Albert-Schweitzer-Schule

Kontakt zur Schule ist trotz Corona essenziell

Autor: 
red
Lesezeit 4 Minuten
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17. April 2021
Maskenpflicht im Unterricht gilt auch an der Albert-Schweitzer-Schule.

Maskenpflicht im Unterricht gilt auch an der Albert-Schweitzer-Schule. ©Stadt Kehl

Die Albert-Schweitzer-Schule in Kehl schlägt während der Pandemie-Zeit einen Sonderweg ein: Es gibt dort Wechselunterricht im täglichen Rhythmus.

„Wir wollen für unsere Schülerinnen und Schüler auch Lebenswelt sein“, beschreibt Wolfram Fuchs, Rektor des sonderpädagogischen Bildungs- und Beratungszentrums Albert-Schweitzer-Schule, das Credo seines Hauses.

Die Verwirklichung ist durch Corona jedoch erheblich erschwert worden. Ein Dreiklang aus Wechselunterricht, Notbetreuung und Home-Schooling bringt die Schüler in Kehl seit dem 22. Februar näher an den klassischen Schulalltag. Fuchs und sein Kollegium beobachten bei der Schülerschaft einen hohen Bedarf an Struktur, Beständigkeit und Sozialkontakten. Deshalb lässt die Albert-Schweitzer-Schule die Jahrgangsstufen im Wechselunterricht in einem täglichen Rhythmus rotieren.

Als der zweite harte Lockdown Mitte Dezember beschlossen wurde, begann auch für die rund 120 Schüler mit dem Förderschwerpunkt Lernen eine schwierige Zeit. „Dadurch wurde es für die Kinder schwierig, sich ein Mindestmaß an Strukturen zu bewahren“, so Fuchs.

Ein Online-Aufruf unter den Schülern, Fotos vom heimischen Schreibtisch zu machen, förderte mitunter die ungewöhnlichsten und überraschendsten Orte zutage.

Um die Schüler mit Unterrichtsmaterial wie beispielsweise Arbeitsblättern zu versorgen, greift die Förderschule auch auf ein online-basiertes Cloud-System zurück. Wer keinen Zugang hat, etwa weil zuhause nicht die technischen Voraussetzungen gegeben sind, kann die Schulaufgaben auch an der Rustfeldstraße abholen. Immer ab Montag werden die sogenannten Lernpakete ausgegeben. Die Schüler klingeln an der Eingangstür und erhalten die Wochenaufgaben aus den Händen ihrer Lehrer. „Wir wollen die Kinder einmal in der Woche sehen“, erklärt Konrektor Oliver Martin. In der Regel folgt ein kurzes Gespräch im Klassenzimmer, ehe die Jugendlichen mit ihren Lernpaketen den Heimweg antreten.

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Da neben Kehl auch Willstätt und Rheinau zum Einzugsgebiet gehören, nicht alle Eltern mobil sind und es im Lockdown keine Monatskarten für den ÖPNV gibt, bietet die Schule an, den Schülern die geschnürten Lernpakete zu bringen. „Leider genießt Bildung nicht in allen Haushalten dieselbe Priorität“, sagt Martin.

Inzwischen hat die Schule ihr Ganztagsangebot unter Beachtung der Hygieneregeln wieder hochgefahren. Seit dem 22. Februar bieten die Grundschulen in Kehl Wechselunterricht an. Das heißt, jeweils zwei Jahrgangsstufen sind abwechselnd für eine Woche im Präsenzunterricht oder zuhause. An weiterführenden Schulen sind die Klassenstufen fünf bis sechs im Wechselunterricht.

Notbetreuungsangebote gibt es für Schüler bis zur siebten Klasse. Abschlussklassen und jene, die im nächsten Jahr Abschlussprüfungen ablegen, erhalten ebenfalls Präsenzunterricht.

Die Albert-Schweitzer-Schule schlägt einen Sonderweg ein: Zwar gibt es auch hier abwechselnd Unterricht für die Klassenstufen eins bis sechs, doch die Intervalle sind kürzer. Die Schüler müssen nicht eine volle Woche warten, bis sie wieder in ihre Klassenzimmer können. „Auf diese Weise ist jedes Kind dreimal in der Woche in der Schule. Davon versprechen wir uns mehr Beständigkeit und der Wiedereinstieg in den Regelbetrieb wird erleichtert“, erläutert Fuchs. Dabei wird darauf geachtet, dass sich die Klassenverbände nicht begegnen.

Die Klassenstufen sieben bis neun bleiben im Fernlernen. Für die Siebtklässler gibt es zudem ein Notbetreuungsangebot. Die Albert-Schweitzer-Schule bietet den Jugendlichen nach individueller Absprache zusätzlich an, ihre Lernpakete und Hausaufgaben in der Schule zu erledigen. Bis zu drei Siebtklässler sitzen gleichzeitig in den Klassenräumen – unter Beachtung des Abstandsgebots. „Die Jugendlichen brauchen die Lernatmosphäre der Schule“, erläutert Fuchs.

In ihren Gesprächen mit den Heranwachsenden begegnen Jugendsozialarbeiterin Fenja Becherer immer wieder Sätze wie „Ich komme mit der Situation nicht zurecht“; „Ich war lange Zeit nicht mehr draußen an der frischen Luft“, oder „Ich habe schon lange nicht mehr mit jemandem gesprochen“. „Wir wünschen uns eine baldige Öffnung der Schulen“, sagt Konrektor Martin, nennt jedoch eine Einschränkung: „Der Rahmen muss stimmen.“

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