Kehl - Kork

Kork wird größer und inklusiver

Nina Saam
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19. Januar 2015

Das Handwerksmuseum bekommt demnächst einen barrierefreien Zugang in Form eines außenliegenden Treppenhausturms. ©Nina Saam

In Kork wurde im vergangenen Jahr kräftig investiert. Das zeigte der von Ortsvorsteher Patric Jockers gehaltene Jahresrückblick auf der Bürgerversammlung am Freitag. Doch auch in Sachen Inklusion wurde in der Ortschaft Zukunftsweisendes auf den Weg gebracht.

Kehl-Kork. »2014 war ein gutes Jahr für Kork«, zog der Ortsvorsteher vor den gut gefüllten Stuhlreihen Resümee. »Vieles, was in den Jahren zuvor geplant wurde, konnte umgesetzt werden.« Die größte Investition wurde für die jüngsten Korker getätigt: Rund 1,6 Millionen Euro wurden in den Umbau des Kindergartens gesteckt, der im April 2014 eingeweiht wurde. Die von drei auf fünf Gruppen erweiterte Einrichtung ist mittlerweile voll belegt.
Ein wichtiges Thema für alle Korker oder solche, die es werden wollen, waren 2014 die Neubaugebiete. Im Baugebiet Gürrel wird in den nächsten Wochen der Endausbau fertiggestellt sein. Bei dem von vielen sehnsüchtig erwarteten Wohngebiet Lummertskeller IV, das dem Ort 42 neue Bauplätze bringen wird, gab es dagegen einige Verzögerungen.
Mehrgenerationenhäuser
Patric Jockers stellte die Erschließungsarbeiten für den Herbst 2015 in Aussicht. Sechs der Bauplätze sind für größere Hausformen vorgesehen. »Hier können auch Mehrgenerationenhäuser oder Projekte von Bauherrengemeinschaften entstehen«, so Jockers. Dabei verwies er auf einen Infoabend der Stadt, der über solche Baugruppenprojekte informiert. Er findet am Mittwoch, 21. Januar, um 19.30 Uhr im Dr. Friedrich-Geroldt-Haus statt.
Breiten Raum nahm im vergangenen Jahr die Diskussion um den Umbau des Handwerkmuseums ein. Aus feuerschutztechnischen Gründen müssen ein zweiter Zugang, der im Brandfall als Rettungsweg dient, und Brandschutzmauern im Inneren des Gebäudes errichtet werden. Ortschafts- und Gemeinderat hatten sich für die große Lösung entschieden: Für einen Treppenhausturm, in dem ein Aufzug integriert ist. Somit können künftig alle Museumsbereiche barrierefrei erreicht werden. Der neue Zugang wird voraussichtlich im Juni fertig sein.
Barrierefreiheit ist eine bauliche Ausdrucksform dessen, was den Ort im letzten Jahr viel beschäftigt hat: Der Weg zu einer inklusiven Gemeinde. Bei vielen Arbeitstreffen, Runden Tischen und öffentlichen Veranstaltungen wurde diskutiert, wie das Leben vor Ort so gestaltet werden kann, dass alle Bürger daran teilhaben und teilnehmen können. Konkrete Projekte wie das Café Mahlzeit oder das Kunstprojekt sind angestoßen worden.
Im Dezember gründete sich der Verein Vielfältiges Kork. Dank einer Projektförderung des Landes und einem Zuschuss der Stadt konnte zudem die Stelle eines Inklusionsbeauftragten geschaffen werden.
In Sachen inklusiver Bildung will Kork ebenfalls Vorreiter werden: Es wurde ein detailliertes Konzept entwickelt, wie alle Kinder der Gemeinde vom Kindergarten bis zum Schulabschluss gemeinsam lernen können. »Das wäre eine Modellschule, die es so in Baden-Württemberg noch nicht gibt«, erläuterte Jockers. »Eine Schule, in der Kinder mit und ohne Behinderung gemeinsam miteinander, voneinander und füreinander lernen und individuell gefördert werden können.« Nun seien das Schulamt, der Gemeinderat und auch die Eltern gefragt, dieses Projekt einer »Jedermann-Schule« zu unterstützen.
Zurück in die Heimat
In diesem Zusammenhang gab der Ortsvorsteher bekannt, dass die Leiterin der Grundschule Kork/Neumühl, Swantje Schütterle, Kork aus familiären Gründen zum 30. Januar verlassen und in ihre Heimat zurückkehren wird. Patric Jockers dankte Schütterle für ihre Arbeit und besonders für ihr Engagement bei der Entwicklung des inklusiven Schulkonzepts.
Für 2015 liegen dem Ortsvorsteher zwei Bauprojekte sehr am Herzen: Die Westumfahrung, die den Ortskern vom Durchgangsverkehr entlasten und eine vernünftige Anbindung der Diakonie ermöglichen soll, und die Sanierung des 1782 erbauten Rathauses. Für die Umfahrung habe das Land bereits 3,2 Millionen Euro im Haushalt eingestellt, betonte Jockers. Er hofft nun, dass die beantragten Mittel für die bereits mehrfach verschobene Rathaussanierung den Weg in den noch zu verabschiedenden Doppelhaushalt der Stadt finden werden. »Das Rathaus wurde letztmals 1960 saniert«, so Jockers, »und ist alles andere als barrierefrei.«

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Stichwort - Statistik für Kork:
Geburten: 13
Eheschließungen: 13
Sterbefälle: 35
Einwohner: 2503

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