"Die Kräutersammlerin"

Kehlerin Heidrun Hurst legt neuen Roman vor

Antje Ritzert
Lesezeit 3 Minuten
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26. August 2019

»Wir werden oft gefragt, ob Liam ein Wolf ist«, sagt Heidrun Hurst. »Das ist er natürlich nicht.« Aber der Familienhund hat die Odelshofener Schriftstellerin zur Figur der weißen Wölfin in ihrem neuen Buch »Die Kräutersammlerin« inspiriert. ©Antje Ritzert

Die Kehler Schriftstellerin Heidrun Hurst hat ihren neuen Roman veröffentlicht. »Die Kräutersammlerin« ist ein mystischer Schwarzwaldkrimi und handelt von einer jungen Frau im Mittelalter, die im Wald ein totes Mädchen entdeckt. Es ist bereits das achte Buch, das die 53-jährige Odelshofenerin geschrieben hat. Die Kehler Zeitung hat sich mit der Autorin unterhalten.

Frau Hurst, Sie haben 2005 mit einem Sachbuch debütiert. Jetzt scheint es, als hätten Sie sich auf historische Romane »eingeschossen«. Was macht dieses Genre so besonders für Sie?

Heidrun Hurst: Ich liebe es einfach, mich mit der Geschichte zu befassen und damit, was unsere Vorfahren so erlebt haben. Man kann viel daraus lernen, wie sie sich durchgeschlagen haben.

Was haben Sie bei der Recherche zur »Kräutersammlerin« denn gelernt?

Hurst: Ich habe zum Beispiel viel über Medizin gelernt und was die Leute damals angewendet haben. Manchmal ist es unglaublich, was in der damaligen Zeit in der Heilkunst schon möglich war. Das fasziniert mich immer wieder. Wussten Sie zum Beispiel, dass man schon vor 7000 Jahren Operationen zur Eröffnung des Schädels durchführen konnte? Sicherlich keine angenehme Prozedur, aber in Notsituationen sehr hilfreich. Und es gab viele, die diesen Eingriff nicht nur überstanden, sondern danach weiterleben konnten.  Bei meiner Recherche zu dem Buch habe ich aber auch viel über Wolfskinder gelernt. Also Kinder, die aus unerklärlichen Gründen in der Wildnis überlebt haben. Da gibt es einige Beispiele. Das fand ich hochinteressant.

Die Geschichten in Ihren letzten fünf Büchern spielen sich alle in der Umgebung von Kehl beziehungsweise in der Region ab. Liegt das an Ihrer tiefen Verwurzelung in der Heimat oder daran, dass es schlicht praktisch ist, wenn die Recherche zu Orten und Historie vor der eigenen Haustür stattfindet?

Hurst: Also zum einen liegt das schon daran, weil ich hier verwurzelt bin, aber sicherlich auch, weil es das ist, was mich interessiert. Und ich denke, nicht nur mich, sondern auch andere. Und natürlich hat man hier die meiste Erfahrung. Klar kann man auch über andere Orte schreiben, das habe ich ja mit dem Wikinger-Roman schon gemacht. Aber es ist weitaus schwieriger, sich da einzufühlen. So etwas geht einfach am besten da, wo man zu Hause ist. Aber vielleicht ändert sich das auch mal. Da bin ich offen.

Wie viel steckt von Ihrer eigenen Person in den Protagonisten Ihrer Romane?

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Hurst: Generell steckt in den Hauptakteuren meiner Romane immer ein Stück von mir selbst. Aber nicht alles. Sonst wäre es ja langweilig, weil es immer dasselbe wäre. Ich versuche schon, mich in andere Menschen einzufühlen und das nachzuvollziehen, wie sie denken würden. Auch mit der Psychologie von Tätern und Opfern habe ich mich intensiv befasst.

»Die Kräutersammlerin« ist bereits der zweite historische Krimi, den Sie geschrieben haben. Was reizt Sie daran, Ihre Romane mit kriminologischen Elementen zu verknüpfen?

Hurst: Die Spannung einfach.

Dann könnten Sie ja auch Abenteuer schreiben, die sind auch spannend.

Hurst: Ja, das stimmt.  Abenteuerromane faszinieren mich ebenfalls und in meinen Romanen steckt immer auch ein Stück Abenteuer mit drin.
Wenn Sie selber Bücher lesen, wonach greifen Sie zuerst?

Hurst: Ich lese grundsätzlich gern historische Romane. Aber auch Fantasy. Also die spannungsgeladenen Dinge, das ist so meins. Bernard Cornwell zum Beispiel, die Uhtred-Saga. Die spielt im frühen Mittelalter in England und ist richtig spannend geschrieben und gut recherchiert.

Gibt es einen Schriftsteller, den Sie gerne einmal kennenlernen würden – oder gern kennengelernt hätten?

Hurst: Ja, diesen Bernard Cornwell würde ich zum Beispiel gern mal treffen. Cornwell hat sicherlich eine wahnsinnige Erfahrung, da könnte ich bestimmt noch etwas lernen. Genau wie von Diana Gabaldon, deren Romane ich ebenfalls liebe.
 

Stichwort

Die Kräutersammlerin

Schiltach im Kinzigtal, 1343: Heilerin und Kräutersammlerin Johanna entdeckt im Wald ein totes Mädchen, offenbar ein Opfer von Wölfen. Doch einige der Verletzungen passen nicht zum Biss eines Raubtiers. Johanna beschließt, der Sache auf den Grund zu gehen, und findet in dem jungen Flößer Lukas einen Verbündeten. Haben die Leprosen, die zurückgezogen im Wald leben, etwas damit zu tun? Oder der geheimnisvolle Einsiedler? Und was hat es mit dem fahrenden Spielmann auf sich, der immer wieder unerwartet auftaucht? Als ein weiteres Mädchen verschwindet, werden die Nachforschungen für Johanna lebensgefährlich.
◼ Buchinfo: Heidrun Hurst, Die Kräutersammlerin, Emons Verlag, 336 Seiten, 11,90 Euro
 

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