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Kehls Wirtschaftsförderin Fiona Härtel besucht Unternehmen

Autor: 
Redaktion Kehl
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03. Dezember 2020

Wirtschaftsförderin Fiona Härtel und Christof Klar, Geschäftsführer der Spedition Papp unterhalten sich über verschiedene Digitalisierungsstrategien. ©Stadt Kehl

Digitalisierung und Corona: Wirtschaftsförderin Fiona Härtel besucht Kehler Unternehmen RMA Rheinau und Spedition Papp.

Die Corona-Pandemie hat das Thema Digitalisierung in vielen Kehler Unternehmen vorangetrieben, nicht zuletzt aufgrund von Homeoffice-Arbeitsplätzen. Bereits vor der Krise hatte sich Wirtschaftsförderin Fiona Härtel das Zukunftsthema auf die Agenda geschrieben, um dahingehende Impulse in der Wirtschaft zu setzen. Dies gibt die Stadt Kehl in einer Pressemitteilung bekannt. 

Und dann kam Corona. Beliebte Formate wie das Unternehmerforum sind aufgrund der Restriktionen nicht mehr möglich. Stattdessen hat sich die Wirtschaftsförderin mit einigen Unternehmen aus der Region über deren aktuelle Digitalisierungsprojekte ausgetauscht, darunter der Spezialarmaturenhersteller RMA Rheinau mit einem Standort im Kehler Hafen sowie der Spedition Papp.

Weltweite Firma

Mit insgesamt rund 670 Mitarbeitenden in Rheinau und Kehl sowie Niederlassungen rund um den Globus, ist die RMA Rheinau ein weltweit-organisiertes Unternehmen. Die Themen Digitalisierung und Prozessoptimierung werden hier bereits seit vielen Jahren diskutiert und umgesetzt – ob in der Finanzbuchhaltung, im Einkauf oder in den Werkstätten. Ein Azubi-Projekt, das von den beiden angehenden Industriekauffrauen Lea Götz und Sarah Ehrhardt betreut wird, soll beispielsweise dabei helfen, die Einarbeitungsprozesse neuer Mitarbeiter sowie neuer Auszubildender zu modernisieren.

„Ein Ausbilder betreut bei der RMA zwei bis drei Azubis im Jahr. Zwangsläufig sagt er dabei immer wieder dasselbe“, berichtet Thomas Plocher, kaufmännischer Leiter bei der RMA Rheinau. Hier setzt das Projekt der Auszubildenden an. In der Form von Erklärvideos – sogenannten Tutorials – erläutern sie auf leicht verständliche Weise wiederkehrende Prozesse. Für die Buchhaltung können Abläufe am Computer aufgezeichnet werden; jeder Mausklick auf dem PC-Bildschirm wird dabei im Video festgehalten – und in einem Sprechertext erläutert. Abrufbar sind die Erklärfilme oder Arbeitsanweisungen über ein Cloud-System.

Dadurch soll sichergestellt werden, dass Service-Mitarbeiter an unterschiedlichen Flecken der Erde an Daten und Informationen kommen. Die Auszubildenden in den Transformationsprozess – also das Digitalisieren der Arbeitsschritte – einzubinden, findet Kehls Wirtschaftsförderin Fiona Härtel „einen super Weg“. 

Tiefgreifende Umstellung

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Tiefgreifende Umstellungen kennt man bei der Transportgesellschaft Papp & Co. GmbH gut. 1934 gegründet, hatte sich der Familienbetrieb auf Zollabfertigung und Grenzspedition spezialisiert. 1993 kam mit der Europäischen Gemeinschaft auch die Zollunion; Grenzen für den innereuropäischen Warenverkehr verschwanden und mit ihnen ein Geschäftsfeld der Spedition Papp. 

Das Unternehmen musste sich neu erfinden. Heute ist es sorgt es für Transporte im Anlagen- und Maschinenbau, ist in der Lebensmittellogistik tätig und organisiert Sondertransporte von Waren, die übergroß oder überschwer sind. „Wir transportieren bis Vorderasien“, berichtet Geschäftsführer Christof Klar und nennt Projekte in Tadschikistan, Portugal, der Ukraine und Algerien. 

Die nächste Umstellung sollte die Transportgesellschaft im Januar 2019 in Angriff nehmen: Die Digitalisierung. „In der Administration und Disposition sind früher Unmengen an Papier angefallen“, berichtet Christof Klar. Inzwischen sei der Papierverbrauch um rund 90 Prozent gesunken. Auch Personalkosten konnten – sozialverträglich – gesenkt werden. 

Drei in die engere Auswahl

Beispielsweise bei der Wahl der geeigneten Software: Von sieben Anbietern hatte die Transportgesellschaft drei in die engere Auswahl genommen und sich bei Referenzkunden, die nicht unmittelbar mit dem Kehler Unternehmen im Wettbewerb stehen, Aspekte wie Servicequalität und Weiterentwicklung angesehen. Relativ schnell kristallisierte sich ein Favorit heraus. 

Im Februar wurde die neue Technik in Kehl nach mehrmonatiger Testphase eingeschaltet. Und dann kam Corona. Homeoffice-Möglichkeiten beispielsweise für französische Mitarbeitende wurden eingerichtet – und Arbeitsprozesse, die zuvor sehr papierintensiv waren, mussten vom heimischen Schreibtisch aus papierlos erledigt werden. 

Das nächste Digitalisierungsprojekt im Hause Papp  steht bereits in den Startlöchern: Eine Buchhaltungssoftware mit weitgehend automatisierten Workflows und revisionssicherer, belegloser Archivierung.

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