Nachruf

Korker Kunstmaler Herbert Teufel ist tot

Autor: 
Hans-Ulrich Müller-Russell
Lesezeit 4 Minuten
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17. März 2019

Herbert Teufel in seinem Atelier. ©Gemeinde Willstätt

Am 16. März ist der Kunstmaler Herbert Teufel, früher Kork, zuletzt Freistett, gestorben. Er wurde 83 Jahre alt. Beigesetzt wurde er in Kork. Dort werden sich noch manche an den Malerbetrieb Teufel in der Buchsweilerstraße erinnern.

Erst im Ruhestand fand Herbert Teufel ausreichend Zeit, ein Talent zu pflegen und zu vervollkommnen, das seine Familie auszeichnet: die Malkunst. Wohl der Erste in der Familie, der sich damit einen Namen gemacht hat, war Gottlieb Teufel (1887-1925) aus Willstätt. Seine Radierungen sind noch heute im Kunsthandel. Herbert Teufel hatte Bilder aus dem Nachlass in Besitz und hat sie 2012 der Gemeinde Willstätt geschenkt.

Herbert Teufel erzählt

Auch sein Vater Albert Teufel war als Kunstmaler erfolgreich. Er war vor allem der Landschaftsmalerei zugetan, wie sich sein Sohn erinnert. Doch lassen wir Herbert Teufel selbst berichten, mit dem Lebenslauf, den er anlässlich einer Ausstellung seiner Bilder verfasst hat: »Ich wurde am 6. Dezember 1935 in Odelshofen als Sohn des Malers Albert Teufel aus Willstätt und seiner Ehefrau Frieda Teufel, geb. Jockers, aus Odelshofen geboren. In meinem vierten Lebensjahr zogen meine Eltern nach Kork, wo ich die Volksschule bis zur 8. Klasse besuchte. 
Meinen Vater habe ich nur als Kleinkind kennengelernt. Er starb im Zweiten Weltkrieg 1941/42 in Russland. So wuchs ich dann mit meiner Mutter alleine auf.
Schon während meiner Schulzeit hatte ich eine innere Hinwendung zu Farben und Zeichnungen. So kam es denn, dass ich mit meinen Zeichnungen im Unterricht immer auffiel und selbst bei meinen Lehrern große Bewunderung hervorrief. Es war fast eine Selbstverständlichkeit, dass ich nach der Schulentlassung eine Lehre als Maler begann. Sie führte mich von 1951 bis 1953 nach Legelshurst zu Fritz Zimmer, der in der Region als Persönlichkeit und als tüchtiger Meister bekannt war. 

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Nach anschließender mehrjähriger Gesellenzeit in Straßburg trat ich in die Meisterschule in Lahr ein, die ich 1960 mit der Meisterprüfung im Malerhandwerk abschließen konnte. Danach machte ich mich sofort selbstständig und führte in Kork einen Malerbetrieb.
Nach 25-jährigem Schaffen und inzwischen im Ruhestand kam ich mit dem bedeutenden akademischen Kunst- und Kirchenmaler Theodor Zeller aus Denzlingen in Verbindung. Diese Begegnung sollte meinem Leben eine andere Richtung geben. Es wurden siebeneinhalb Jahre daraus, in denen ich mich künstlerisch entwickeln konnte. Es war eine Intensivausbildung.

Von ihm habe ich die expressive Malweise sowohl in den Landschaftsbildern als auch in Porträts gelernt und das Malen mit uralten Maltechniken. Ihm fiel wohl schnell mein Begabung im Malen auf und so befasste er sich besonders intensiv mit mir. Meine Mitschüler nannten mich deswegen ›Meisterschüler‹.
Solche Begabungen, von Kind an, fallen wohl nicht vom Himmel. In der Familie Teufel gab es den 1887 in Willstätt geborenen Gottlieb Teufel, der sich vom Kind einfacher Eltern durch sein Talent bis zum akademischen Maler an der Straßburger Akademie entwickelte ...

Frau kennengelernt

Auch mein Vater Albert Teufel, geb. am 20.10.1912 in Willstätt, hatte diese Begabung. Er begnügte sich nicht nur mit seinem Beruf als Maler, sondern betätigte sich auch als talentierter Landschaftsmaler mit großformatigen Bildern, die weit von Laienarbeit entfernt sind.
Irgendwann hatte ich auch meine Frau Christa Kapferer kennengelernt. Sie war Oberlehrerin an der Grund- und Hauptschule in Kork. Geheiratet wurde dann während eines Urlaubs in Vejle in Dänemark.
Ich selbst habe viele Bilder gemalt ... Sie erstrecken sich vom Stillleben über Landschaftsbilder bis zu Porträts und Selbstbildnissen, von Städtebildern bis zu farbigen Radierungen, ein großes Lebenswerk.« (Quelle: Lesegesellschaft Kork von 1821 e.V., Handwerksmuseum)
Teufel beherrschte eine Technik, die heute selten geworden ist: Er malte – wie früher die Freskomaler – auf eine Kaseingrundierung. Sie besteht aus Quark, Magermilch und Kalk und lässt die Farben über lange Zeit frisch und hell wirken. Ein Selbstbildnis des Künstlers im Besitz der Korker Lesegesellschaft gibt davon einen Eindruck.

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