und Bildungsbereich in der Ortenau. Ab Januar koordiniert er die Integrationsagentur »WIKI – Willkommen, Kehl integriert« im Diakonischen Werk Ortenau.»Wenn ich powernappe, dann zwischen den Zeilen«, heißt es in der ersten Strophe des treibenden Songs, der die düstere Video-Atmosphäre mit rollenden Bassflächen unterlegt. 

»World Hip-Hop« 
Ihren Stil bezeichnen die Zwillinge Felix und Till Neumann (34) als »World Hip-Hop«. Ihre Heimat sehen sie zwischen Freiburg und Straßburg. Nach vielen Jahren, in denen Felix in Freiburg gewohnt und studiert hat, lebt er nun seit etwa fünf Jahren in Kehl und ist dabei sowohl beruflich als auch privat oft in Straßburg. Seinen Bruder Till zog es nach einigen Jahren Straßburg 2013 zurück nach Freiburg. Er hat jedoch ebenfalls viele Verbindungen nach Kehl und Straßburg. Auch so erklärt sich die deutsch-französische Ausrichtung ihrer Band, die sich jedoch immer weiter über das Grenzgebiet hinaus ausdehnt.

Zwei Tourneen geplant
Im Januar sind die Zweierpasch-Brüder mit ihrer fünfköpfigen Band auf »Hallo Welt«-Tour durch einige der größten Städte Frankreichs. Für den Sommer planen sie eine zweite Tournee durch die Ukraine, durch die sie bereits 2015 mit dem Goethe-Institut getourt sind.  

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Zahlreiche Workshops und Konzerte
In Kehl spielten Zweierpasch zuletzt zur Einweihung der Tram im April 2017 ein großes Konzert mit ihrer fünfköpfigen Band. 2016 leiteten sie im Gebiet des Eurodistrikt Straßburg-Ortenau und mit zahlreichen Workshops und Konzerten in Kehl das Märchen-Rap-Projekt »Rapconte«. 1000 Schüler besuchten allein ihr Konzert in der Niedereichhalle in Sundheim.

»Jeunes Webtrotters Transfrontaliers«
Derzeit leiten sie in Kehl eine Workshop-Reihe im Interreg-Projekt »Jeunes Webtrotters Transfrontaliers«. Mit jungen Geflüchteten, Schülern aus Kehl und Straßburg schreiben sie mehrsprachige Songs und drehen ein Video. Das Interreg-Projekt wird getragen von Amsed, einer Einrichtung zur Förderung der Integration in Straßburg, und wird unterstützt unter anderem durch die Stadt Kehl, den Jugendkeller St. Nepomuk und die Beruflichen Schulen Kehl. 

Der nächste Workshop findet am 20. Januar im Jugendkeller St. Nepomuk statt. »Auch bezüglich eines musikalischen Beitrags zur Einweihung der künftigen Tram-Haltestelle am Rathaus Ende des Jahres 2018 hat die Stadt schon einmal informell bei uns vorgefühlt«, verrät Felix Neumann. »Das freut uns«, sagt er. »Wir unterstützen die grenzüberschreitende Ausrichtung der Region hier in vollem Umfang. Ensemble on est plus fort!«

 

 

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