Jugendorchester Straßburg / Friedenskirche

Konzert aus der Reihe Musica Sacra

Autor: 
Tilmann Krieg
Lesezeit 3 Minuten
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13. Februar 2018

Das Musica-Sacra-Konzert fand in der Friedenskirche statt. ©Tilmann Krieg

Das »Orchestre Junior« Strasbourg unter Leitung von Pierre Vogler und das »Orchestre Simphonique des Jeunes« Strasbourg unter Dirigent Gustave Winkler gaben am Sonntag in der Friedenskirche ein Orchesterkonzert mit Werken aus Klassik und Moderne, das nicht nur programmatisch einige Überraschungen bot.

Das Einstimmen der Instrumente vor dem Konzert ist ein zuverlässiger Hinweis auf die Qualität dessen, was folgen wird und dieses Mal lässt es nichts Gutes erwarten: Die Instrumente sind und bleiben komplett in sich und untereinander verstimmt.

Überfordert

Es schmerzt, eine negative Kritik zu schreiben, gerade bei so jungen Musikern, die aber in ihrer Aufführung deutlich überfordert sind. Das ausgesuchte Repertoire ist viel zu schwer für ihr Niveau, oft läuft die Musik total aus dem Ruder. Man leidet mit den Musikern und spürt, sie hätten weit Besseres leisten können, wären ihnen einfachere Musikstücke anvertraut worden, bei denen Sorgfalt auf Präzision und Abstimmung gelegt worden wäre. Wohlwollender Applaus beendete die Collage mit Werken von Mussorgski, Dvorák, Bizet und Lady Gaga des Orchestre Junior.

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Toller Auftritt

Ganz anders das Jugendsinfonieorchester Strasbourg: Die Einsätze glasklar, die Dynamik breit und ausgewogen zwischen sehr leisen Passagen und mitreißenden Crescendi, die Klangfarbe des Orchesters – fast 60 Musiker – warm und an den richtigen Stellen weich und melodiös, ohne ins süßlich Kitschige abzugleiten. Man erkennt ein gereiftes, gutes Amateur-Orchester, dessen Spielfreude sich an diesem Abend noch in eine ganz andere Richtung entwickeln wird, nach einem ungewöhnlich interessanten Programm von Massenet (Ouvertüre zur Hérodiade), dem Allegro moderato aus der »Unvollendeten« von Schubert und den vier Norwegischen Tänzen opus 35 von Edward Grieg. Die Tänze waren eine außergewöhnliche Bereicherung des Konzerts und künstlerischer Höhepunkt des Abends.

Pink Panther

Danach ging es in die neuere Zeit: »Wir spielen immer einen klassischen und einen modernen Teil«, sagte Dirigent Winkler. Musik aus dem Film Stargate (Arnold) schiebt die Zuhörer auf ein anderes Gleis, aber spätestens beim »Tribute to Henry Mancini« ist jeder beim »Pink Panther« angekommen. Die Bläser treiben den Sound, übernehmen das Orchester, das hinreißend spielt und sein Talent zu einem vorzüglichen Show- und Jazzorchester erkennen lässt.  »Everybody needs somebody«, die Bluesbrothers rocken die Kirche, plötzlich haben die Musiker Hüte und Sonnenbrillen auf, oder quietschpinkfarbene Afroperücken und bunte Riesenschleifen am Revers. Das ganze Kirchenkonzert fühlt sich plötzlich an, wie eine riesige Familienfeier. Das Publikum klatscht mit und applaudiert den eigenen Kindern und dann löst sich das Orchester auf in einen langen Zug musizierender Gaukler und Jazzer durch die Gemeinde. 
 

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