Kehl

Kehler Stadtgeflüster

Autor: 
Michael Müller
Lesezeit 3 Minuten
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07. September 2018

(Bild 1/2) Kampfspuren: Auch wenn Wallabys noch so süß sind – sie können ganz schön austeilen, wie KEZ-Reporterin Corina Wießler bei ihrem Besuch im Dr.-Friedrich-Geroldt-Haus leidvoll erfahren musste. ©Martin Egg

Journalisten, die innovativ sein wollen, müssen Blut, Schweiß und Tränen vergießen, heißt es. Also alles das, was man bei einem Termin 10 Uhr morgens bei Dobbyfee im Dr.-Friedrich-Geroldt-Haus nun wirklich nicht erwartet geben zu müssen. Süß und lieb wirkt das kleine Känguru; treuherzig blickt es aus großen, braunen Augen in die Linse von KEZ-Reporterin Corina Wießler. Wie ein großes Steifftier stellt es sich in Positur vor ihre Kamera. Und dann – Zack! –  springt es urplötzlich nach vorne und verpasst ihr dabei zwei blutige Kratzer schräg über die Nase. Bevor (Angst-)Schweiß fließen kann, hüpft das Tier schon von dannen über den Rasen, als wär nix gewesen. Und die (Schmerzens-)Tränen verkneift sich die Kollegin lieber nach dem liebevollen Spott in der Redaktion.

Zwei Schrammen, zwei Fragen

Neben zwei Schrammen bleiben zwei Fragen zurück: Wer hätte gedacht, das ein Wallaby launisch wie eine Katze reagieren kann? Und zählt das jetzt als Arbeitsunfall?

Tröstlich immerhin: die ersten Genesungswünsche unserer Facebook-Community haben unsere wackere Kollegin inzwischen auch erreicht. Und natürlich wird sie trotz dieser unheimlichen Begegnung der kratzigen Art unseren Lesern noch ausführlich berichten, wie es dem kleinen Känguru ein Jahr nach seiner Geburt geht. Mehr dazu demnächst in Ihrer Zeitung.

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Studenten als »Special Guests«

Sehr viel zivilisierter empfing da schon die Gemeinde Willstätt jene Studenten des Germanistischen Seminars der Universität Heidelberg, die sie zur Eröffnung der Moscherosch-Ausstellung eingeladen hatte. Die jungen Leute waren nämlich an der Konzeption der Ausstellung maßgeblich beteiligt. Nun durften sie das fertige Ergebnis ihrer Arbeit selbst in Augenschein nehmen. Einer von ihnen, Julian Wieder, hatte die Ausstellung über das Seminar hinaus mit vorbereitet und durfte daher stellvertretend beim Zerschneiden des Eröffnungsbandes dabei sein. Für ihn wie für alle seine Kollegen gab es zum Dank für ihr Engagement einen Geschenkkorb, den Moscherosch selbst zusammengestellt hatte – genauer: sein Pendant von heute, Werner Hetzel. Darin enthalten unter anderem Nachprägungen der »Willstätter Münze« aus dem Moscherosch-Jahr 2001, die die Sparkasse Hanauerland der Gemeinde zur Weitergabe an geschichtlich ehrenamtliche Personen überlassen hat, und ein guter Rotwein. Denn wie sagte schon der echte Moscherosch: »So lang’ ich leb’, lieb’ ich den Wein, denn er vertreibt mir Furcht und Pein, verjagt Melancholie und Schmerzen.« Vielleicht sollte sich auch unsere Känguru-Reporterin nach dem Schreck von gestern Vormittag mal an diese Weisheit erinnern... 

Konkurrenz der Feste

Ob sie ihr Gläschen Rotwein lieber zu Hause genießt oder woanders, entzieht sich unserer Kenntnis. Gelegenheit dazu hätte sie jedenfalls auch in Kehl zur Genüge an diesem Wochenende. Gleich zwei Orte könnte sie dafür ansteuern: den Marktplatz, wo gestern das Stadtfest »Kehl feiert!« eröffnet wurde, oder das Herbstfest rund um die Feldscheune am Altrhein. Ob die jeweiligen Organisatoren über diese Terminkollision besonders glücklich sind? Wissen werden wir’s wohl erst, wenn die Einnahmen gezählt sind und ein Strich drunter gemacht wird. Einstweilen hoffen wir, dass der Kehler Teich groß genug ist für viele Fische.

☛Wenn Sie uns was flüs­tern wollen: 
• 0 78 51 / 7 44 52 oder 
lokales.kehl@reiff.de

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