Musikverein Germania

Konzertabend in der Korker Dorfkirche

Autor: 
Herbert Gabriel
Lesezeit 3 Minuten
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05. Dezember 2017

Stefanie Dörfler und Armin Heinz haben mit ihren Stimmbeiträgen das Konzert bereichert. ©Herbert Gabriel

In der Korker Dorfkirche war am Sonntag ein Konzertabend zu erleben, der bei seinen Besuchern noch lange in Erinnerung bleiben wird. Der Musikverein »Germania« hat mit Werken imponiert, die man eher selten zu hören bekommt, vielleicht auch, weil sie höchste Aufmerksamkeit verlangen.

Wenn die Musiker aus Kork mit ihrem Dirigenten Matthias Rosa zum Konzert am ersten Advent einladen, ist die Dorfkirche meist gut gefüllt. Nicht so am Sonntag, weil das einsetzende Winterwetter wohl viele vom Gang aus dem Haus abgehalten hat. Schade drum, denn sie haben ein Konzert versäumt, das von Melodien gespickt gewesen ist, die zum anspruchsvollen Genre der Blasmusik gehören.

Das Intro war dem Jugendorchester vorbehalten, das von der jungen Marina Krauß gefühlvoll durch »Das Beste von Henry Mancini« und »Disney Film Favorites« geführt wurde. Hier war zu erkennen, dass es »Germania« um musikalischen Nachwuchs nicht bange sein muss. »Musik berührt das Herz«, so die Devise, die zu diesem Abend ausgegeben wurde – und von Pfarrerin Christa Wolf als Moderatorin bis zum Segen am Konzertende eingehalten wurde. Mit abwechslungsreichen Kompositionen und Solisten, die mit ihren Instrumenten eigene Akzente setzten. So bei dem gewaltig beginnenden »Apertum« von Thiemo Kraas, das zwar wegen seines Namens »freier Himmel« oder »offener Raum« für Freiluftkonzerte komponiert wurde, an diesem Abend aber raumfüllend den Reigen eröffnete.

Das Luftschiff »Hindenburg« war für Michael Geisler Anlass, eine Komposition zu schaffen, die alle Phasen seines jähen Endes zu schildern im Stande ist. In schrillem Stakkato bahnt sich die Katastrophe an, weinend stimmen die Klarinetten ein, Christoph Dinger setzt mit seiner Trompete Akzente und ein monumentales Finale kündet das Ende dessen an, was am 6. Mai 1937 vom amerikanischen Lakehurst aus die Welt bewegte.

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Danach wurde Raum zum Durchatmen geschaffen, »Benedictum« stand auf dem Programm. Fließende Melodien und der Choral zauberten mit Markus Rechel Andacht ins Gotteshaus, ehe eine Komposition aus einem Film auf ein Geschehen aufmerksam machte, das die Welt veränderte: Steven Spielbergs »Der Soldat James Ryan«, von Komponist John Williams im Zweiklang von Hymne und Marsch eindrucksvoll als Ehrerbietung an die Gefallenen musikalisch untermalt. Vor 500 Jahren hat Martin Luther die Grundlage zur Reformation geschaffen und damit die Welt verändert. Auch die Musik hat diesem Mann im Jubiläumsjahr Tribut gezollt, so auch Thorsten Reinau, ein aus Karlsruhe stammender Komponist.

Mit »Martin Luther – Szenen eines rebellischen Lebens«  schildert er eindrucksvoll den Beginn der Reformation, leitet zum Thesenanschlag in Wittenberg 1517 über, um Luther dann vor dem Reichstag zu Worms 1521 seine berühmt gewordenen Worte »Hier stehe ich, ich kann nicht anders« sprechen zu lassen.

Armin Heinz, der mit seinem Tenorhorn zum Ensemble gehört, war es vorbehalten, mit seiner Baritonstimme  Luther zu verkörpern. Um der Kapelle mit »Katharina von Bora – die Lutherin« und dem Kirchenlied »Eine feste Burg ist unser Gott« dem Wirken des Reformators ein würdiges Finale zu ermöglichen.

Doch ohne Zugaben ließ man die Musikerinnen und Musiker nicht gehen. Sie fügten sich und bewiesen, dass sie auch die »modernen Klassiker« beherrschen: »Hey Jude« von den Beatles gehört dazu, und »Your raise me up« mit der ergreifenden Stimme von Stefanie Dörfler bildeten den gelungen Abschluss eines Konzertes, das allem gerecht wurde, was man von anspruchsvoller Blasmusik erwartet.

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